Reiseberichte

 


Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien - 3. bis 12. Juli 2020

 

Der Radiowecker spielt Musik. Leider schon 20 Minuten lang, bevor ich endlich aufwache. Wendy quietscht mich an, Jamie schaut sehr irritiert, als ich mich die Treppe runtertaste. Es ist vor 3 Uhr morgens. Fina ist genervt, weil ich mich mit der Kaffeetasse neben sie auf das Sofa setze und verschwindet. Eigentlich empörend diese Störung mitten in der Nacht. Yoyo schreckt auf und sieht sich hastig um, ob sie irgendeine Mahlzeit verpasst hat...

Tja: Heute ist ein Feiertag für mich. Nach vielen Jahren erfüllt sich mein Wunsch, mit Katrin nach Schumen zu reisen. Der Abschied von unseren Tieren fällt mir erstaunlich leicht. Schließlich muss ich ja nicht lange auf Streicheleinheiten verzichten. 

 

Am Flughafen Frankfurt herrscht coronahafte Geisterstimmung. Im Flugzeug nach Wien lässt man uns richtig viel Platz bzw. jeweils einen Sitzplatz frei. Der Flugkapitän bedankt sich bei seiner Ansprache herzlich dafür, dass wir überhaupt fliegen. Ganz nett und man fühlt sich irgendwie geehrt. Es gibt sogar ein Fläschchen Wasser für jeden Passagier. Wenn man mal eine Mundschutzpause anstrebt, lässt man einfach die Flasche aufgeschraubt in der Hand und zögert jeden Schluck möglichst lange raus.

 

Vier Stunden Aufenthalt in Wien sind dann eine Herausforderung. Schon etwas langweilig, wenn es nix zu tun gibt und man aber eigentlich viel vorhat. Ich spreche die ganze Zeit mit Katrin über unseren Aufenthalt. Mit Mundschutz, am Mundschutz vorbei, wir tricksen. 

Das Flugzeug nach Varna ist sehr voll und der Sicherheitsabstand spielt keine Rolle mehr. Dafür gibt es außer Wasser noch Tee und Kaffee zur Auswahl. Wir landen sicher und pünktlich. Bravo. Es ist geschafft und ich betrete Bulgarien.

Raus aus dem Flughafengelände und runter mit dem Mundschutz. Neun Stunden Stoffmaske tragen ist eine lange Zeit, puh. Ich fühle mich wie im Urlaub, als wir das Gebäude verlassen. Fremde Sprache, Bullenhitze und Wind dazu. Wir finden ein Schattenplätzchen und warten auf unsere Abholung. 

 

Ich sehe sie sofort!!!! Zwischen all den wartenden Menschen und Autos nähert sich eine beigefarbige dünne Hündin. Als ich Kontakt aufnehmen will, weicht sie zurück und legt den Rückwärtsgang ein. Ich beobachte sie und bin Zeugin ihrer fetten Beute. Aus dem Mülleimer fischt sie eine Plastiktüte. Als ich mich nähere, sehe ich sie genüsslich an einer ergatterten Blätterteigschnecke mampfen. Wir würden die scheue Hündin gerne mitnehmen, da sie nicht kastriert ist. Katrin fällt die Betäubungspaste im Gepäck ein, aber wir wissen nicht, wie schnell die "wirkt" und ob wir der Hündin folgen könnten ohne Auto. Die Entwurmungspaste wäre auch eine Option, da Katrin auch die Möglichkeit in Betracht zieht, dass sie verwurmt ist. Letztendlich zaubere ich dann doch nur die Kaustangen aus dem Koffer, die Gabi mir für das Tierheim mitgegeben hat. So entsteht dieses wunderschöne Foto der Streunerin. Sie einzufangen wird uns jetzt nicht gelingen.

 

Wir werden von der Leiterin des Tierheims in Dobrich abgeholt. Maria möchte uns einiges zeigen und es ist immer schön, einen Erfahrungsaustausch zu machen, Ideen durchzusprechen, einfach Kontakte zu halten. Aber NICHT HEUTE. Wir sind hungrig und platt. Morgen geht's an die Arbeit. 

 

Maria holt uns im Hotel ab und hat extra für uns frisches Gebäck und Kaffee mitgebracht.

Bulgarische Gastfreundlichkeit. Ich bin sofort begeistert, als wir das Tierheim betreten. Zuhause begrüßen mich drei Hunde mit großer Freude. Hier sind es mindestens 15! Sie eskortieren uns zum klimatisierten Büro. Am liebsten würden alle mit reinkommen, denn es hat nicht nur angenehme Temperaturen - es gibt auch bulgarisches Frühstück. Danach schlendern wir über das komplette Tierheimgelände. Die Hunde leben in großen Gruppen auf weitläufigem Gelände. Vieles naturbelassen, Hütten und Schlafplätze mit viel Fantasie und Liebe aus Sperrmüll zusammengebastelt. Wir fühlen uns sehr wohl. Die Hunde machen einen entspannten Eindruck.

 

Nach langen Gesprächen werden wir zurück nach Varna gebracht. Dort warten Ellen, Fenja und der Fahrer aus unserem Tierheim, um uns nach Schumen zu bringen. Eine Stunde Fahrt bei großer Hitze, zu dritt auf der Rückbank. Wir halten uns warm, noch wärmer!!! 

 

Kurz vor Feierabend erreichen wir das Tierheim. Zlatina und einige Mitarbeiter begrüßen uns sehr herzlich und ich fühle mich wirklich SOFORT wohl in dieser Atmosphäre. Der Eingangsbereich wurde frisch gestrichen in wunderschönem Gelbton. Diese Farbe würde in Deutschland wohl niemand für eine Gebäudewand auswählen. Hier wirkt es PERFEKT. Wunderschön und liebevoll zusammengestellt. Die Innenräume sind schön eingerichtet und es ist überall sehr ordentlich. Katrin schnappt sich die Schlüssel für das Tierheimmobil. Es ist eine alte VW-Caddy-Knatterkiste und wir holpern in die Innenstadt. Ich habe Glück, dass Fenja und Ellen so fix im Einsteigen waren. Es gibt keine Rückbank, da der Caddy zum Einfangen der Tiere benutzt wird und mehrere große Boxen reinpassen müssen. Ellen wusste das schon vom letzten Jahr und hüpfte auf die Ladefläche. Fenja hinterher und so hatte ich den bequemen Beifahrerplatz. Danke Ihr beiden :-) 

Wir haben noch gemeinsam Abend gegessen und dann ist jede in ihr Hotelzimmer verschwunden. Morgen wird ein spannender erster Tierheimtag! 

Etwas Wunderbares vom Tierheimteam wurde uns am nächsten Morgen bei der Anfahrt am Tor entgegengebracht:

Man hatte eine deutsche und eine bulgarische Fahne aufgehängt. Ich bekomme Gänsehaut beim Anblick und dessen Bedeutung. Danke Ihr lieben Mitarbeiter, wie Ihr uns willkommen heißt. :-) 

Kaffeeduft kommt uns entgegen. Wir packen aus und setzen uns vor der quietschgelben Wand an den "Tisch für alle". Jetzt schnell Kaffeetrinken und Frühstücken. Die Tiere warten. Wir freuen uns so sehr auf die Vierbeiner. Beim ersten Rundgang merkt Katrin schon, dass viele Hunde neu dazugekommen sind. Einige konnten schon in Gruppen integriert werden, andere müssen noch an der Kette warten, bis die Mitarbeiter sicher sind, dass es keine Probleme innerhalb der Ausläufe gibt. 

