Reiseberichte

 




Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 8. bis 23. September 2018

 

 

Montag, 10. September 2018, 04:15 Uhr

 

Es ist wieder so weit! Am Samstag, 8.9.2018 ging es auf die Reise nach Schumen. Benjamin kam schon am 7.9. aus Wismar nach Frankfurt, damit unser kleines Reisegrüppchen aus unserem Tierarzt Roger Wagner, Gabi und mir gemeinsam nach Schumen fliegen konnte. Um 4:45 Uhr wurden wir zu Hause abgeholt, da der Flug schon um 7 Uhr morgens startete. Um 10:30 sind wir in Varna gelandet und vom Flughafen aus ging es natürlich direkt ins Tierheim! Es war richtig schön zu sehen, wie die Mitarbeiter sich gefreut und uns herzlich begrüßt haben. Über die Zeit hat sich ein sehr gutes Verhältnis zu jedem einzelnen aufgebaut, wir kennen die Qualifikation und Talente eines jeden einzelnen und werden manchmal noch von uns bis dato unbekannten Fähigkeiten der Mitarbeiter überrascht. Es hat sich wirklich viel getan seit der Übernahme vor dreieinhalb Jahren, es ist – auch zwischen den Bulgaren und uns – ein tolles Team gewachsen und wir schätzen uns.

 

Nach einer Runde durch das Tierheim sahen wir, dass die Hunde sich in einem sehr guten Zustand befinden, sie sind gut gefüttert und auf den ersten Blick sehen wir keine Kranken mit Rotznasen oder eitrigen Augen, was vor unserem regelmäßigen Impfen eigentlich jeden Herbst der Fall war. Das zeigt, wie wichtig Prävention ist. Auch, wenn Prävention wie impfen, regelmäßige Behandlung gegen Ekto- und Endoparasiten usw. große Summen schluckt – sie ist unerlässlich, denn sie rettet viele Tierleben! 

 

Einige Hunde wurden von Gabi und Benjamin ausgeführt und haben Fellpflege bekommen, denn erst jetzt verlieren die langhaarigen die letzten Reste ihres Winterfells, kurz bevor das neue Winterfell sich wieder entwickelt.

 

Gestern, am Sonntag, waren wir um kurz nach 8 Uhr im Tierheim, denn es wartete viel Arbeit auf uns!

 

Da unser Tierheim-Tierarzt nur von Montag bis Freitag für je zwei Stunden im Tierheim ist, die er aber sehr effizient arbeitet, bleibt nach der Behandlung sowie Kastration der Tierheim-Tiere und der Vorbereitung der Hunde und Katzen für die Transporte nicht allzu viel Zeit für die Kastration der vielen Straßenhunde, weshalb wir zusätzlich bei einem privaten Tierarzt für Kastrationen bezahlen. Es hatten sich folglich über die letzte Zeit 10 Hunde angesammelt, die nach der Kastration wieder auf die Straße zurückgebracht werden sollen.

Ergebnis vom ersten Tag: Roger hat 5 Rüden und 2 Hündinnen kastriert! Zwei der Rüden sind nicht sozialisiert und sehr ängstlich, das Eingesperrtsein in einem Zwinger bereitet ihnen großen Stress, weshalb sie so schnell wie möglich in ihre angestammten Reviere zurückgebracht werden sollen.

  

Wir haben bei einigen Hunden die Zähne gereinigt sowie lockere oder kranke Zähne gezogen. In den „Genuss“ der Zahnpflege kamen unser Max, Nima, Wilma sowie Pippin. Sie haben nun wieder glänzend weiße Zähne; naja, bei unserer schon älteren Wilma sind sie nicht mehr so glänzend, aber einige Zähne mussten gezogen werden und die anderen haben zumindest keinen Belag mehr! Wenn das Gebiss in schlechtem Zustand ist, kann das abgesehen von den starken Schmerzen verschiedene weitere negative Folgeerscheinungen haben. Deswegen ist es so immens wichtig, dass die Zähne der Hunde in Ordnung sind.

 

Zudem habe ich eine lange Liste mit Patienten für Roger, die ich ihm vorstellte. Es sind Hunde, die zur Vermittlung stehen oder die wir gerne aufgrund ihres lieben Wesens in ein Zuhause vermitteln würden, die aber Handicaps oder Auffälligkeiten haben, für die wir eine genaue Diagnose und dann ggf. noch Röntgenbilder benötigen.

 

Bei unserem lieben Bono hatten wir während unseres Aufenthalts im Juni eine neu entstandene Fehlstellung eines Hinterlaufs festgestellt. Er kann damit laufen, aber man sieht deutlich, dass das Gangbild nicht rund ist. Es scheint, dass er eine ältere Fraktur im Oberschenkel hatte, die nicht 100 Prozent zusammengewachsen ist. Wir werden auf jeden Fall während unseres Aufenthalts in einer Praxis noch Röntgenbilder anfertigen lassen.

   

Die im Tierheim so unglückliche Omi Benita kam schon im hohen Alter zu uns. Sie lief recht steif und es sah aus, als ob sie Schmerzen hätte. Diagnose: Ihr Rücken ist versteift, vermutlich als Folge eines Autounfalls. Ideal wäre, wenn sie regelmäßig Schmerzmittel bekäme, was wir im Tierheim mit drei Pflegern für 400 Hunde pro Tag jedoch leider nicht leisten können.

 

Tally hatte im Juni eine Schleimbeutelentzündung, in den Ellenbogen hatte sich viel Flüssigkeit gesammelt. Wir hatten sie zu einem ortsansässigen Tierarzt gebracht, der sie operiert hat und nun war uns wichtig abzuklären, ob alles in Ordnung ist. Tally läuft einwandfrei, alles ist sehr gut verheilt und Tally kann guten Gewissens vermittelt werden!

 

Roger schaute sich weitere Patienten an (Paul und Irmi), deren Diagnose wir in ihren Profilen einstellen.

   

Zwischendurch kamen Schumener Tierschützer, die schon einige Katzen gepäppelt und für uns in Pflege genommen haben. Sie hatten mich schon in Deutschland kontaktiert und gefragt, was sie machen sollen: Menschen hatten ihnen vier Kitten über den Zaun geworfen, zwei davon waren schon gestorben, aber zwei haben es bisher geschafft. Lena erklärte, dass eines der Kätzchen ein Ekzem hätte, was mich sofort an Pilz denken ließ... Um das Infektionsrisiko für unsere Tierheimkatzen so gering wie möglich zu halten, konnten wir diese Katzen, ohne dass sie einem Tierarzt vorgestellt wurden, auf keinen Fall aufnehmen. Also bat ich sie, am Sonntag (also gestern) die Katzen vorbeizubringen, damit Roger sie sich ansehen könnte. Die beiden sind ganz reizend, sehr offen und freundlich und stehen mit vier Monaten (aktuell sind sie zwischen 6-8 Wochen) und nach Ausheilung des Pilzes zur Adoption!

Heute wird der Pilzimpfstoff bestellt, der mindestens zweimal verabreicht werden muss. Dieser ist nicht billig und wir wären für Spenden dafür sehr dankbar!

 

Nach getaner Arbeit verließen wir das Tierheim um 19 Uhr und fuhren gewohnheitsgemäß ins Kaufland, um uns Frühstück für den nächsten Tag zu kaufen. Wir sahen eine neue, mir unbekannte Katze, die bei Rufen sofort auf mich zukam. Sie hat nur einen kurzen Schwanz, aber wir sahen keine Wunde. Es war ein relativ junges Mädchen, also entschieden wir schnell, dass wir sie zur Kastration mitnehmen (Transportboxen hatten wir in weiser Voraussicht ins Auto gepackt!). Benjamin holte die Box, ich packte die Katze schwupps war es geschehen.

   

Weiter ging es mit unserem Programm, wir wollten uns auf einer kurzen Fahrt in die Außenbezirke der Stadt einen Überblick über die Situation der Streuner machen. Im Zentrum, in dem wir immer unterkommen, sind fast alle Hunde kastriert, was man ganz leicht an der Ohrmarke sieht. Wir fuhren in ein ärmeres Viertel, das wir aus einem vorigen Besuch kannten. Und wir wurden überrascht: Wir sahen zunächst zwei Straßenhunde, die sich mit dem Inhalt einer Plastiktüte beschäftigten, vermutlich Essensreste. Die Kleine war eine Hündin, nicht kastriert. Ich sprach mit drei Männern, die auf einer Bank vor einem geschlossenen Kiosk saßen und erklärte ihnen, dass wir die Hunde nur zur Kastration mit ins Tierheim nehmen und dann zurückbringen würden. Das Wort Kastration kannten sie nicht, also musste ich eine einfachere Beschreibung finden, dass die Hunde nach der Operation keine Babys mehr bekommen könnten, was besser sei, wenn sie auf der Straße leben. Überraschenderweise nickten die Männer und fanden das sehr gut. Also versuchten Benjamin und ich, die Hündin zu fangen, die ängstlich war. Nach einigen Metern blieb sie sitzen, ich konnte bis an sie heran, ihr Misstrauen war deutlich zu spüren. Ich packte sie, hatte sie auch, aber sie war so wendig und hat zugebissen. Leider war diese Fangaktion missglückt, Blut floss keines, aber mein Handgelenk schwoll innerhalb von Sekunden zu einer riesigen Beule an... Mittlerweile hatten wir so viel Aufsehen erregt, dass sich mehrere neugierige Männer einfanden und wissen wollten, was wir machen.

 

Als ich erzählte, dass ich gebissen worden sei, sagte einer der älteren Männer sofort, ich solle das mit Rakia (dem bulgarischen Schnaps) desinfizieren. Er winkte mich sofort zu ihm, er hätte Rakia, forderte mich auf, mir in dem Waschbecken des Plumpsklos meine Hände zu waschen, mit Zewa abzutrocknen. Alles sehr sauber! Der Herr ging durch die Hintertür in den verschlossenen Kiosk und kam mit einem Zewa und einer Flasche Rakia zurück, mit dem er mir die Wunden reinigte. Dabei erzählte er mir, dass es in diesem Viertel viele unkastrierte Hunde gäbe.

 

Zurück am Auto sprachen uns zwei junge Männer an uns schilderten, dass es weiter oben in der Straße unzählige Hunde und Katzen gäbe. Es wäre gut, wenn diese kastriert würden. Wir sahen uns den oberen Teil der Straße an und sahen allein vier weitere Hunde – keiner kastriert; zumindest sahen wir bei keinem eine Ohrmarke.

 

Als wir umdrehten, hielt uns nach 100 m ein junger Mann an, der das Spektakel irgendwie mitbekommen hatte und sagte, er hätte eine Hündin, die er gerne kastrieren lassen würde! Wir waren sprachlos und überglücklich, dass wir diese Reaktion auf unsere Präsenz bekamen! Wir boten an, dass er die Hündin heute (Montag) um 10 Uhr zur Kastration ins Tierheim bringen sollte, dass sie aber vorher nichts essen dürfe. Es war – trotz des unangenehmen Hundebisses – eine wunderbare Erfahrung, wie offen, freundlich und hilfsbereit diese Männer sich uns gegenüber verhalten haben!

 

Da die Apotheken bereits geschlossen hatten, stoppten wir – vollkommen ausgehungert – erst noch bei einem Notarzt, von dem ich wusste, da ich eine Freundin dort einmal hin begleitet habe. Ein älterer Arzt, sehr ruhig und freundlich. Er desinfizierte die Wunde und legte einen Druckverband an, damit die Schwellung nicht größer würde. Es war interessant zu sehen, dass das Arztzimmer keineswegs moderner ausgestattet war als unser Behandlungsraum im Tierheim. Vielleicht sind unsere deutschen Ansprüche manchmal einfach zu hoch?

 

Endlich ging es Abend essen, es war mittlerweile schon recht spät; aber ein geschultes Tierschützerauge ist auch dann noch wach! ;-) Kurz nachdem wir an einem Tisch draußen saßen, kam ein süßer, freundliches roter Kater an unseren Tisch, ließ sich streicheln, spielte ein bisschen – unkastriert! Schwupss, ans Auto, die nächste Transportbox geholt, aber da hatte er sich schon an die nächsten Tische bewegt. Es fing an zu regnen, wir zogen nach innen um, hatten aber ein Fenster nach draußen. Nach einiger Zeit ging Roger nach draußen und klopfte gegen das Fenster, den Kater im Griff – Benjamin ging mit der Katzenbox raus und der Kater war gesichert!    

 

Nun kam unsere letzte Aktion für den Sonntag, denn irgendwann wurden auch wie müde! Im Juni waren wir mit Claudia, Benjamin und Anke genau in diesem Gebiet unterwegs und hatten einige Katzen gefangen. Um die Ecke gab es eine ganz zutrauliche Schildpattkatze, die jedoch gerade geboren hatte. In einem Hof kam eine Glückskatze auf uns zu, die wir im Juni haben kastrieren lassen (wir erkannten das an der kleinen Ecke Ohr, die als Zeichen abgeschnitten worden war) und kaum waren wir vor dem Wohnblock, an dem die Schildpattkatze wohnte, kam sie auch schon mit 4 Kitten im Schlepptau, auf uns zu. Es gelang uns, die Mutterkatze einzusperren und dann nach und nach 3 Kätzchen zu fangen. Sie müssen nun drei Monate jung sein, wenn sie im Juni geboren wurden. Das verbleibende, kleine Schildpatt-Mädchen war etwas scheuer und ließ sich nicht fangen, weshalb wir heute mit gutem Futter an die Stelle zurückkehren und erneut versuchen werden, es zu bekommen. Der lange, sehr arbeitsreiche Tag wurde positiv mit 6 gefangenen Katzen in Transportboxen beendet.

 

 

Bericht von Montag, 10. September 2018

 

Am Montag, den 10. September war wieder ein voller Tag. Als erstes hat unser Tierarzt Roger Wagner den Kater und die Katze kastriert, den wir am Abend zuvor beim Abendessen in einem Restaurant und an einem Supermarkt gefangen hatten. Danach wurde eine Hündin von der Straße kastriert, die nach wenigen Tagen wieder in die Freiheit entlassen wurde. Währenddessen wurden einige ältere Hunde in eine leichte Narkose gelegt, die extrem starken Zahnstein hatten, damit ich die Zähne mit dem Ultraschallgerät reinigen konnte. Eddie und Alana müssen sich danach viel besser gefühlt haben.

 

Über Mittag fuhren wir mit drei Hunden zum Röntgen in eine private Tierarztpraxis. Unser lieber Bono hat seit einiger Zeit einen Rückgang von Muskeln an einem Oberschenkel, weil er das Bein weniger belastet. An der Oberschenkelinnenseite war eine Verdickung zu fühlen und wir wollten nun genau wissen, was genau das Problem ist und wie der Knochen aussieht. Es gelang uns, Bono für die Röntgenbilder so zu fixieren, dass wir ihm die Narkose ersparen konnten. Leider wird Bonos Bein nie mehr vollkommen hergestellt werden können, denn er muss irgendwie gestürzt oder mit einem anderen Hund sehr stark zusammengeprallt sein, dass sein Oberschenkel gebrochen war. Die Bänder im Knie sind auch gerissen. Eine Operation ist notwendig, die wir aber in Deutschland durchführen lassen müssen. Dafür wäre es ideal, wenn wir für Bono eine Pflegestelle im Großraum Frankfurt am Main finden würden! Sein Bein kann nicht mehr komplett wieder hergestellt werden, er wird mit leider mit seinem nun kleinen Handicap leben müssen, aber wir hoffen, ihm durch die Operation wenigstens mehr Stabilität im Knie geben zu können, indem die Bänder wieder in Ordnung gebracht werden.

 

Übrigens hat Bono sich ganz tapfer geschlagen! Während wir auf die Entwicklung der Röntgenbilder warteten, gingen wir mit Bono um die Ecke und über einen Gemüsemarkt, auf dem sich viele Menschen bewegten. Wenn man sich vorstellt, dass Bono seit seinem Welpenalter im Tierheim ist und noch nie etwas anderes gesehen hat, hat er das so wunderbar gemacht und ist mit mir durch enge Gänge an Gemüseständen und vielen Menschen vorbeigelaufen.

 

Danach wurden noch unser Taro und unsere Nelli geröntgt – die ebenfalls beide schön mit über den Markt liefen!

Nelli hatte als Welpe eine Oberschenkelfraktur und wurde operiert. Ein Pin wurde leider absolut unsachgemäß in ihren Oberschenkel eingebaut, der vermutlich ihre Fehlstellung verursacht. Man kann den Pinn nach einer so langen Zeit nicht mehr entfernen, da er fest im Knochen sitzt und selbst, wenn man ihn entfernen würde, könnten wir Nellis Fehlstellung nicht mehr korrigieren. Nun wissen wir aber wenigstens genau, was ihr Problem ist.

 

Bei dem armen Taro sahen wir, dass noch viele Kugelsplitter von den Schüssen in ihm stecken. Der arme Hund, er war gerade einmal wenige Monate jung als er angeschossen wurde! Bei der Operation seines Beins wurde ein Draht verwendet, der noch in seinem Bein ist. Taro zeigt keine Schmerzhaftigkeit, er spielt mit seinen Hundekumpels und geht auch gerne spazieren.

   

Nachmittags operierte Roger noch den Nabelbruch von Benji, den wir entdeckt hatten und wir reinigten ihn in diesem Zuge auch sofort die Zähne. Benji ist also reisebereit, wenn sich noch vor dem Winter jemand in ihn verlieben sollte!

 

Gabi und Benjamin kümmerten sich um die Hunde, führen sie aus und pflegten das Fell. In den Genuss kamen u.a. Benji vor seiner Operation, wobei der Nabelbruch entdeckt wurde, Tibo mit seinem dicken Bärenfell und Fee, die sich im Tierheim sehr unwohl fühlt und immer in ihre Hütte zurückzieht. Nach der Fellpflege war sie nicht mehr wiederzuerkennen! 

 

Benjamin mit Moses
Benjamin mit Moses

Die beiden holten auch einen neuen, großen Hund aus dem Auslauf, der ganz dickes und teilweise verfilztes Fell hatte. Er heißt nun Moses (siehe Foto)! Durch sein dichtes Fell sah man nicht, wie dünn er eigentlich war, aber beim Kämmen fühlte man es. Das war für uns ein eindeutiges Zeichen, dass er unbedingt mit einem 4D-Test getestet werden sollte. Wenn im Tierheim Hunde, obwohl sie genug zu fressen bekommen, sehr abmagern, ist das oft ein Zeichen für eine Ehrlichiose oder Anaplasmose. Der Test zeigte genau das an: Moses ist Ehrlichiose positiv und wir fingen umgehend mit seiner Behandlung an!

 

Auch bei Tibo hatten wir schon bei unserem letzten Aufenthalt festgestellt, dass er extrem knochig war. Bei Tibo war der Test positiv auf Dirofilarien, was in Schumen zum Glück nicht oft vorkommt. Wir hatten aber in den letzten dreieinhalb Jahren seit der Tierheim-Übernahme etwa 4 oder 5 Fälle von Herzwurm. Wir hatten aus Medikamente für die Behandlung besorgt und konnten nun seine Behandlung beginnen. Roger hörte sein Herz ab um zu sehen, ob der Ton auffällig oder normal ist. Zum Glück war der Herzschlag unauffällig, so dass wir es wagen konnte, Tibo zu therapieren.     