Ein paar Hunde erkenne ich von meinen Recherchen der Homepage von Grund zur Hoffnung. Es ist wunderschön, sie hier besuchen zu können. Es gibt 36 Ausläufe und ich merke mir so gut es geht, wo meine Lieblinge wohnen. Es fällt nicht schwer, im Laufe des Tages mehr und mehr Lieblingshunde zu ernennen. Katrin-Fotos sind schön, die Tiere selbst noch schöner. Sie in ihren Gruppen miteinander zu beobachten oder ihr Verhalten uns gegenüber wahrzunehmen ist spannend. Ich empfinde Dankbarkeit und Glück über die Situation. Zum Glück hat Katrin viel vorgearbeitet und uns einen Plan gemacht. Wir führen die Hunde nach einer erstellten Liste aus. Anfangs helfen uns die Mitarbeiter, die Hunde in den Ausläufen anzuleinen und rauszubringen. Nach und nach versuchen wir das alles selbst zu machen. Die Mitarbeiter haben schließlich eigene Aufgaben zu erledigen. Scheinbar behalten sie uns aber nebenbei im Auge, denn sie sind immer flink und hilfsbereit zur Seite, wenn wir erfolglos oder umständlich sind. Ein tolles Team!

 

Katrin knipst und filmt wie ein Weltmeister. Vor ihr liegt viel Arbeit, bis ihre Auswahl auf die Homepage bzw. an Interessenten und Adoptanten gelangt. Vielen Hunden können wir noch eine Fellerleichterung durch Ausbürsten ermöglichen. Alle halten still und genießen unsere Zuwendung und Aufmerksamkeit. 

 

Im Laufe des Tages kommen Menschen mit Fundtieren. Sofort werden die Tiere in die Quarantänestation gebracht und mit Wasser und Futter versorgt. Da es sich nicht um Notfälle handelt, kann man auf unseren Tierarzt Angel am Montagmorgen warten. 

 

Mein Gefühl beim ersten Rundgang war, dass sich viele der Tiere menschliche Aufmerksamkeit wünschen. Irgendwann beginne ich, einfach mal zum Streicheln in die Ausläufe oder zu den Kettenhunden zu gehen. Die Freude der Hunde ist irre groß. So wie ich es bei meiner eigenen Bande zu Hause kenne. Das Vertrauen etwas schüchternerer bzw. vorsichtiger Hunde zu gewinnen wird meine persönliche Aufgabe für die nächste Woche sein.

 

Ich bin gespannt auf die Entwicklungen von Tag zu Tag. Mein Gefühl sagt mir, dass aus diesen Straßenhunden - bringt man ihnen Zeit und Respekt entgegen - immer ein wunderbarer treuer Freund fürs Leben werden kann. Sei es auch nur für kurze Zeit. Im Laufe des Tages ist ein Plan in mir entstanden, wie ich hier helfen kann. Wenn ich den Hunden durch meine Nähe Zutrauen vermitteln kann, bekommen sie vielleicht bessere Vermittlungschancen. Oder wenigstens fällt ihnen der Heimaufenthalt leichter, da sie wegkommen von der Kette, in geeignete Ausläufe und sich ihre Angst gegenüber den Mitarbeitern abbaut. 

 

Ich persönlich schaue gerne nach älteren Hunden. Sie haben es so sehr verdient, ein neues Zuhause zu finden. Natürlich verstehe ich, wenn Menschen Angst davor haben, ein altes adoptiertes Tier vielleicht schon bald wieder gehen lassen und erneut trauern zu müssen – aber um wie viel mehr überwiegt das Gefühl einem dieser Schätze, die vielleicht nie geliebt und gestreichelt wurden und deren Kraft mehr und mehr nachlässt, auch nur für kurze Zeit ein liebevolles, ruhiges und sicheres Zuhause geben zu können…

 

Im Tierheim ist Feierabend. Die Fahnen sind abgehängt, als wir mit leichtem Sonnenbrand nach einem heißen Sonnentag alle etwas müde ins Tierheimauto steigen. Während wir noch schnell unsere Verpflegung für morgen im Supermarkt einkaufen, zieht ein Regengebiet über uns. Wir stürzen hungrig in ein schönes Lokal. Besser gesagt unter die Schirme auf der Terrasse. So können wir trotz Regens im Freien zu Abend essen. Die Bedienung ist sehr nett und die Speisekarte für meine veganen Ansprüche vielfältig. Zwei hübsche Katzen liegen auf der Mauer. Katrin erzählt uns die Geschichte vom letzten Jahr, wo sie eine niederkommende Katze einfangen und auf einer Pflegestelle unterbringen konnten. Mit Absprache der Restaurantbesitzer!!! Auch diesmal findet Katrins Vorhaben, die zweite Katze zur Kastration abzuholen, Zustimmung.

 

In den nächsten Tagen wird das Restaurant zu unserem Lieblingslokal und das der Ketten- und Quarantänehunde. Denn unsere Reste werden eingepackt und am nächsten Tag an die Einzelhunde als Leckerchen verteilt. Heute beim Aufbruch sehen wir auch am Nachbartisch volle Teller und Katrin traute sich zu fragen, ob sie uns auch diese Portionen einpacken für die Hunde. :-) 

 

Gassi gehen mit Piet
Gassi gehen mit Piet

Unsere Hauptbeschäftigung besteht ja darin, Hunde aus den Ausläufen raus- und zu einem kleinen Spaziergang abzuholen. Da muss man echt tricksen, da es pro Auslauf immer vorwitzige Ausbruchskandidaten gibt. Bei manchen klappt es einfach nicht und es büxt immer wieder einer aus und läuft in den Zwischengängen rum. Das wiederum erzürnt alle anderen Hunde und zwar noch mehr als sie eh schon aufgeregt sind und stark bellen, sobald Hunde an ihrem Zaun vorbeilaufen. Komischerweise oder glücklicherweise versuchen die Ausreißerhunde nicht das Gelände zu verlassen und lassen sich leicht einfangen. Wenn Mitarbeiter oder Hunde durch die Gänge laufen, steigt der Gebellpegel richtig an. Aber es gibt auch Zeiten, in denen nicht ein einziger Hund bellt. Diese Stille hätte ich niemals für möglich gehalten. Wenn ich Videos von der Homepage angesehen habe, hörte man IMMER lautes Bellen im Hintergrund. 

 

Es sieht bei den meisten Hunden richtig gefährlich aus. Trotzdem können wir an den Zaun treten und unsere Finger abschlecken lassen. Es gibt aber auch Ausläufe, in denen sich, sobald man das Tor öffnet, die komplette Bande in Luft auflöst bzw. in die Hütten abtaucht, sich untendrunter vergräbt oder übereinander gestapelt Rettung sucht. Da wird es sehr schwierig mit dem Gassigehen. Und erst recht mit der Vermittlung.