 

Nach dem langen Tag im Tierheim haben wir noch Tiere zur Kastration gefangen: beim Kaufland, in dem wir immer unser Frühstück für den nächsten Tag kaufen, zwei weibliche Katzen; eine dreifarbige und eine schwarze Katze, die dort abends auf die Kunden warten und viele Leckerbissen abstauben. Vor dem Restaurant Primo, in dem wir zu abend essen wollten, fingen wir noch eine knapp unter einjährige, unkastrierte Hündin. Nun waren unsere Boxen, die wir im Auto hatten, voll und Benjamin und Roger fuhren zum Tierheim zurück, um die gefangenen Tiere dort abzusetzen und leere Transportkisten zu holen. Der Freund der Hündin war anfangs ängstlicher, aber in der Zwischenzeit lockten Gabi und ich ihn mit Leckerli an und er ließ sich sogar streicheln. Als die beiden Männer zurück waren, konnten wir den jungen Rüden auch noch fangen. Nach dem Essen schnappten wir noch einen unkastrierten Kater und ein junges Kätzchen, das etwa 6 Monate alt sein dürfte und dessen Mutter wir im Juni kastriert hatten.

Nach dieser erfolgreichen Fangaktion war es spät und wir beendeten den Tag mit einem guten Gefühl, viel erreicht zu haben.

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 17. Juni bis 1. Juli 2018

Gabis ganz persönlicher Reisebericht

 

Für mich geht es nun zum dritten Mal nach Bulgarien - ins Tierheim nach Schumen. Ich bin schon so aufgeregt, was wird mich diesmal alles erwarten..... .

 

Von Frankfurt aus fliegen wir zu Dritt nach Varna, wo wir noch zwei weitere ehrenamtliche Helfer aus Hamburg treffen. Gemeinsam fahren wir vom Flughafen ca. 1 Stunde weiter nach Schumen, wo wir den Reisetag nach einem gemeinsamen Essen in unseren Hotels beschließen.

 

Am nächsten Morgen geht los zu den Tieren, endlich. Für mich ist das Betreten des Tierheimes immer ein sehr emotionaler und besonderer Augenblick. Gleich im Auslauf neben dem Eingang ist mein Patenhund Fips untergebracht. Ich freue mich so sehr, ihn munter und guter Dinge zu sehen. Er gilt als nicht vermittelbar, da er in manchen Situationen beißen würde. Alle Hunde bellen als wir "fremden Eindringlinge" das Gelände betreten. Das wird sich bald geben, denn wir gehören schnell dazu.

 

Wenn ich das erste Mal durch die Ausläufe gehe, bin ich immer wieder völlig überwältigt. Alle Hunde drängen sich an den Zaun und meine hingestreckte Hand wird abgeleckt. Die nächsten zweit Wochen sind ausgefüllt mit Gassigehen, Kämmen, Filz herausschneiden, schüchterne Hunde einfach nur herausholen und streicheln. Kranke und zu dünne Tiere pflegen und zusätzlich mit Naßfutter versorgen.

 

Aber auch traurige Momente sind leider an der Tagesordnung. So wurden diesmal acht viel zu junge Welpen ohne Mutter abgegeben, die von den Mitarbeitern gleich mit Welpenmilch versorgt wurden. Aber können sie ohne Mutter überleben?

 

Manche Hunde liegen einem besonders am Herzen. Natürlich sind alle große Schätze, aber einige rühren einen eben ganz besonders. So wurde vor einiger Zeit die kleine Cockerspanielhündin „Cocki“ im Tierheim von einem Schuldirektor abgegeben. Einfach so. Völlig verwahrlost, verfilzt und leider überaus agressiv. Ich gehe zum Auslauf und sie fletscht die Zähne, bellt und knurrt. Ist außer sich. Mittags gegen 12.00 Uhr ist Fütterungszeit. Ich habe mir etwas Trockenfutter genommen und gehe zu Cocki. Sie knurrt und knurrt. Doch durch den Zaun nimmt sie zähnefletschend Futter aus der Hand. So geht es ein paar Tage. Dann, auf einmal, geht's auch ohne knurren. Sie steht am Zaun und wartet. Jetzt gibt es auch noch leckere Kaustängelchen. Das Tier wird vielleicht niemals vermittelt werden können, sich vielleicht nie anfassen lassen. Aber diese kleinen Momente sind unbeschreiblich und machen mich glücklich.

 

Ich bitte die Mitarbeiter, mir Fips rauszuholen. Sie lachen, gehen zu dritt in den Auslauf und versuchen ihn zu fangen. Ich schaue erst gar nicht zu und warte mal ab. Dann kommt Zlatina lachend mit Fips an der Leine raus. Ich gehe mit ihm spazieren und ich darf ihn kämmen und ihm den Filz abschneiden. Geht doch. Wenn erstmal die Leine dran ist, ist er sooo lieb.

Die zwei Wochen vergehen wie im Flug. Ich bin wieder daheim in Deutschland. Neben mir liegt meine kleine Bella und schläft. Schön wieder beim eigenen Hund zu sein und doch: Im Herzen bin ich auch bei Cocki, Fips und allen anderen Schätzen im Tierheim in Schumen.

 

25. Juni 2018

 

Wir sind nun schon wieder seit einer Woche in Schumen und bisher – wie immer – noch nicht dazu gekommen, einen Reisebericht zu verfassen. Die Aufgaben sind einfach zu viele und auch abends nach dem Tierheim gibt es noch Arbeit für uns. Vierzehn-Stunden-Tage sind während unserer Aufenthalte völlig normal, aber die Zeit vergeht wie im Fluge.

 

Dieses Mal waren wir mit einem besonders großen Trupp von Ehrenamtlichen unterwegs. Am Sonntag, 17. Juni 2018, trafen wir uns um 19 Uhr am Flughafen in Varna: Anke, Gabi und ich kamen aus Frankfurt, Claudia und Benjamin aus Hamburg. Die Ankunftszeiten lagen nur 30 Minuten auseinander, was ideal war. Wir fuhren gemeinsam nach Schumen und gingen noch etwas essen.

 

Am Montag morgen ging es dann los: Vollbepackt mit Taxis ins Tierheim! Claudia und Benjamin wollten unseren Katzen ein schönes Katzenzimmer herrichten. Material hatten wir vorher schon besorgt, so dass die beiden sich sofort an die Arbeit machen konnten. Wir waren überrascht, wie schnell sie waren: am ersten Nachmittag war das Zimmer schon fertig! Ich bin ganz begeistert von dem tollen Kletterregal mit ausreichend Liegemöglichkeiten und Verstecken! Im Moment haben wir zum Glück nur wenige Katzen, aber auch den wenigen gefällt ihr neues Zimmer.

 

Anke, Gabi und ich nahmen ein paar Hunde aus den Ausläufen, um sie auszuführen, besser einschätzen zu können und Fotos zu machen. Die langhaarigen Hunde haben noch ihr dickes Winterfell, dass teils lose aus dem neuen Fell heraushängt, aber nicht einfach so abfällt. Viele Hunde kamen in den Genuss der Fellpflege, wurden gekämmt und von verfilzten Knoten befreit. Es ist erstaunlich, wie geduldig viele sich kämmen lassen, obwohl es ziept und oft auch unangenehm ist. Aber für viele der Hunde ist es der pure Genuss, weil sie im Mittelpunkt stehen, die volle Aufmerksamkeit bekommen, wenn auch nur für den Moment des Kämmens, sie spüren Hände und bekommen Streicheleinheiten. Viele legen sich einfach auf den Rücken und entspannen total.

 

Nachmittags, als Claudia und Benjamin mit der Arbeit im Katzenzimmer fertig waren, gingen wir gemeinsam mit größeren Hundegruppen Gassi. Vier Hunde auf einmal aus den Ausläufen zu holen ist einfach toll, denn so bekommen viele die Chance, einmal einen kurzen Spaziergang machen zu dürfen!

 

 

Nun hoffen wir natürlich, dass viele unserer Schützlinge aufgrund der neuen Fotos ein Zuhause finden!

 

Gleichzeitig brachte Beisim einige Tiere zu unserem externen Partner-Tierarzt, da Dr. Hristov zwei Wochen Urlaub hat. Joyce leidet seit langer Zeit an einer Krankheit, von der wir dachten, es sei Papillomatose. Dabei bilden sich kleine “Warzen” im Mundbereich. Vier weitere Hunde waren im vergangenen Jahr davon befallen, bei denen die normale Therapie aber anschlug und alle Warzen verschwanden. Bei Joyce half es leider nicht und die Wucherungen wurden immer schlimmer, deswegen könnte es auch eine andere Krankheit sein. Joyce fühlte sich überhaupt nicht mehr wohl, sie zog sich immer mehr zurück. Wir ließen eine Biopsie entnehmen, haben sie in ein deutsches Labor geschickt und warten nun auf Antwort. Bitte haltet Joyce die Daumen, dass es nichts Schlimmes ist: Denn dann hat sie ihre Pflegestelle schon sicher und darf auf dem nächsten Transport nach Deutschland kommen, um dort behandelt zu werden!

 

Abends nach der Arbeit fuhren wir gemeinsam in ein Restaurant um abend zu essen. Wir saßen draußen und sahen viele Katzen um das Restaurant. Eine dreifarbige Katze kam zu uns, die wir im vergangenen Jahr haben kastrieren lassen. Das haben wir an dem leicht gekürzten Öhrchen erkannt. Sie lebt um die Ecke vor einem Supermarkt. Bevor wir das Tierheim verlassen, packen wir immer noch Transportboxen ins Auto, damit wir Katzen einpacken und am nächsten Tag zur Kastration bringen können, wenn uns welche über den Weg laufen. Am nächsten Morgen fingen Claudia und Benjamin zwei Katzenmädchen und am Mittwoch noch einmal zwei Kätzinnen. Diese sind mittlerweile kastriert und wieder an ihren Plätzen.

 

 

Am Dienstag hatten wir den ganzen Tag Zeit, um uns um die Hunde zu kümmern. Es ist einfach toll, ein so großes Team von deutschen Ehrenamtlichen vor Ort zu haben, weil wir viel mehr bewegen und viel mehr Hunde die Chance bekommen können, ausgeführt zu werden.

 

 

Mittags stand eine Mutter mit zwei Kindern vor dem Eingangstor. Das Mädchen hatte ein Kätzchen gefunden, das in ihrer Schule in ein Loch gefallen war. Die liebe Familie hat sogar Milchpulver gekauft, um das Kätzchen zu versorgen und dem Tierheim gespendet. Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen ein Not leidendes Tier aufnehmen und den Weg ins Tierheim machen. Für uns ist das einer der wichtigsten Erfolge: dass die Menschen vor Ort das Tierheim “annehmen”, hilflose, kranke oder verletzte Tiere dort hinbringen. Nur einige Schumener haben ein Auto, manche kommen sogar mit dem Taxi.

 

Der kleine Kater jedenfalls ist quietschfidel und scheint gesund zu sein; er sitzt nun bei einer Katzenmutter, die selbst ein kleines Kitten hat. Er fühlt sich aber in der Quarantänebox gar nicht wohl, denn er klettert den ganzen Tag an der Gittertür hoch und schreit. Leider können wir ihn aber nicht zu den anderen Katzen im Zimmer setzen, denn das geht erst, wenn er groß genug und geimpft ist. Vor allem müssen wir auch die Katzen, die zur Vermittlung stehen, schützen, weil sie alle schon auf FIV und Leukose getestet und gesund sind.

 

Danach hatten wir Zeit, um einige behinderte Hunde rauszunehmen und in einen größeren Auslauf zu setzen, der weiter vorne am Gebäude ist. So haben die Hunde noch mehr Kontakt zum Menschen und können besser beobachtet werden. Der große Auslauf vor dem Gebäude ist ideal für schwächere Hunde, denn man sieht sofort, wenn etwas nicht stimmt. Später wurde Futter geliefert und in die Futterkammer gebracht.

 

Nach dem Arbeitstag im Tierheim fuhren Anke, Benjamin, Claudia, Gabi und ich zum abend essen mit Radila und Zafar, zwei Tierschützern aus Schumen. Nach dem essen wollten wir wieder Katzen zur Kastration fangen, allerdings waren fast alle Mütter säugend und ihre Kitten zu klein, als dass wir sie hätten fangen und kastrieren lassen können. Es ist schlimm, es gibt einfach zu viele Kitten und diese sind oft schlimm krank, haben eitrige Augen, die nach einiger Zeit oft “auslaufen”. Sie leiden und sterben langsam. Es ist grausam. Jede Kastration rettet über die Jahre unzählige Leben, weshalb es uns bei Grund zur Hoffnung e.V. eine Herzensangelegenheit ist, dieses Elend im Vorfeld zu verhindern. Das schlägt sich auch in unseren hohen Kastrationszahlen nieder.

 

So, nun geht es ins Tierheim. Fortsetzung folgt (hoffentlich bald…)

 

 

 

26. Juni 2018

 

Am Mittwoch morgen vor der Arbeit haben Claudia und Benjamin wieder zwei weibliche Katzen zur Kastration gefangen!

Im Tierheim gibt es immer unendlich viel zu tun und wir haben wieder Hunde ausgeführt, Fotos gemacht, die Hunde gekämmt. Bei neuen Hunden lesen wir zusätzlich die Chipnummer aus, messen die Höhe und schätzen das Alter.

 

Mittags brachte ein Pärchen zwei Welpen. Ihr Hund, der Vater, ist ein Husky, die Mutter muss eine größere Hündin sein, natürlich unkastriert, die ihrem Vater gehört. 5 kleine, aber groß werdende Welpen kamen heraus. Drei davon hat sie bei Nachbarn “loswerden” können, aber die anderen beiden, ca. 5-6 Wochen jung, konnten nun nicht länger bleiben. Es sind zwei ganz süße Mädchen, die herumtollen und sich zusammen in ihr Bettchen kuscheln. Wenigstens werden diese beiden Mädchen später keine Jungen zur Welt bringen, weil sie rechtzeitig kastriert werden.

Als ich die Frau darauf ansprach, dass sie ihre großen Hunde unbedingt kastrieren lassen sollte, sagte sie, da bräuchte sie ein anderes Auto, denn der Husky würde nicht in ihr Auto (einen großen Geländewagen) passen...

 

 

Der Tag verging viel zu schnell – denn am Donnerstag morgen würden leider Claudia und Benjamin schon wieder abreisen und Anke am Nachmittag.

 

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 20. Oktober bis 4. November 2017

 

Wir sind nun schon fast eine Woche in Schumen und es ist Zeit, einen kurzen Überblick über unsere Arbeit zu geben. Am 20.10.2017 sind wir um 4 Uhr aufgestanden und von Frankfurt nach Varna geflogen, wurden dort von einem unserer Angestellten abgeholt und sind direkt ins Tierheim nach Schumen gefahren, um uns dort einen ersten Überblick zu verschaffen.

 

Obwohl die Sonne scheint und es noch warm ist, ist es herbstlich und die gelben Blätter liegen überall auf dem Boden und in den Ausläufen. Die Hunde haben schon eine gute Portion Winterspeck zugelegt haben und sind somit für die kälteren Nächte vorbereitet. Sie machen einen guten Eindruck, spielen in der herbstlichen Nachmittagssonne und freuen sich – wie immer – sehr über Zuwendung.

 

Es gibt eine neue Mitarbeiterin im Tierheim, die ich im vergangenen Sommer kennengelernt habe als sie ins Tierheim kam und Hunde ausgeführt und Futter gespendet hat. Durch ihre Liebe zu den Tieren bringt sie die besten Voraussetzungen mit.

 

Am Wochenende war das Wetter wunderschön, die Sonne schien und es war ideal, um die Hunde auszuführen. Da alle unsere Hunde vor der Ausreise an Halsband und Leine gewöhnt werden, gibt es immer mehr als genug zu tun. Dieses Jahr wurden immer noch sehr viele Welpen ins Tierheim gebracht. Immer mehr Bürger wissen, dass es in Schumen das Tierheim gibt und bringen Welpen, Kitten, kranke und verletzte Tiere dorthin. Das ist ein großer Erfolg, denn in der Vergangenheit wurden diese oft entweder einfach auf die Straße gesetzt oder verletzte Tiere dort liegen lassen. Außerdem zeigt es, dass es in Schumen viele tierliebe Menschen gibt, die unserer Arbeit Vertrauen entgegenbringen und den Weg ins Tierheim nicht scheuen um die Kleinen zu retten.

 

Also führten wir einige Welpen und neue Hunde aus, lasen die Chipnummern aus, maßen die Schulterhöhe, schätzten das Alter und nahmen ein paar Stichpunkte über den Charakter auf. Die für uns wichtigste Arbeit vor Ort ist die Arbeit am Tier, um das Wesen so gut wie möglich einzuschätzen um dann den passenden Hund für Interessenten zu finden und sie bestmöglich auf ihr neues Familienmitglied vorbereiten zu können.

 

Abends nach der Arbeit im Tierheim packen wir Transportboxen ins Auto, Katzenfalle und Fanghandschuhe und machen uns auf zum “Katzenfang”. Es gibt Tausende von Straßenkatzen in Schumen, die sich natürlich eifrig vermehren. In vielen Ecken der Stadt werden die Katzen von den Anwohnern mit Futter versorgt und können so gut leben. Das Problem ist tatsächlich der Nachwuchs, der sich oft in den ersten Lebenswochen mit Katzenschnupfen infiziert, vereiterte Augen hat, dadurch ein Auge oder auch beide verlieren kann oder jämmerlich daran stirbt. Es ist ein Elend, die kranken und leidenden Kitten anzusehen und umso wichtiger ist es, dass wir diese Katzen kastrieren und dieses Elend der Jungkatzen im Vorfeld verhindern. 

  

Die Katzen bleiben nach der Kastration noch eine Nacht beim Tierarzt
Die Katzen bleiben nach der Kastration noch eine Nacht beim Tierarzt

Unser Ergebnis bis jetzt: Am Sonntag, 21. Oktober, haben wir abends einen dicken, fetten Straßenkater eingefangen. Er hatte ein großes Abszess an der Schläfe, das am nächsten Tag im Tierheim zuerst behandelt wurde. Sobald es abgeheilt ist, bringen wir den lieben Kerl an seinen Platz zurück.

 

Am Montag nach der Arbeit sind wir wieder losgezogen und konnten an einem Wohnblock drei liebe Kätzinnen fangen. Die Falle benötigten wir nicht, wir konnten sie einfach aufnehmen und in die Boxen stecken. Ein Mann saß am Fenster und eine Passantin kam vorbei. Wir erklärten ihnen, warum wir die Katzen mitnehmen würden und dass sie nach der Kastration wieder zurückgebracht würden. Viele Menschen sind skeptisch, wenn sie uns bei unserem “Einsatz” sehen, aber wenn man ihnen alles erklärt, verstehen sie das und es ist für sie in Ordnung.

 

Dienstag abend war unser bester Katzenfangtag. Wir waren mit Delyana, unserer Katzenpflegestelle, verabredet. Dazu kam Radila, eine sehr engagierte Tierschützerin, die seit über 20 Jahren Katzen für die Kastration fängt, aus ihrem Dorf, um uns zu helfen. Mit ihrer Erfahrung gelang es uns, zwei Kater, drei Katzen und noch eine Katze mit drei Kitten zu fangen. Wir entschlossen uns, die Mutter mit Kitten mitzunehmen, da es sich um 3 Mädchen handelte, die alle wieder Nachwuchs produzieren könnten. Im Moment sind sie noch im Tierheim untergebracht, damit die Mutter ihre Kleinen noch säugen kann. Nach der Kastration wird die Mutter auf ihren Platz zurückgebracht, die Kitten werden vermittelt. Leider war eines der Kleinen so schwach, dass es die erste Nacht nicht überlebt hat.