Es leben einige sehr scheue Hunde im Tierheim. Teilweise sehr viele Jahre oder ihr ganzes Leben schon. Es tut weh, sie einfangen und raustragen zu müssen, wo sie doch lieber unsichtbar geblieben wären. Ada, Bess, Martha, Kalina, Senta fallen mir spontan ein. Viele Junghunde oder Neuankömmlinge dazu. Entweder erstarren sie oder/und drücken sich flach auf den Boden. Mit ihnen sitzen wir dann einfach am Straßenrand und warten ab. Sie sollen merken, dass nichts Schlimmes passiert. 

 

Von Montag bis Freitag ist das Tierheim für Besucher geöffnet. Es kamen diese Woche schon mehrere Bulgaren mit Fundtieren. Ein Mann brachte eine Hündin, frisch geimpft und mit Pass. Er habe zu viele Tiere um sich gut genug kümmern zu können. Er ging schnell, um seine Tränen zu verbergen. Seine Hündin ist sofort mit uns vor dem Tierheim an der Leine gelaufen. Sie schien jede Aufmerksamkeit zu genießen und Katrin konnte, wie bei allen Hunden, Fotos und Videos aufnehmen. Es ist ein absoluter Glücksfall eingetreten und die freundliche Hündin wurde auserwählt und darf schon im nächsten Monat in den Transporter nach Deutschland einsteigen.

 

Eine weitere Hündin wurde uns heute von einem sehr netten Ehepaar vorgestellt. Mimy lebt schon sechs Jahre auf der Straße in deren Wohnviertel. Plötzlich stört sich aber ein zugezogener Anwohner an der großen Hündin und wurde sogar gewalttätig und verletzte Mimy stark. Die Eheleute wurden Zeugen und haben Mimy zum Tierarzt gebracht. Sie fürchten um die Sicherheit der Straßenhündin und bitten nun darum, ein schönes Zuhause für sie zu suchen. Mimy darf sogar bei ihnen wohnen bis zur Vermittlung. Die scheue Mimy war dabei und Katrin konnte auch hier schöne Aufnahmen machen. 

 

Sharko (links) ist blind und leidet unter Räude
Sharko (links) ist blind und leidet unter Räude

Häufig kommen Anrufe von Bürgern, die sich nicht mehr ausreichend um die eigenen Hunde kümmern oder die medizinische Versorgung erkrankter Tiere nicht bezahlen können. Häufig werden die Tiere gebracht, aber manchmal ist dies den Bürgern auch nicht möglich. Natürlich kommen die Mitarbeiter diesen Anfragen so schnell wie möglich nach. So brachte Pavlin gestern zwei Tiere ins Heim. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, in welch schlechtem Zustand die Hunde manchmal sind. Eins der Tiere hat kranke Augen und kein Fell an den Hinterbeinen. Der liebe scheue Rüde sitzt jetzt, zusammen mit seinem Kumpel, traurig in einem ruhigen Auslauf. Wenigstens wird sich hoffentlich bald sein gesundheitlicher Zustand verbessern. Ob die beiden Hunde Halsband und Leine kennen, wage ich zu bezweifeln. Wir werden das morgen ganz sanft angehen, um auch diesen beiden eine Chance auf ein schönes Zuhause zu ermöglichen.

 

Auch nach mehreren Tagen habe ich noch nicht alle Hunde gesehen oder vielleicht kann ich manche auch nicht unterscheiden, weil auch täglich Neuankömmlinge dabei sind. Vorhin brachte ich nach dem Fotoshooting eine Hündin zurück in ihren Auslauf. Das Halsband ließ sich schwer öffnen. In diesen wenigen Sekunden schmiegen sich vorsichtig von zwei Seiten weitere Tiere im Auslauf an mich. Ich schmolz dahin vor Zärtlichkeit und muss die Liste in meinem Kopf wieder um zwei zauberhaft sanfte Schätze erweitern/ergänzen. Als ich erfuhr, dass die beiden erst einen Tag da sind, war ich platt. Von der Straße und mitten ins Herz eines Menschen. Mir wird langsam klar, dass Grund zur Hoffnung tatsächlich Straßenhunde vermittelt. Sie sind überall: in der Quarantäne oder eben schon integriert in eine passenden Hundegruppe. Manche bleiben nur kurz, für andere dauert der Aufenthalt Jahre. Ein Hund, der gerade noch hungernd, verfilzt und krank ein Leben auf der Straße verbrachte, könnte innerhalb eines Monats zu einem umsorgten und geliebten Haustier werden. Diese Vorstellung ist erleichternd und gibt jedem Einsatz Hoffnung, ist aber auch irgendwie unvorstellbar verrückt.

 

Da sind meine persönlichen Lieblinge: Alex, Piet, Ed, Balkan, Kimba...... Schon so lange warten sie, während andere ruckzuck in liebevolle Familien aufgenommen werden. Sie sind zu groß, das ist ihr Pech. Ich empfinde es als riesig, riesig großes Glück und ich freue mich, diese wunderbaren sanften Vierbeiner kennenlernen zu dürfen. So viel Mut bräuchte man eigentlich nicht bei einem größeren Hund, nur ein bisschen Kenntnis oder Hundetraining, das den Umgang schult. 

 

Es gibt einige Tiere mit Verletzungen und Behinderung. Sie wirken so zerbrechlich auf mich. Die Staupehunde auf wackeligen Beinchen, Woody mit der ständig offenen Wunde an seiner Vorderpfote, andere benutzen ihr verletztes Bein nicht oder tippen nur leicht auf beim Laufen. Ein lieber Schatz hat zu seinem Nerventick noch ein kaputtes Hinterbein, was er seitlich unter dem anderen Bein durchstrecken muss, um laufen zu können. Die Wirbelsäule ist dadurch stark verdreht. Dieser kleine Rüde versucht alles, um zu uns zu gelangen und seinen Teil der Streicheleinheiten abzukriegen. Er krabbelt uns unbeholfen auf den Schoss und leckt und schleckt an uns. Gestern brachte Pavlin eine liebe kleine Hündin (Naira, siehe Foto) mit einer verkrüppelten und einer fehlenden Hinterpfote. Der kleine Schatz ist so aufgeschlossen und wir freuen uns schon darauf, sie später mit zum Spazieren mitzunehmen. All die genannten Hunde können leider nicht in Bulgarien operiert und ausreichend behandelt werden. Wir hätten so gerne mehr Pflegestellen und am liebsten in der Nähe unseres deutschen Tierarztes im Raum Frankfurt/Main, um die Behandlung schnellstmöglich sicherzustellen. Es ist so traurig, machtlos zusehen zu müssen. Wie können wir nur die Menschen mit Herz finden, die bereit sind Pflegestellen anzubieten?