 

Am 26. Oktober nach dem Tierheim kam Radila wieder, damit wir gemeinsam unsere Aktion fortsetzen. Zunächst fingen wir 2 Kätzinnen an der Stelle, an der wir schon am Dienstag abend waren, und nahmen ein sehr krankes, junges Kätzchen mit, das dem Tierarzt vorgestellt wird. Danach fuhren wir weiter ins Stadtzentrum, denn Radila hatte von einer Bekannten gehört, dass an einer Stelle viele Katzen leben. Die Aktion war wieder erfolgreich, wir konnten eine rote Katzenmama fangen sowie zwei weitere Kätzinnen, die bei einem Supermarkt leben.

 

 

 

 

Teil 2 des Reiseberichts

 

Gleich am Montag, den 23. Oktober, fand vormittags im Tierheim eine Inspektion des Veterinäramts statt. Man kann sich kaum vorstellen, welch administrativer Aufwand hinter der Leitung eines Tierheims in Bulgarien steckt. Die zahllosen Dokumentationen nehmen so viel Zeit in Anspruch, die unsere bulgarischen Kollegen eigentlich für die Tiere einsetzen sollten… Aber es war die Anstrengungen wert, denn es gab keinerlei Beanstandungen!

 

Weitere wichtige Aufgaben, die wir während unseres Aufenthalts erledigt haben, waren u.a. die Umsetzung von Hunden. Da wir in den letzten Monaten viele Hunde in ihr neues Zuhause vermitteln und sie so das Tierheim verlassen konnten, waren in einigen Ausläufen nur noch 4 oder 5 Hunde, in anderen dafür bis zu 16. Wir überlegten, welche Hunde in welchen Gruppen gut aufgehoben wären und setzten diese um. Zudem wollten wir gerne einen weiteren Auslauf für die sehr ruhigen, älteren und schwächeren Hunde einrichten.

 

 

 

Es wurde zudem begonnen, das Tierheim auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Daria und Beisim besorgten Stroh für die Hütten, wir bewegten einige Hütten in die Ausläufe, in denen zu wenige Hütten standen. Es steht zwar nicht für jeden Hund eine Hütte zur Verfügung, aber in vielen Ausläufen gibt es gemauerte und überdachte Stellen, unter denen die Hunde vor Wind und Regen geschützt sind. Und es gibt einige Hunde, die unbedingt ihre eigene Hütte als sicheren Rückzugsort benötigen und die sollen sie auch bereit gestellt bekommen.

 

Außerdem haben wir sieben Tonnen Schotter bestellt, um die Ausläufe, die nass und matschig waren, winterfest zu machen. Es ist nicht gut, wenn die Hunde im Winter nass und voller feuchtem Matsch sind, denn so können sie krank werden und das gilt es – so gut wie möglich – im Vorfeld zu verhindern. Mit Hilfe des Schotters stehen die Hunde zumindest im Trocknen.

 

Insgesamt sind die Hunde aber gut auf den Winter vorbereitet: Sie haben etwas Übergewicht und teilweise überraschend glänzendes, weiches Fell. Das deutet darauf hin, dass es einem großen Teil des Bestands den Umständen im Tierheim entsprechend gut geht. Noch besser ginge es ihnen natürlich, wenn sie eine eigene Familie hätten…

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 28. Mai bis 11. Juni 2017

 

Nun bin ich schon über eine Woche in Schumen und komme endlich dazu, einen kurzen Bericht zu schreiben.

Am 28. Mai sind Selina und ich von Frankfurt nach Varna geflogen. Eine Freundin hat uns abends am Flughafen abgeholt und nach Schumen gefahren.

Am 29. Mai ging es morgens um 8 Uhr dann endlich los, auf ins Tierheim!

 

Nach einer ersten Runde über das Gelände und durch die Ausläufe haben Selina und ich einen Teil unserer to-do-Liste “abgearbeitet”. Wir wollten uns dringend Frodo ansehen, dessen Auge wir schon seit einiger Zeit beobachtet haben. Er litt unter einem Glaukom, das zwar behandelt worden war, aber sein Auge ist nicht besser geworden. Der Augendruck schien nach wie vor erhöht zu sein, da das Auge stark aus der Höhle stand. Erhöhter Augendruck kann sehr schmerzhaft sein, deswegen wurde Frodo gestern operiert und sein Auge wurde entfernt. Heute war er schon wieder richtig gut drauf, er ist freudig mit mir spazieren gegangen!

 

Selina und ich führten einige Hunde aus, für die wir Anfragen aus Deutschland hatten, um ein noch besseres Gefühl für sie zu entwickeln. Zudem gibt es seit Dezember viele neue Hunde, die ich noch nicht kannte. Auch diese Hunde haben wir mit Fotos und notwendigen Informationen in unserer Liste dokumentiert. Die Dokumentation beinhaltet den Auslauf, in dem sich der Hund aktuell befindet, den Namen des Tieres, die Ohrmarken- sowie Chipnummer, das Alter. Danach halten wir die Impfdaten fest, die erste, zweite und bei den Hunden, die schon länger im Tierheim sind, sogar die Impfung mit Daten und Impfstoff. Natürlich wurden auch Fotos von allen Hunden aufgenommen. Selina hatte ihre Kamera dabei und hat wunderschöne Momentaufnahmen von den Hunden geschossen.

 

Für mich war am ersten Tag noch einiges zu regeln. Wir haben einen neuen Tierarzt, Venci, der vormittags für Impfungen, zur Behandlung von kranken Hunden, regelmäßige Anti-Parasiten-Behandlungen, Transportvorbereitung und für Administratives zuständig ist. Nachmittags kommt Hristomir Hristov für zwei Stunden, in denen er hauptsächlich kastriert, aber auch andere notwendige Operationen durchführt und kranke und verletzte Tiere behandelt. Venci hat mir erklärt, wie die beiden Tierärzte die Aufgaben unter sich aufgeteilt haben, denn vorher arbeitete nur Hristomir im Tierheim.

 

Außerdem haben wir noch eine neue Mitarbeiterin, Ralitza. Sie ist Teil des Hundepfleger-Teams, das aus Pavlin, Velko, Svilen und Letcho besteht. Beisim ist unser Hundefänger, der in der Stadt unterwegs ist und verletzte oder unkastrierte Hunde fängt und ins Tierheim bringt. Außerdem wird er angerufen, wenn irgendwo ein Notfall ist. Dann muss er reagieren und erledigt diverse Einkäuft von Dingen, die für das Tierheim notwendig sind.

 

Dann ist natürlich unsere Tierheimleiterin da: Daria. Sie hat die Leitung im Dezember übernommen.

 

Und an dieser Stelle muss ich ein großes Kompliment an das Team aussprechen. Die Hunde waren seit unserer Übernahme noch nie in einem so guten Gesundheitszustand wie aktuell. Ein Grund dafür sind mit Sicherheit die Impfungen. Seit Dezember haben wir den kompletten Bestand noch einmal geimpft. Die regelmäßige Anti-Parasitenbehandlung, sowohl von Ekto- als auch Endoparasiten, trägt auch einen großen Teil dazu bei, dass die Hunde gut genährt und gesund sind. Die Anzahl der Todesfälle von Tierheimhunden konnte drastisch reduziert werden! Wir sind also auf einem guten Weg!

 

Trotzdem können wir uns nicht ausruhen und es gibt noch vieles, an dem wir noch arbeiten und das wir verbessern müssen. Aber Schritt für Schritt wird alles besser.

 

Nun habe ich schon wieder den nächsten Termin mit einem Ehepaar aus einem Dorf in der Nähe von Schumen, die sich schon lange aktiv für den Tierschutz einsetzen. Sie kamen letzte Woche ins Tierheim, um einen Samojeden abzugeben, den sie auf der Straße gefunden hatten. Sie hatten ihn schon impfen lassen und drei Wochen bei sich untergebracht. Sie wollten ihn eigentlich behalten, aber sie versorgen 18 Katzen, die auch bei ihnen wohnen, und der Hund hätte die Katzen zu gerne gefressen. So haben sie ihn schweren Herzens im Tierheim abgegeben und uns gebeten, für ihn ein schönes Zuhause in Deutschland zu finden. Vorhin haben sie mich angerufen und zum Abendessen eingeladen. Ich versuche, morgen wieder zu schreiben.

 

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 20. September bis 4. Oktober 2016

 

20. September 2016  -  1. Tag

 

Heute ging es schon früh los. Um 6:20 fand das Boarding statt und dann ging es von Frankfurt über Wien nach Varna. Und von Varna nach Schumen.

 

Kaum im Tierheim angekommen, bin ich sofort in meine "Arbeits-kleidung" inklusive Gummistiefel gesprungen und losgestapft. Ich wollte unbedingt sehen, wie es den Hunden geht und welche Hunde seit April neu ins Tierheim gekommen sind. Leider viel zu viele...

 

Ich bin in einige Gehege gegangen, habe erste Fotos gemacht und es einfach nur genossen, wieder bei den Hunden zu sein. 

 

Etwas traurig gestimmt hat mich, dass es wieder viele Welpen gibt - trotz unserer konstanten Kastrationszahlen. Dafür gibt es aber eine einfache Erklärung: Es werden nicht mehr nur Hunde aus Schumen gefangen und kastriert, sondern der Radius hat sich vergrößert und viele Hunde kommen aus den umliegenden Dörfern ins Tierheim. Die Bürger nehmen das Tierheim immer mehr an und oft werden Hunde oder Katzen abgegeben. Das ist allemal besser als dass die Tiere einfach auf die Straße gesetzt werden.

 

Egal, wohin man geht, an jedem Auslauf wird man so freundlich erwartet. Und natürlich dauert es seine Zeit, bis alle Hunde begrüßt sind und sich dann endlich fotografieren lassen. :)

 

Die Zeit des ersten Nachmittags verging viel zu schnell, ich hätte noch Stunden bleiben können. Aber so ist es ja immer.