 

 

Pavlin fährt fast täglich mit dem klapprigen Tierheimauto mit Boxen beladen los, um gemeldete, unkastrierte Streuner einzufangen. Gestern brachte er einen Chow-Chow Mix, der sogar schon einmal vor zwei Jahren registriert, kastriert und wieder freigelassen wurde. Sein Fell war zu einem Panzer verfilzt und zwar am Stück vom Rücken über den Schwanz, beide Beine und unterm Po. Einfach komplett zusammengeklebt. Ellen und Katrin schnippelten zu zweit, während Julian den aufgeregten Schatz am Nacken gut festhalten musste. Unter dem Filzpanzer sammelten sich massig Zecken, Gestrüpp und Kot. Das muss sich schlimm angefühlt haben.

 

Einen zweiten Filzschatz, der noch frisch im Tierheim war, hatten wir am selben Tag: Eine ganz alte Omi, die immer ein bisschen knotternd (bellen haben wir sie noch nicht hören) im Auslauf etwas versteckt rumliegt. Sie sollte auch Gassi gehen dürfen. Erst wunderten wir uns, weshalb sie sich einfach nicht bewegen wollte. Beim Versuch ihr Zottelfell zu bändigen, wurde klar: Sie konnte gar nicht mehr laufen. Das Fell um die Kniegelenke war dermaßen stark verfilzt, dass alles steif war. Unsere winzige Hundeomi war tapfer und hat so lange stillgehalten. Noch am selben Nachmittag trippelte sie zwischen den Hundekumpels durch den Auslauf und hat uns das lange Festhalten verziehen. Da unsere Mitarbeiter in "diesem Fall" irgendwie strengere Anforderungen hatten, wurde Omi heute doch noch am ganzen Körper geschoren. Nur der Kopf blieb verschont. Aus dem von mir ausgesuchten Namen "Bommelchen" wird vorerst nix.

 

Die beiden letzten Tage sind angebrochen. Ellen und Fenja sind gestern abgereist und da Wochenende ist, haben Pavlin (Hundefänger), Angel (Tierarzt) und Zlatina frei. Natürlich ist Zlatina trotzdem gekommen und verbringt auch ihr Wochenende häufig im Tierheim. Da immer viel zu tun ist und wichtige Arbeiten anstehen, die nur durch sie 100%ig genau erledigt werden.

Und weil sie Katrin - glaube ich - gerne treffen möchte.

 

Die ruhige, liebe Hündin Annelie (Foto) wurde in einen ruhigeren Auslauf umgesetzt. Trotzdem fühlt sie sich sichtlich unwohl. Ich denke, vielleicht heitert sie ein Spaziergang etwas auf. Leider schleicht sie lust- und kraftlos hinter mir her. Beim Streicheln wimmert sie plötzlich und ich entdecke eine große Beule an ihrem Bauch. Traurig kehren wir zurück und ich berichte Katrin und Zlatina. Annelie hat auch Fieber und sie wird gleich behandelt.

 

Als wir Rexi als nächstes zum Gassi fertig machen, sieht Katrin, dass an seinem operierten Bein die Wunde offen ist und ein Stück Metall rausschaut. Das muss sofort desinfiziert und verbunden werden. Das Behandlungszimmer im Tierheim wird zu ihrem Haupteinsatzraum. Einige Hunde müssen wieder entwurmt und gegen Parasiten behandelt werden. Da wir innerhalb der letzten Woche zu viert mit Ellen und Fenja fast alle Hunde ausgeführt, gefilmt und fotografiert haben, kann Katrin die Kamera heute liegen lassen. 

 

Wir versetzen einige Hunde in andere Ausläufe. Der blinde Sharko tut sich sehr schwer damit und er drückt sich eng an mich. Ich bleibe eine ganze Weile bei ihm sitzen und auch der blinde River kommt zum Schmusen dazu. Er verhält sich ganz lieb mit dem schüchternen Neuling. Auch der blinde Yoyo, der sich bisher nicht hat anfassen lassen, kommt näher und schnüffelt uns ab. 

Einer der neuen Mitarbeiter ist Koch. Er hatte uns schon zweimal bekocht und heute hat er ein Brennnesselrisotto zubereitet. Nachdem die Hunde gefüttert sind (immer um 12 Uhr) setzen wir uns zusammen um den riesigen Topf. Georgi hat toll gekocht. Es schmeckt lecker und wir nehmen uns alle mehrmals Nachschlag. 

 

Am Mittag geht Katrin nochmal zu allen Ausläufen, um die genaue Zahl der im Heim lebenden Tiere zu ermitteln. Manche Ausläufe sind etwas größer als die anderen und dort leben dann auch mehr Tiere. Es stehen immer genug Hütten für alle Bewohner verteilt auf dem Gelände. Da sich manche scheuen Hunde gerne auch mal zu zweit oder dritt in eine Hütte quetschen, sobald Menschen eintreten, kam es in der Vergangenheit tatsächlich vor, dass einige übersehen wurden. Katrin und Zlatina passiert das mittlerweile nicht mehr und sie kennen jedes einzelne Tier. Sie setzen alles daran, auch die scheuen Hunde an Menschenkontakt zu gewöhnen und ihnen somit die Chance auf eine Vermittlung und ein schöneres Leben zu ermöglichen. 

 

Auch Fenja hatte sich all die Tage häufig in den Auslauf der Junghunde gesetzt. Erste kleine Erfolge sind jetzt schon sichtbar und selbst die scheusten kommen neugierig näher heran. 

 

Katrin und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen werden in den nächsten Wochen viele neue Hunde online vorstellen und über die Entwicklung aller Tiere berichten. 

 

Zum letzten Mal geht's heute Abend zu Kaufland und ich kaufe mir die typisch bulgarische Paprikapaste zum Probieren für zu Hause. Genug Proviant für den langen Mittag zwischen dem Abflug in Varna und der Landung in Frankfurt. Zum letzten Mal auf der schönen Terrasse des Restaurants......... Die Speisekarte kennen wir ja schon auswendig. Es ist so ruhig ohne Ellen und Fenja und trotzdem gibt es immer viel zu erzählen.

 

Zurück im Hotel bin ich allein mit meinen Gedanken und schreibe etwas weiter an dem Bericht. Katrin muss auch Feierabend machen, da das Internet hier selten funktioniert. Um sich nicht zu ärgern, lässt sie es besser gleich. 

 

Ein Abreisetag ist immer aufwühlend. So viele Patienten und Aufgaben, die noch auf unserer Liste stehen. Zlatina kommt auch ganz selbstverständlich obwohl es Sonntag ist. Der nächste Transport steht kommenden Freitag an, da müssen alle Pässe der ausreisenden Tiere fehlerfrei registriert werden. Notwendige Behandlungen müssen für den Tierarzt für kommende Woche aufgelistet werden. 

 



Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien - 15. bis 30. September 2019

 

 

Vom 15. bis 30. September 2019 war ich wieder für zwei Wochen im Tierheim in Schumen, um die Situation im Tierheim zu bewerten und nach den Fortschritten zu sehen.

Das vierte Mal in diesem Jahr.

Seit Juni 2019 haben wir nun eine neue Tierheimleiterin, Zlatina Peneva, die ihre Position bisher überdurchschnittlich erfüllt. Sie schaut täglich im Tierheim vorbei und sieht nach dem Rechten, auch an ihren freien Tagen.