 

Auf dem Weg ins Hotel sahen Maria und ich plötzlich ein kleines Kitten auf dem schmalen Grünstreifen zwischen den jeweils zweispurigen Fahrbahnen. Es war ganz durch den Wind, hatte große Angst und wusste nicht, wohin es sollte. Ein Stück vor, wieder zurück. Maria sprang aus dem Wagen und versuchte, auf den Mittelstreifen zu gelangen. Rush hour und viel Verkehr, aber Maria hat es geschafft. Doch plötzlich raste das Kätzchen los und überquerte die Straße. Auf der anderen Seite versteckte es sich neben einem Laternenpfahl im Gras, aber Maria zögerte nicht lange. Sie griff zu und hatte das Kleine gefangen. 

Zum Glück befinden sich immer Transportboxen im Auto, in die wir den Zwerg setzen konnten. Völlig verschreckt kauerte er sich in die hinterste Ecke. Morgen wird er untersucht werden.

 

Nach dem Abendessen ging es gleich wieder an den Computer, um die ersten Informationen zu verarbeiten. Nun ist es aber genug für heute. Also - dann bis morgen!

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 17.-25. April 2016

 

17. April 2016  -  1. Tag

 

Endlich wieder im Tierheim! Als ich mittags in Varna am Flughafen angekommen war, warteten unsere Tierheimleiterin Maria und ihr Mann schon auf mich. Es waren 32 Grad bei strahlendem Sonnenschein! Nach der knapp einstündigen Fahrt nach Schumen tauschten wir uns über Neuigkeiten aus – und dann ging es direkt ins Tierheim.

 

An der Gabelung zum Tierheim ist endlich ein neues Schild angebracht, das den Weg zum Tierheim weist! Und als wir ankamen, habe ich den neuen Anstrich des Tierheims bewundern dürfen! Maria hatte das Tierheim für ein Schumener Jugendprojekt angemeldet und die jungen Menschen haben die Außenwand mit bunten Motiven besprüht. Mit der neuen Farbe sieht es viel freundlicher aus als vorher. Besonders gut gefällt mir, wie sie das Eingangstor gefärbt haben! :- )

 

Es hat mich gefreut, zwei der mir bekannten und einen neuen Mitarbeiter begrüßen zu dürfen. Dann Kleiderwechsel und ab zu den Hunden!

 

Ehemals lagen einige größere Hunde, die teilweise nicht verträglich sein sollten, vor ihrer Hütte an der Kette. Heute gab es nur noch zwei. Für die beiden waren Laufleinen angebracht, was wir angeregt hatten.

 

Maria und ich sind die Gehege gemeinsam abgelaufen. Die Hunde in den Ausläufen machten einen sehr guten Eindruck. Die meisten der Hunde kenne ich mittlerweile persönlich, leider gibt es wieder jede Menge neue. Eine positive Entwicklung ist jedoch, dass mittlerweile manchmal sogar Menschen aus den Dörfern kommen und ihre Hunde, die sie nicht mehr wollen, im Tierheim abgeben anstatt sie auf der Straße auszusetzen. Das gibt uns die Möglichkeit, diese zu kastrieren und so zumindest die Vermehrung zu stoppen. Dann gibt es leider immer noch viele Welpen, die auf der Straße gefunden werden. Diese werden natürlich auch aufgenommen, um kastriert zu werden, sobald sie alt genug sind.

 

Schön war auch zu wissen, dass viele Hunde, die im vergangenen Jahr noch hier waren, es schon geschafft haben und in ihren Familien in Deutschland ein schönes Leben haben.

 

Nachdem die anderen Mitarbeiter Feierabend hatten, haben Maria und ich uns den ersten Auslauf vorgenommen und Informationen zu den neuen Hunden notiert. Während wir das gemacht hatten, ging ein Anruf ein, dass ein Hund angefahren worden sei. Die anderen Mitarbeiter waren nun schon weg, also rief Maria ihren Mann an und wir sind an die Unglücksstelle gefahren. Es war etwas schwierig, die genaue Stelle zu finden, aber nach mehrmaligem Nachfragen bei den Menschen, die vor ihren Häusern auf Bänken saßen und plauderten, hatten wir den kleinen Hund gefunden: Rosi.

Zwei Frauen standen auf der Straße und warteten schon, dass Rosi abgeholt würde. Sie lag regungslos auf der Wiese. Auf den ersten Blick konnten wir zumindest keine äußerlichen Verletzungen feststellen außer einer schon älteren, offenen Wunde an der Vorderpfote. Maria nahm sie auf den Arm, setzte sie in eine Transportbox im Auto und wir nahmen Rosi mit ins Tierheim. Dort wurde sie zuerst mit Antifloh- und -zeckenpuder eingepudert, da sie über und über voll mit Zecken war. Sie war ganz lieb und ließ alles brav über sich ergehen. Sie ist schon sehr alt und sollte sich nun erst einmal ausruhen nachdem festgestellt war, dass sie keine Brüche oder andere sichtbare Verletzungen hatte.

 

Danach machten auch wir Feierabend und beendeten den ersten Tag.

 

 

18. April 2016  -  2. Tag

 

Am Vormittag sind Maria und ich zunächst durch ein paar Gehege gegangen und haben Informationen zu einigen neuen Hunden festgehalten. Ich habe begonnen, Fotos von den Hunden aufzunehmen, damit sie später zusammen mit der Information auf die Website gestellt werden können.

 

Gegen 11 Uhr fuhren Pavlin und ich in ein Dorf etwa 20 Minuten außerhalb von Schumen, um Rockie zu besuchen, der im vergangenen Jahr aus dem Tierheim dorthin vermittelt wurde. Rockie war nicht nur für mich ein ganz besonderer Hund, der eine sehr traurige Geschichte hatte. Ohren und Schwanz wurden ihm abgeschnitten und wahrscheinlich hat er sein ganzes Leben ungeliebt an der Kette verbringen müssen. Trotzdem hat er sich seine Sanftmut erhalten und hat immer seine Streicheleinheiten genossen.

 

Rockie hat das Glückslos gezogen! Er lebt auf einem riesigen Bauernhof, dessen Eigentümer sich sehr gut um seine Tiere kümmert. Rockie lebt dort zwischen Schafen, Ziegen, Enten, Hühnern und Schweinen. Tagsüber darf er sich frei auf dem Hof bewegen und hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Es schien allerdings nicht, als ob er mich erkannt hatte. Aber das war nicht schlimm – denn Hauptsache, dem lieben Rockie geht es gut!

 

Als wir aus dem Dorf zurück ins Tierheim kamen, war Dr. Hristov schon beim Kastrieren. Es wurden zwei Hündinnen kastriert, die dann wieder auf die Straße sollen. Danach versorgte er die kranken Hunde. Rosi, der verunglückten Hündin, geht es einigermaßen. Sie ist sehr alt und ziemlich schwach, aber die alte Wunde an ihrer Pfote wurde verarztet und sie bekam einige Spritzen zur Stärkung für ihr Immunsystem.

Den Nachmittag verbrachte ich wieder mit den Hunden. Eine alte Hündin, die im Auslauf so lieb war, nahm ich mit auf einen Spaziergang. Die restliche Zeit hielt ich mich im Auslauf der Junghunde auf, um ein Gefühl für sie zu bekommen und sie besser einschätzen zu können. Viele Hunde benötigen dringend Fellpflege, was im Tierheim bei 400 Hunden leider nicht möglich ist. Einigen Hunden habe ich die verfilzten Stellen herausgeschnitten oder sie gekämmt. Überraschenderweise genießen viele die Fellpflege, obwohl es zwickt und ziept. Die Zeit ist gerast und schon war der Tag wieder vorbei...

 

 

21. April 2016  -  5. Tag

 

Nun sind schon wieder drei Tage vergangen und es gab so viel zu tun. Abends sitze ich an den Updates zu den Hunden und komme nicht dazu, den Reisebericht fortzusetzen. Heute aber...

 

Am Dienstag holte Pavlin mich wie jeden Morgen ab und wir fuhren direkt los, um einen verunfallten Hund abzuholen. Ein Notruf war eingegangen und wir fuhren durch Schumen an die genannte Stelle. Ein Kioskbesitzer und sein Sohn hatten die Meldung gemacht und waren an der Stelle. Der Hund lag regungslos da. Er schien schon alt zu sein, äußerlich konnte man keine Verletzungen sehen, aber besonders schlimm sind die inneren Verletzungen. Pavlin versuchte zunächst, den Hund zum Aufstehen zu bewegen und in Richtung Auto zu laufen, ein paar Schritte hat der Hund gemacht, sich dann aber wieder hingelegt. Also hat Pavlin den Hund die letzten Meter getragen und in die Box gesetzt. Was ich an Pavlin wirklich bewundere ist, wie gut und souverän er mit den Hunden umgeht. 

 

Den Rest des Tages war das übliche Programm angesagt: fotografieren, Informationen zu den Hunden sammeln, messen, einige Hunde kämmen oder spazieren führen: Marty, Malin, Stina, Bruno, Clara, Riko. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Hunde auf Halsband und Leine reagieren. Während Marty, Malin und Bruno überhaupt kein Problem damit hatten, bewegte Riko sich keinen Schritt vorwärts. Es war ihm so unheimlich, dass er sich auf den Rücken schmiss und sich den Bauch hat kraulen lassen. Gestern war Riko schon ein bisschen entspannter und wir kamen immerhin ein Stück voran.

 

Die Anzahl der Kastrationen ist seit einiger Zeit gut angestiegen. Dr. Hristov hat fast täglich Hunde zur Kastration, am Dienstag waren es drei Hündinnen aus einem Dorf, die nach der Operation dorthin zurückgebracht wurden.

Gestern hatten wir überraschend Besuch von einer deutschen Veterinärmedizinstudentin, die in Schumen beim einem Tierarzt für Großtiere ihr Praktikum macht. Dr. Hristov hat ihr einiges erklärt und sie hat ihm assistiert. Auch heute war sie zu unserer Freude wieder da und zeigte großes Interesse an der Arbeit im Tierheim. Wenn sie Zeit hat und nicht arbeiten muss, wird sie am Wochenende wieder kommen.

 

Gestern war ein ekelhafter Tag: grau, kalt, Regen. Also habe ich einen Teil des Tages in den Innenräumen und u.a. Zeit mit den Katzen verbracht und sie fotografiert. Zur Zeit befinden sich über 20 Katzen im Tierheim: eine Katzenmutter mit 4 Babys, eine Mutter mit ihrem einen eigenen Baby, die 4 Findelkinder aufgenommen hat und versorgt, vier junge Tiger-Kätzchen und 6 weitere Katzen. Dazu kam gestern noch ein dreibeiniger Katers ins Tierheim. Er war vom 9. Stock eines Hauses gestürzt und ein Bein musste amputiert werden. Der behandelnde Tierarzt hat um Hilfe gebeten, weil der Kater nicht mehr in sein Zuhause zurück konnte. Und es gibt noch einen schwarzen Kater, der einen schweren Autounfall hatte und ein Hinterbein sowie seinen Schwanz verloren hat.

 

Mittags sind Pavlin und ich losgefahren, weil ich Mali besuchen wollte, der im vergangenen Jahr in Bulgarien vermittelt wurde. Wir sind zu einem großen Fabrikgelände gefahren. Es war wie eine Zeitreise. Dort stand u.a. ein verlassenes Gebäude, in dem es aussah, als ob es in aller Eile und völlig überraschend verlassen wurde. Auf dem ganzen Gelände war weit und breit kein Mali zu sehen. Auch seine Adoptanten waren nicht da – also werden wir es morgen noch einmal versuchen. 

Dann war ich mit Siri Gassi, die ganz dringend ein Zuhause sucht, da sie die Kleinste im Auslauf ist und von den anderen gemobbt wird. Sie zieht sich immer hinter den Baumstamm zurück und fühlt sich im Tierheim überhaupt nicht wohl. Dabei ist sie so lieb und sanft und freut sich über menschliche Zuwendung.

 

Nachmittags haben Maria und ich einigen Hunden die Krallen geschnitten, deren Krallen viel zu lang waren und bei einigen Hündinnen die Kastrationsfäden gezogen. Und dann war auch der Mittwoch schon wieder vorüber.

 

  

22. April 2016  -  6. Tag

 

Heute war einiges los im Tierheim. Als ich morgens ankam, habe ich mich – wie immer – erst umgezogen und bin sofort mit der Kamera losgestiefelt, um von Hunden in den letzten Gehegen, in denen ich bisher noch nicht war, Fotos zu machen.

 

Besonders interessant war es zu beobachten, wie einige Hunde sich seit meinem letzten Besuch verändert hatten. Wenn ein Hund nun in einem neuen Rudel ist, weil er z.B. im alten Rudel gemobbt wurde, ist er viel offener und fröhlicher. Wenn man sich eine Weile in dem Auslauf aufhält bekommt man recht schnell ein Gefühl dafür, wie die Rangfolge unter den Hunden geregelt ist. Leni z.B. war im vergangenen Jahr in einem anderen Rudel. Sie wurde ständig von einer ihrer Schwestern zurückgedrängt und machte einen ruhigen Eindruck. Jetzt lebt sie im Auslauf mit den behinderten Hunden zusammen und fühlt sich pudelwohl! Sie scheint wie befreit. Sie springt durch das Gehege, hat eine enorme Bewegungsfreude und kommt sofort auf den Menschen zu.

 

Danach waren Marty und ich mit einigen Hunden spazieren. Heute war unser dritter Versuch Riko auszuführen und wir hatten Erfolg. Es kostete etwas Überzeugungsarbeit mit Würstchen, aber er ist das erste Mal gelaufen! Immer noch ängstlich und in geduckter Haltung, aber Schritt für Schritt ging es besser. Nach kurzer Zeit fand er es richtig interessant, nach was es dort draußen alles roch und fing an zu schnuppern. Aber bei jedem Geräusch, das für ihn erst einmal ungewohnt war, und bei jedem vorbeifahrenden Auto oder fremden Menschen, der an uns vorbeilief, duckte er sich und beobachtete zunächst. Ich denke, man kann es damit vergleichen, wie es ist, wenn ein Baby die Welt entdeckt und mit seinen Händen „erfasst“.

 

Als wir gerade mit Riko unterwegs waren, hielt ein Taxi neben uns. Wir bekamen Überraschungsbesuch: die deutsche Veterinärmedizinstudentin!

 

Dann waren wir noch mit Johny Gassi. Er wartet schon lange im Tierheim auf ein Zuhause und ich kann überhaupt nicht verstehen, warum sich noch niemand für ihn interessiert hat. Im Hunderudel fühlt er sich nicht wohl und zieht sich zurück. Beim Gassigang habe ich Johny das erste Mal „lächeln“ gesehen. Er schien so glücklich, ist mit seinen kurzen Beinchen voller Lebensfreude losmarschiert. Er läuft vorbildlich an der Leine und nun hoffe ich, dass er auch bald liebe Menschen findet, die ihn aus dem Tierheim holen.

 

Und Sara, eine neue Drahthaar-Hündin, habe ich auch noch ausgeführt. Sara stellen wir auch bald auf unserer Homepage vor.

 

Ein Schumener Bürger hat einen Rüden zur Kastration vorbeigebracht und abends wieder abgeholt. Der Hund lebt bei seinem Häuserblock und ist nun wenigstens kastriert! Es freut mich jedes Mal wieder zu sehen, dass einige Bürger das Angebot des Tierheims annehmen, sei es, um einen Straßenhund zu kastrieren oder um einen ungewollten Hund abzugeben. Denn diese Hunde landen dann wenigstens nicht unkastriert auf der Straße.

 

Vor dem Tierheim wurde ein Welpe ausgesetzt. Einer der Mitarbeiter hat ihn entdeckt. Er war ganz verängstigt. Velko hat ihn mit Würstchen gelockt und eingefangen. Es ist ein kleiner Rüde, der jetzt noch separat sitzt, damit er die anderen Welpen nicht ansteckt, falls er krank sein sollte.

 

Pavlin hatte heute einen richtig anstrengenden Tag. Er hat 9! Hunde zur Kastration gefangen! 7 Hunde sind aus einem Dorf. Sie werden am Montag kastriert und danach wieder an ihre Plätze zurückgebracht.

 

Und es ist noch etwas Rührendes passiert: Im Tierheim ist eine Mutterkatze, die ein Baby hat. Vier Kitten waren in eine Box gepackt in einem Müllcontainer entsorgt worden. Eine Frau fand sie und brachte sie ins Tierheim. Die Mutterkatze hat die 4 Findelkinder, deren Augen noch geschlossen waren, angenommen und versorgt nun 5 Babys. Die Frau, die die Kätzchen gefunden hatte, kam, um die Kleinen zu besuchen und nach ihnen zu sehen. Sie hatte Katzenfutter und Wurst mit dabei. Ich fand das rührend, denn es zeigt, dass sie sich wirklich um die Kleinen sorgt und sich hoffentlich in der Zukunft, wenn sie wieder Tiere in Not sieht, jederzeit an das Tierheim wendet.

 

 

 

25. April 2016  -  9. Tag

 

Und schon wieder sind drei Tage vergangen und ich habe es nicht geschafft zu berichten. Wichtiger erschien es mir, einige der vielen neuen Hunde online zu stellen, damit sie sofort die Chance haben, ein Zuhause zu finden.

 

Am Samstag war größtenteils mit der Dokumentation der Hunde „Routinearbeit“ angesagt. Fotografieren, messen, beobachten und die Hunde einschätzen. Man bekommt ein besseres und genaueres Gefühl für die Hunde, je mehr Zeit man in den Ausläufen verbringt. Anfangs sind die Hunde total überdreht, springen an einem hoch, wollen Aufmerksamkeit. Erst nachdem sich die anfängliche Euphorie gelegt hat, zeigen die Hunde ihr normales Verhalten im Rudel. Deswegen benötigt man für die Dokumentation viel Zeit.

 

Zudem habe ich gemeinsam mit Marty Raja und Joyce zu ihren ersten Spaziergängen ausgeführt. Raja hatte kein so großes Interesse am Laufen. Sie ist auf die andere Straßenseite ins Gras gegangen und hat sich dort niedergelassen. Weiterlaufen – warum??? Es ist interessant zu beobachten, dass fast jeder Hund, der ausgeführt wird, sich die Grasstellen sucht und umgehend Gras frisst. In den Gehegen haben sie nicht die Möglichkeit Gras zu fressen – umso erstaunlicher, dass sie es instinktiv machen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Es war vielen der Hunde in dem Moment sogar wichtiger als zu laufen.

 

Dann gab es noch eine besondere Überraschung. Nachdem Pavlin und ich vor einigen Tagen Mali besuchen wollten, auf dem Grundstück aber weder ihn noch seine Familie angetroffen haben, hatte Maria bei der Familie angerufen. Am Samstag standen plötzlich Vater, Mutter, Sohn und Mali vor dem Hoftor des Tierheims!

Mali hat einen tollen Eindruck gemacht. Er war sehr staubig und schmutzig, aber das kommt daher, dass er immer frei herumstreunen kann! Anfangs hatten sie eine Laufkette für ihn angebracht, aber bald ließen sie Mali laufen und er kommt immer wieder. Mali hat großes Glück gehabt, bei so einer lieben Familie einziehen zu dürfen!

 

Am Sonntag war wieder das übliche Programm angesagt. Morgens führte ich Cora und Theo aus. Als ich Nori gerade zu einem Spaziergang rausgeholt hatte, kamen zwei Jugendliche: Ivo und Danitza. Sie wollten helfen und wir haben danach Wicki, Luna und Deana zu einem Spaziergang mitgenommen. Die beiden sind sehr lieb mit den Hunden umgegangen und sagten, sie würden wiederkommen um Hunde auszuführen.