 

Am Tag meiner Ankunft bei einem Gang durch das Tierheim habe ich sofort gesehen, dass die Hunde sich in einem sehr guten Zustand befinden. Es fielen mir keine dünnen oder auf den ersten Blick kranken Hunde auf. Alle Hunde sind gut gefüttert, was besonders wichtig ist, da der harte bulgarische Winter vor der Tür steht und die Hunde sich 24 Stunden im Freien aufhalten.

Das Tierheim war sehr sauber, kleinere Reparaturarbeiten waren vorgenommen worden. Da wir seit mehreren Monaten mit Personalmangel zu kämpfen haben, war es nicht möglich, größere Projekte anzugehen. Seit einigen Wochen gibt es nun zwei weitere Mitarbeiter, ob sie bleiben, bleibt abzuwarten. Alle Ausläufe wurden von hohem Unkraut befreit, in dem sich im Frühling wieder Zecken und andere Parasiten ansammeln können.

Bei diesen Arbeiten, bei denen ich auch während meines Aufenthalts im Juli geholfen habe, wird immer wieder deutlich, dass im Tierheim häufig Dinge für den alltäglichen Gebrauch fehlen. So haben wir im Juni zwei neue Schubkarren gekauft, da mit der einen vorhandenen Schubkarre sowohl Futter für die Tiere befördert wurde, wenn der Abdecker kam aber auch die toten Hunde. Das ging natürlich gar nicht.

 

Es fehlte z.B. eine Astschere. Das stellten wir fest, als wir die Bäume etwas stutzen wollten. Die dicken Äste können natürlich nicht einfach manuell abgebrochen werden. Aber es gibt ja in Schumen auch diverse Baumärkte und wir konnten eine Schere besorgen. Einige Äste stellen besonders bei starkem Wind oder Gewitter eine Gefahr für die Mitarbeiter und auch für die Hunde dar. Sie mussten weichen.

 

Im hinteren Bereich des Tierheims war der Maschendrahtzaun vollkommen ruiniert. Wir haben neue Zaunelemente gekauft und angebracht, um

a: den Eintritt von Unbefugten und

b: das Entwischen einzelner Vierbeiner zu verhindern.

Es gibt doch immer wieder Kletterkünstler.  ;-)

Nach und nach müssen die Zäune aller Ausläufe ausgebessert werden, da die Außenanlage seit Jahren nicht renoviert wurde.

 

Wir sind aktuell in der Planung, weitere kleinere Ausläufe für unverträgliche Hunde sowie für Welpen zu bauen. Bisher liegen unverträgliche Hunde leider an der Kette, (zwar an einer Laufkette, aber Kette ist und bleibt Kette), und wir möchten diesen Hunden kleine Einzelausläufe bieten können.

In vielen Bereichen der Hygiene und medizinischen Prävention sind wir seit 2015, auch dank des ehrenamtlichen Einsatzes und der Beratung von Tierarzt Roger Wagner,

sehr weit vorangekommen, so dass die Sterblichkeitsrate der erwachsenen Hunde mittlerweile bei fast 0 liegt.

 

Unverändert hoch ist leider die Welpensterblichkeit. Die Kleinen kommen von der Straße oder werden abgegeben. Allen aber ist gemeinsam, dass sie viel zu früh von der Mutter getrennt wurden, einen denkbar schlechten Start hatten und damit ein nicht intaktes Immunsystem.

Das größte Problem besteht darin, dass wir im Tierheim keine Möglichkeit haben, die kleinen, schwachen und für Krankheiten anfälligen Hunde in mehrere Kleingruppen zu trennen. Unser größter Feind ist die Parvovirose. Sehr häufig sind die Welpen schon bei ihrer Ankunft mit Parvovirose infiziert. In den ersten Tagen sehen sie noch gesund aus und machen einen fidelen Eindruck, aber nach wenigen Tagen bauen sie rapide ab. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, benötigen wir mehrere räumlich voneinander getrennte Ausläufe, um die Welpen nach ihrer Ankunft erst einmal separieren und beobachten zu können. Wir hoffen, mit dieser Maßnahme die Welpensterblichkeit zu senken. Nicht jeder aber schafft es; auch wenn wir uns noch so bemühen.

Aber die, die es schaffen, können dann nach ungefähr 10-14 Tagen, wenn die größte Gefahr gebannt ist, in einer kleinen Hundegruppe integriert werden.

 

Vom 22. bis 29. September kam unser Tierarzt Roger Wagner für eine Woche nach Schumen, um so viele Tiere wie möglich zu kastrieren und damit die Flut neugeborener Hunde und Katzen im Frühling einzudämmen. In diesem Zeitraum hat er 67 Tiere kastriert, davon 24 Hündinnen, 26 Rüden, 8 Katzen und 9 Kater. Zudem hat er neben zahlreichen Behandlungen kranker Tieren weitere wichtige Operationen durchgeführt. Er hat einen Hauttumor operiert, einen Hodentumor von einem alten Straßenhund entfernt und diesen dabei gleich kastriert. Ein anderer sehr alter Hund hatte eine große Beule am Hals. Wir vermuteten einen Tumor, den Herr Wagner operativ entfernte. Bei der Untersuchung des Gewebes stellte sich jedoch heraus, dass es „nur“ eine alte starke Talgdrüsenentzündung war, die von selbst jedoch nicht zurückgegangen wäre. Herr Wagner hat sechs aufwendige Zahnsanierungen vorgenommen, zwei Augen-OPs durchgeführt, einen großen Mammatumor operiert und diverse Wundversorgungen inkl. Nähen von großen, offenen Wunden kamen auch noch hinzu.

 

Wir stellen bei unseren Aufenthalten immer wieder fest, dass manche Hunde Auffälligkeiten beim Laufen zeigen. Viele Hunde haben während ihres Lebens auf der Straße entweder Unfälle erlitten, Misshandlungen erleben müssen oder leiden an Problemen der Knochen durch eine Mangelernährung in der Welpen- und Junghundezeit. Nicht selten stellen wir auch Hüftgelenksdysplasien fest. Unser Tierarzt Wagner sieht sich alle Patienten genau an, die wir ihm vorstellen, stellt seine Diagnose und/oder verlangt bei Bedarf auch Röntgenbilder, die wir bei einem Tierarzt in Schumen anfertigen lassen. Wir können den Tieren somit gleich helfen, ihnen Schmerzen ersparen, ihr Leid mindern und für unseren Verein immense Kosten einsparen, die bei Untersuchungen in Deutschland unweigerlich anfallen würden.

 

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die zum Teil geplante Betonierung der Ausläufe, die komplett auf Naturboden bzw. Erde stehen. Im Sommer ist der Naturboden zwar wunderbar für die Hunde, da er in der bulgarischen Sommerhitze kühl bleibt und den Hunden so ein angenehmes Liegegefühl gibt. Im Herbst und Winter aber, wenn es viel regnet oder der Schnee taut, stehen die Hunde oft knöcheltief im Matsch und es gibt keine trockene Liegefläche – außer in den Hütten. Für das Betonieren werden zwar hohe Kosten anfallen, aber es gibt keinen Weg daran vorbei. Es ist wichtig für die Hunde und deren Gesundheit. Wir warten derzeit auf einen Kostenvoranschlag.

 

Dr. Hristomir Hristov, der uns seit 2015 im Tierheim als Tierarzt unterstützt, möchte sich nun zurückziehen. Das kam für uns alle vollkommen überraschend und wir vereinbarten einen Termin für ein Abendessen mit Dolmetscher, um mögliche Differenzen zu klären. Hristomir Hristov hat eine eigene Tierarztpraxis in Schumen und kommt seit 2015 für zwei Stunden täglich von Montag bis Freitag, in Notfällen auch am Wochenende, ins Tierheim, um dort Tiere zu behandeln und Straßentiere zu kastrieren. Laut seiner Aussage war diese Unterstützung von seiner Seite aus von Anfang an nur übergangsweise angedacht; immerhin dauerte dieser „Übergang“ nun doch viereinhalb Jahre. Seit knapp einem Jahr haben wir parallel einen jungen Tierarzt in Vollzeit angestellt, der sich in dieser Zeit nun gut eingearbeitet und auch schon einiges in der Praxis gelernt hat. Dr. Hristov sieht nun den passenden Zeitpunkt, sich zurückzuziehen. Er kann das mit gutem Gewissen tun, denn wir stehen ja nicht ohne Tierarzt da.

Dr. Hristov sagte uns zum Abschied, dass er uns, bzw. den Tieren weiterhin zur Verfügung stünde, wenn Not am Mann ist und wir seine Hilfe brauchen. Unser neuer Tierarzt darf ihn jederzeit anrufen, wenn er Fragen hat und auch bei schwierigen, großen Operationen wird Dr. Hristov uns behilflich sein.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für seine unschätzbar wichtige Arbeit, die uns und sehr vielen Hunden und Katzen geholfen hat, und wünschen ihm alles, alles Gute für die Zukunft.

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien - September 2018

 

 

Montag, 10. September 2018, 04:15 Uhr

 

Es ist wieder so weit! Am Samstag, 8.9.2018 ging es auf die Reise nach Schumen. Benjamin kam schon am 7.9. aus Wismar nach Frankfurt, damit unser kleines Reisegrüppchen aus unserem Tierarzt Roger Wagner, Gabi und mir gemeinsam nach Schumen fliegen konnte. Um 4:45 Uhr wurden wir zu Hause abgeholt, da der Flug schon um 7 Uhr morgens startete. Um 10:30 sind wir in Varna gelandet und vom Flughafen aus ging es natürlich direkt ins Tierheim! Es war richtig schön zu sehen, wie die Mitarbeiter sich gefreut und uns herzlich begrüßt haben. Über die Zeit hat sich ein sehr gutes Verhältnis zu jedem einzelnen aufgebaut, wir kennen die Qualifikation und Talente eines jeden einzelnen und werden manchmal noch von uns bis dato unbekannten Fähigkeiten der Mitarbeiter überrascht. Es hat sich wirklich viel getan seit der Übernahme vor dreieinhalb Jahren, es ist – auch zwischen den Bulgaren und uns – ein tolles Team gewachsen und wir schätzen uns.

 

Nach einer Runde durch das Tierheim sahen wir, dass die Hunde sich in einem sehr guten Zustand befinden, sie sind gut gefüttert und auf den ersten Blick sehen wir keine Kranken mit Rotznasen oder eitrigen Augen, was vor unserem regelmäßigen Impfen eigentlich jeden Herbst der Fall war. Das zeigt, wie wichtig Prävention ist. Auch, wenn Prävention wie impfen, regelmäßige Behandlung gegen Ekto- und Endoparasiten usw. große Summen schluckt – sie ist unerlässlich, denn sie rettet viele Tierleben! 

 

Einige Hunde wurden von Gabi und Benjamin ausgeführt und haben Fellpflege bekommen, denn erst jetzt verlieren die langhaarigen die letzten Reste ihres Winterfells, kurz bevor das neue Winterfell sich wieder entwickelt.

 

Gestern, am Sonntag, waren wir um kurz nach 8 Uhr im Tierheim, denn es wartete viel Arbeit auf uns!

 

Da unser Tierheim-Tierarzt nur von Montag bis Freitag für je zwei Stunden im Tierheim ist, die er aber sehr effizient arbeitet, bleibt nach der Behandlung sowie Kastration der Tierheim-Tiere und der Vorbereitung der Hunde und Katzen für die Transporte nicht allzu viel Zeit für die Kastration der vielen Straßenhunde, weshalb wir zusätzlich bei einem privaten Tierarzt für Kastrationen bezahlen. Es hatten sich folglich über die letzte Zeit 10 Hunde angesammelt, die nach der Kastration wieder auf die Straße zurückgebracht werden sollen.

Ergebnis vom ersten Tag: Roger hat 5 Rüden und 2 Hündinnen kastriert! Zwei der Rüden sind nicht sozialisiert und sehr ängstlich, das Eingesperrtsein in einem Zwinger bereitet ihnen großen Stress, weshalb sie so schnell wie möglich in ihre angestammten Reviere zurückgebracht werden sollen.

  

Wir haben bei einigen Hunden die Zähne gereinigt sowie lockere oder kranke Zähne gezogen. In den „Genuss“ der Zahnpflege kamen unser Max, Nima, Wilma sowie Pippin. Sie haben nun wieder glänzend weiße Zähne; naja, bei unserer schon älteren Wilma sind sie nicht mehr so glänzend, aber einige Zähne mussten gezogen werden und die anderen haben zumindest keinen Belag mehr! Wenn das Gebiss in schlechtem Zustand ist, kann das abgesehen von den starken Schmerzen verschiedene weitere negative Folgeerscheinungen haben. Deswegen ist es so immens wichtig, dass die Zähne der Hunde in Ordnung sind.

 

Zudem habe ich eine lange Liste mit Patienten für Roger, die ich ihm vorstellte. Es sind Hunde, die zur Vermittlung stehen oder die wir gerne aufgrund ihres lieben Wesens in ein Zuhause vermitteln würden, die aber Handicaps oder Auffälligkeiten haben, für die wir eine genaue Diagnose und dann ggf. noch Röntgenbilder benötigen.

 

Bei unserem lieben Bono hatten wir während unseres Aufenthalts im Juni eine neu entstandene Fehlstellung eines Hinterlaufs festgestellt. Er kann damit laufen, aber man sieht deutlich, dass das Gangbild nicht rund ist. Es scheint, dass er eine ältere Fraktur im Oberschenkel hatte, die nicht 100 Prozent zusammengewachsen ist. Wir werden auf jeden Fall während unseres Aufenthalts in einer Praxis noch Röntgenbilder anfertigen lassen.

   

Die im Tierheim so unglückliche Omi Benita kam schon im hohen Alter zu uns. Sie lief recht steif und es sah aus, als ob sie Schmerzen hätte. Diagnose: Ihr Rücken ist versteift, vermutlich als Folge eines Autounfalls. Ideal wäre, wenn sie regelmäßig Schmerzmittel bekäme, was wir im Tierheim mit drei Pflegern für 400 Hunde pro Tag jedoch leider nicht leisten können.