Am Nachmittag bat ich Svilen, der handwerklich sehr begabt ist, ob er im Katzenzimmer einen zweiten Catwalk anbringen könnte. Das hat er umgehend getan, worüber ich mich sehr gefreut habe.

 

Heute habe ich die Hunde aus den letzten beiden Gehegen dokumentiert und hatte danach wieder Zeit, einige Hunde an die Leine zu gewöhnen. Nori, Joyce, Marasha und Nasca. Nori war schon etwas aufgetaut, Joyce lief ohne Probleme und Marasha lief auf dem Hinweg sehr gut, wollte sich auf dem Rückweg aber keinen Schritt mehr vorwärts bewegen.

 

Mittags kam Lina, die Tiermedizinstudentin, wieder! Sie hat Dr. Hristov bei den Kastrationen zugesehen, bei Rosy den Verband an ihrer Vorderpfote gewechselt und wieder viel Zeit bei den Katzen verbracht. Eine Katze hat sie sich ausgesucht, die sie adoptieren möchte!

 

Der Tag verging wie im Flug und nun ist meine Zeit in Schumen leider auch schon wieder vorüber. Aber ich plane bald zurückzukommen!

 

 

 

Reise nach Schumen, Bulgarien vom 9.-16. September 2015


Früh morgens nahmen Roger Wagner, der Tierarzt, der unseren Verein und die Hunde und Katzen unterstützt, und ich den Flieger von Frankfurt nach Varna und wurden - wie bei unserem letzten Besuch auch - von Nencho und diesmal von Kathi, einer ehrenamtlichen Veterinärmedizin-Studentin aus Deutschland, am Flughafen abgeholt. Wieder ging es auf direktem Weg ins Tierheim.


Nach nur knapp 15 Minuten im Tierheim kam ein Fernsehteam und einige Reporter ins Tierheim, da am frühen morgen ein kompletter LKW mit Sachspenden aus Deutschland angekommen war. Er beinhaltete unter anderem die Materialien für den Bau der Quarantäne-Station (Gittertore, verzinkte Stangen und Kunststoffpanele), Werkzeuge, medizinische Geräte, Körbe für Hunde und Katzen, Futter, Kratzbäume, Wärmelampen für die Katzen im Winter, Decken und Handtücher uvm. Zudem war ein Velo-EKG-Gerät als Spende für ein lokales Krankenhaus dabei.

 

Nachdem der Trubel wieder verebbt war, gingen wir eine Runde durch die Gehege. Die Hunde befanden sich in einem sehr guten Zustand, die meisten hatten den Fellwechsel endlich (!) hinter sich gebracht und sahen sehr gut aus.


Die deutsche Studentin und die Tierheimleiterin Maria brachten uns auf den aktuellen Stand und informierten uns über die Arbeit der vergangenen Wochen. Unser großes Impf- und Antiparasiten-Programm war angelaufen und die erste "Impfrunde" schon abgeschlossen. Hierfür benötigen wir DRINGEND noch Spenden, denn dieses Programm wird uns um die 12.000 Euro kosten!


Am kommenden Tag bereiteten Roger Wagner und Kathi, die Tiermedizin-Studentin, den Transport vor, denn am Freitag sollten 13 Hunde aus dem Tierheim abgeholt und nach Deutschland gebracht werden. Die Hunde wurden eingehend untersucht, auf Anaplasmose, Ehrlichiose, Borreliose und Dirofilarien getestet, es wurde Zahnstein entfernt und Krallen geschnitten. Dann kamen sie bis zum nächsten Morgen wieder in ihre Ausläufe.


Am nächsten Morgen wurden die vorbereiteten Hunde auf die Fahrt geschickt. Daniel, unser Fahrer und sein Schwager, kamen und setzten die Hunde in die für sie vorgesehenen Boxen. Diese wurden mit einem Schild versehen, das den Namen jedes Hundes trug.



Reise nach Schumen, Bulgarien vom 17.-31. Juli 2015


Am 17. Juli 2015 ging es früh los zum Flughafen von Frankfurt nach Varna. Dort trafen Diane Psarras-Hahn und ich uns, warteten auf Maria, die Tierheimleiterin, die uns gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Nencho abholte.


Auf der knapp einstündigen Fahrt wurde schon einiges besprochen – und es ging gleich ins Tierheim.

 

Es war ein gutes Gefühl, wieder vor Ort zu sein und die mir mittlerweile schon bekannten Tiere und Mitarbeiter zu begrüßen. Es war auch schön, die neuen Pfleger kennenzulernen.

 

Seit unserem letzten Aufenthalt im März sind auch viele neue Hunde angekommen. Das sind oft leider große Hunde, vor denen die Menschen in Schumen besonders Angst haben und die gefährdet sind, vergiftet zu werden. Leider gibt es auch immer viele neue Welpen, häufig aus den umliegenden Dörfern.


Nach ein paar Stunden im Tierheim bezogen Diane und ich erst einmal unsere angemietete Wohnung und ruhten uns etwas aus. Am nächsten Tag ging es dann richtig los.

 

Am kommenden Morgen holte Neno uns von unserer Wohnung ab und nahm uns mit ins Tierheim. Dort liefen wir zuerst durch das ganze Tierheim und schauten, was sich seit März verändert hatte.

 

Was uns sehr positiv überrascht hat war, dass viele Tiere um das Tierheim platziert waren, die von Dr. Hristov täglich medizinisch behandelt wurden. Einige Hunde waren krank und bekamen Antiobiotika, immunstärkende Präparate und andere Medikamente verabreicht. Diejenigen mit offenen Hautstellen wurden mit Salben versorgt.

Diane und ich liefen durch die Ausläufe und haben mit der Dokumentation der Hunde in jedem Gehege begonnen. Wir gingen strukturiert vor und es war uns möglich, jeden einzelnen Hund im Tierheim schriftlich festzuhalten. Wir machten Fotos, erstellten eine Beschreibung und konnten teilweise sogar die Schulterhöhe des Hundes messen.

Wir verbrachten in jedem Gehege ausreichend Zeit, um die Hunde besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Diejenigen, die nicht sofort auf den Menschen zugehen, sondern erst einmal aus einer hinteren Ecke beobachten, benötigen etwas mehr Zeit um aufzutauen und sich zu trauen, einen Schritt auf den Menschen zuzugehen.

Was mir positiv aufgefallen ist, dass mittlerweile doch einige Bürger aus Schumen und Umgebung in das Tierheim kommen, um einen Hund zu adoptieren.


Die Kehrseite ist, dass viele Menschen ins Tierheim kommen, um ihre Welpen abzugeben oder einfach vor dem Tierheim auszusetzen. Das sind teilweise Welpen, die in der Stadt oder in umliegenden Dörfern gefunden werden oder Welpen von den eigenen Hündinnen, die sie loswerden wollen. Die Situation im Tierheim lässt es nicht zu, all diese Welpen aufzunehmen.

Rado mit Erika
Rado mit Erika

 

Besonders schön ist, dass jeden Sonntag einige tierliebe Ehrenamtliche kommen und Hunde ausführen. Es sind sehr nette Frauen, die sehr gut mit den Hunden umgehen. Für die Hunde bedeutet es so viel, ein bisschen Abwechslung zu haben, das Tierheim verlassen zu dürfen und neue Gerüche und Eindrücke aufzunehmen. Sie werden auf diese Weise auch an die Leine gewöhnt. Die Arbeit dieser lieben Helferinnen schätzen wir sehr und sind ihnen sehr dankbar für ihren Einsatz. Außerdem kommt sonntags noch der Sohn eines Mitarbeiters ins Tierheim und führt gemeinsam mit der Gruppe auch Hunde aus.

 

In der zweiten Woche, vom 26.-30. Juli, kam noch ein Helfer angereist: Unser Tierarzt aus Karben, Roger Wagner. Diane und ich holten ihn vom Flughafen in Varna ab und fuhren gleich ins Tierheim. Dort konnte er sich ein Bild von dem Tierheim und dem Zustand der Tiere machen.

 


Bericht über die zweite Woche folgt in Kürze...


 

Hunde der Woche 

 

Rona (geb. ca 2009) ist von Welpenalter an im Tierheim in Schumen – also seit fast 9 Jahren!

Wir können absolut nur Gutes über die liebe, menschenbezogene und wunderschöne Hündin sagen und können umso weniger verstehen, warum unsere Rona in ihrem Leben noch nicht mal eine einzige Adoptionsanfrage hatte. Die tapfere Hündin ist kastriert, gechipt und geimpft und würde so gerne die Chance erhalten zu zeigen, was für ein wundervoller Familienhund und Begleiter in ihr steckt. Sie hat es so sehr verdient!

 

Madlin (geb. Sep. 2015) ist eine freundliche und liebenswerte Hündin, die leider schon ihr ganzes bisheriges Leben im Tierheim verbringt. Sie mag Menschen und die seltenen Spaziergänge und hätte so gerne mehr von beidem.

Madlin ist gechipt, geimpft und kastriert und somit reisebereit –

Ihr größter Wunsch wäre ein Ticket zu ihrer eigenen Familie und einem warmen Körbchen.

 

 

Spendenkonto

Grund zur Hoffnung e.V.

 

Sparkasse Oberhessen

IBAN:

DE22518500790027115152



BIC: HELADEF1FRI

 

oder per paypal

info@grund-zur-hoffnung.org

 

 

So können Sie auch helfen

 

Durch jede Bestellung in diversen Online-Shops über boost entsteht eine Spende, die Sie keinen Cent kostet.



Grund zur Hoffnung e.V.

 


 



Sind Sie auf Facebook und gefällt Ihnen unsere Arbeit? Dann klicken Sie gerne auf "Gefällt mir".