 

Tally hatte im Juni eine Schleimbeutelentzündung, in den Ellenbogen hatte sich viel Flüssigkeit gesammelt. Wir hatten sie zu einem ortsansässigen Tierarzt gebracht, der sie operiert hat und nun war uns wichtig abzuklären, ob alles in Ordnung ist. Tally läuft einwandfrei, alles ist sehr gut verheilt und Tally kann guten Gewissens vermittelt werden!

 

Roger schaute sich weitere Patienten an (Paul und Irmi), deren Diagnose wir in ihren Profilen einstellen.

   

Zwischendurch kamen Schumener Tierschützer, die schon einige Katzen gepäppelt und für uns in Pflege genommen haben. Sie hatten mich schon in Deutschland kontaktiert und gefragt, was sie machen sollen: Menschen hatten ihnen vier Kitten über den Zaun geworfen, zwei davon waren schon gestorben, aber zwei haben es bisher geschafft. Lena erklärte, dass eines der Kätzchen ein Ekzem hätte, was mich sofort an Pilz denken ließ... Um das Infektionsrisiko für unsere Tierheimkatzen so gering wie möglich zu halten, konnten wir diese Katzen, ohne dass sie einem Tierarzt vorgestellt wurden, auf keinen Fall aufnehmen. Also bat ich sie, am Sonntag (also gestern) die Katzen vorbeizubringen, damit Roger sie sich ansehen könnte. Die beiden sind ganz reizend, sehr offen und freundlich und stehen mit vier Monaten (aktuell sind sie zwischen 6-8 Wochen) und nach Ausheilung des Pilzes zur Adoption!

Heute wird der Pilzimpfstoff bestellt, der mindestens zweimal verabreicht werden muss. Dieser ist nicht billig und wir wären für Spenden dafür sehr dankbar!

 

Nach getaner Arbeit verließen wir das Tierheim um 19 Uhr und fuhren gewohnheitsgemäß ins Kaufland, um uns Frühstück für den nächsten Tag zu kaufen. Wir sahen eine neue, mir unbekannte Katze, die bei Rufen sofort auf mich zukam. Sie hat nur einen kurzen Schwanz, aber wir sahen keine Wunde. Es war ein relativ junges Mädchen, also entschieden wir schnell, dass wir sie zur Kastration mitnehmen (Transportboxen hatten wir in weiser Voraussicht ins Auto gepackt!). Benjamin holte die Box, ich packte die Katze schwupps war es geschehen.

   

Weiter ging es mit unserem Programm, wir wollten uns auf einer kurzen Fahrt in die Außenbezirke der Stadt einen Überblick über die Situation der Streuner machen. Im Zentrum, in dem wir immer unterkommen, sind fast alle Hunde kastriert, was man ganz leicht an der Ohrmarke sieht. Wir fuhren in ein ärmeres Viertel, das wir aus einem vorigen Besuch kannten. Und wir wurden überrascht: Wir sahen zunächst zwei Straßenhunde, die sich mit dem Inhalt einer Plastiktüte beschäftigten, vermutlich Essensreste. Die Kleine war eine Hündin, nicht kastriert. Ich sprach mit drei Männern, die auf einer Bank vor einem geschlossenen Kiosk saßen und erklärte ihnen, dass wir die Hunde nur zur Kastration mit ins Tierheim nehmen und dann zurückbringen würden. Das Wort Kastration kannten sie nicht, also musste ich eine einfachere Beschreibung finden, dass die Hunde nach der Operation keine Babys mehr bekommen könnten, was besser sei, wenn sie auf der Straße leben. Überraschenderweise nickten die Männer und fanden das sehr gut. Also versuchten Benjamin und ich, die Hündin zu fangen, die ängstlich war. Nach einigen Metern blieb sie sitzen, ich konnte bis an sie heran, ihr Misstrauen war deutlich zu spüren. Ich packte sie, hatte sie auch, aber sie war so wendig und hat zugebissen. Leider war diese Fangaktion missglückt, Blut floss keines, aber mein Handgelenk schwoll innerhalb von Sekunden zu einer riesigen Beule an... Mittlerweile hatten wir so viel Aufsehen erregt, dass sich mehrere neugierige Männer einfanden und wissen wollten, was wir machen.

 

Als ich erzählte, dass ich gebissen worden sei, sagte einer der älteren Männer sofort, ich solle das mit Rakia (dem bulgarischen Schnaps) desinfizieren. Er winkte mich sofort zu ihm, er hätte Rakia, forderte mich auf, mir in dem Waschbecken des Plumpsklos meine Hände zu waschen, mit Zewa abzutrocknen. Alles sehr sauber! Der Herr ging durch die Hintertür in den verschlossenen Kiosk und kam mit einem Zewa und einer Flasche Rakia zurück, mit dem er mir die Wunden reinigte. Dabei erzählte er mir, dass es in diesem Viertel viele unkastrierte Hunde gäbe.

 

Zurück am Auto sprachen uns zwei junge Männer an uns schilderten, dass es weiter oben in der Straße unzählige Hunde und Katzen gäbe. Es wäre gut, wenn diese kastriert würden. Wir sahen uns den oberen Teil der Straße an und sahen allein vier weitere Hunde – keiner kastriert; zumindest sahen wir bei keinem eine Ohrmarke.

 

Als wir umdrehten, hielt uns nach 100 m ein junger Mann an, der das Spektakel irgendwie mitbekommen hatte und sagte, er hätte eine Hündin, die er gerne kastrieren lassen würde! Wir waren sprachlos und überglücklich, dass wir diese Reaktion auf unsere Präsenz bekamen! Wir boten an, dass er die Hündin heute (Montag) um 10 Uhr zur Kastration ins Tierheim bringen sollte, dass sie aber vorher nichts essen dürfe. Es war – trotz des unangenehmen Hundebisses – eine wunderbare Erfahrung, wie offen, freundlich und hilfsbereit diese Männer sich uns gegenüber verhalten haben!

 

Da die Apotheken bereits geschlossen hatten, stoppten wir – vollkommen ausgehungert – erst noch bei einem Notarzt, von dem ich wusste, da ich eine Freundin dort einmal hin begleitet habe. Ein älterer Arzt, sehr ruhig und freundlich. Er desinfizierte die Wunde und legte einen Druckverband an, damit die Schwellung nicht größer würde. Es war interessant zu sehen, dass das Arztzimmer keineswegs moderner ausgestattet war als unser Behandlungsraum im Tierheim. Vielleicht sind unsere deutschen Ansprüche manchmal einfach zu hoch?

 

Endlich ging es Abend essen, es war mittlerweile schon recht spät; aber ein geschultes Tierschützerauge ist auch dann noch wach! ;-) Kurz nachdem wir an einem Tisch draußen saßen, kam ein süßer, freundliches roter Kater an unseren Tisch, ließ sich streicheln, spielte ein bisschen – unkastriert! Schwupss, ans Auto, die nächste Transportbox geholt, aber da hatte er sich schon an die nächsten Tische bewegt. Es fing an zu regnen, wir zogen nach innen um, hatten aber ein Fenster nach draußen. Nach einiger Zeit ging Roger nach draußen und klopfte gegen das Fenster, den Kater im Griff – Benjamin ging mit der Katzenbox raus und der Kater war gesichert!    

 

Nun kam unsere letzte Aktion für den Sonntag, denn irgendwann wurden auch wie müde! Im Juni waren wir mit Claudia, Benjamin und Anke genau in diesem Gebiet unterwegs und hatten einige Katzen gefangen. Um die Ecke gab es eine ganz zutrauliche Schildpattkatze, die jedoch gerade geboren hatte. In einem Hof kam eine Glückskatze auf uns zu, die wir im Juni haben kastrieren lassen (wir erkannten das an der kleinen Ecke Ohr, die als Zeichen abgeschnitten worden war) und kaum waren wir vor dem Wohnblock, an dem die Schildpattkatze wohnte, kam sie auch schon mit 4 Kitten im Schlepptau, auf uns zu. Es gelang uns, die Mutterkatze einzusperren und dann nach und nach 3 Kätzchen zu fangen. Sie müssen nun drei Monate jung sein, wenn sie im Juni geboren wurden. Das verbleibende, kleine Schildpatt-Mädchen war etwas scheuer und ließ sich nicht fangen, weshalb wir heute mit gutem Futter an die Stelle zurückkehren und erneut versuchen werden, es zu bekommen. Der lange, sehr arbeitsreiche Tag wurde positiv mit 6 gefangenen Katzen in Transportboxen beendet.

 

 

Bericht von Montag, 10. September 2018

 

Am Montag, den 10. September war wieder ein voller Tag. Als erstes hat unser Tierarzt Roger Wagner den Kater und die Katze kastriert, den wir am Abend zuvor beim Abendessen in einem Restaurant und an einem Supermarkt gefangen hatten. Danach wurde eine Hündin von der Straße kastriert, die nach wenigen Tagen wieder in die Freiheit entlassen wurde. Währenddessen wurden einige ältere Hunde in eine leichte Narkose gelegt, die extrem starken Zahnstein hatten, damit ich die Zähne mit dem Ultraschallgerät reinigen konnte. Eddie und Alana müssen sich danach viel besser gefühlt haben.

 

Über Mittag fuhren wir mit drei Hunden zum Röntgen in eine private Tierarztpraxis. Unser lieber Bono hat seit einiger Zeit einen Rückgang von Muskeln an einem Oberschenkel, weil er das Bein weniger belastet. An der Oberschenkelinnenseite war eine Verdickung zu fühlen und wir wollten nun genau wissen, was genau das Problem ist und wie der Knochen aussieht. Es gelang uns, Bono für die Röntgenbilder so zu fixieren, dass wir ihm die Narkose ersparen konnten. Leider wird Bonos Bein nie mehr vollkommen hergestellt werden können, denn er muss irgendwie gestürzt oder mit einem anderen Hund sehr stark zusammengeprallt sein, dass sein Oberschenkel gebrochen war. Die Bänder im Knie sind auch gerissen. Eine Operation ist notwendig, die wir aber in Deutschland durchführen lassen müssen. Dafür wäre es ideal, wenn wir für Bono eine Pflegestelle im Großraum Frankfurt am Main finden würden! Sein Bein kann nicht mehr komplett wieder hergestellt werden, er wird mit leider mit seinem nun kleinen Handicap leben müssen, aber wir hoffen, ihm durch die Operation wenigstens mehr Stabilität im Knie geben zu können, indem die Bänder wieder in Ordnung gebracht werden.

 

Übrigens hat Bono sich ganz tapfer geschlagen! Während wir auf die Entwicklung der Röntgenbilder warteten, gingen wir mit Bono um die Ecke und über einen Gemüsemarkt, auf dem sich viele Menschen bewegten. Wenn man sich vorstellt, dass Bono seit seinem Welpenalter im Tierheim ist und noch nie etwas anderes gesehen hat, hat er das so wunderbar gemacht und ist mit mir durch enge Gänge an Gemüseständen und vielen Menschen vorbeigelaufen.

 

Danach wurden noch unser Taro und unsere Nelli geröntgt – die ebenfalls beide schön mit über den Markt liefen!

Nelli hatte als Welpe eine Oberschenkelfraktur und wurde operiert. Ein Pin wurde leider absolut unsachgemäß in ihren Oberschenkel eingebaut, der vermutlich ihre Fehlstellung verursacht. Man kann den Pinn nach einer so langen Zeit nicht mehr entfernen, da er fest im Knochen sitzt und selbst, wenn man ihn entfernen würde, könnten wir Nellis Fehlstellung nicht mehr korrigieren. Nun wissen wir aber wenigstens genau, was ihr Problem ist.

 

Bei dem armen Taro sahen wir, dass noch viele Kugelsplitter von den Schüssen in ihm stecken. Der arme Hund, er war gerade einmal wenige Monate jung als er angeschossen wurde! Bei der Operation seines Beins wurde ein Draht verwendet, der noch in seinem Bein ist. Taro zeigt keine Schmerzhaftigkeit, er spielt mit seinen Hundekumpels und geht auch gerne spazieren.

   

Nachmittags operierte Roger noch den Nabelbruch von Benji, den wir entdeckt hatten und wir reinigten ihn in diesem Zuge auch sofort die Zähne. Benji ist also reisebereit, wenn sich noch vor dem Winter jemand in ihn verlieben sollte!

 

Gabi und Benjamin kümmerten sich um die Hunde, führen sie aus und pflegten das Fell. In den Genuss kamen u.a. Benji vor seiner Operation, wobei der Nabelbruch entdeckt wurde, Tibo mit seinem dicken Bärenfell und Fee, die sich im Tierheim sehr unwohl fühlt und immer in ihre Hütte zurückzieht. Nach der Fellpflege war sie nicht mehr wiederzuerkennen! 

 

Benjamin mit Moses
Benjamin mit Moses

Die beiden holten auch einen neuen, großen Hund aus dem Auslauf, der ganz dickes und teilweise verfilztes Fell hatte. Er heißt nun Moses (siehe Foto)! Durch sein dichtes Fell sah man nicht, wie dünn er eigentlich war, aber beim Kämmen fühlte man es. Das war für uns ein eindeutiges Zeichen, dass er unbedingt mit einem 4D-Test getestet werden sollte. Wenn im Tierheim Hunde, obwohl sie genug zu fressen bekommen, sehr abmagern, ist das oft ein Zeichen für eine Ehrlichiose oder Anaplasmose. Der Test zeigte genau das an: Moses ist Ehrlichiose positiv und wir fingen umgehend mit seiner Behandlung an!

 

Auch bei Tibo hatten wir schon bei unserem letzten Aufenthalt festgestellt, dass er extrem knochig war. Bei Tibo war der Test positiv auf Dirofilarien, was in Schumen zum Glück nicht oft vorkommt. Wir hatten aber in den letzten dreieinhalb Jahren seit der Tierheim-Übernahme etwa 4 oder 5 Fälle von Herzwurm. Wir hatten aus Medikamente für die Behandlung besorgt und konnten nun seine Behandlung beginnen. Roger hörte sein Herz ab um zu sehen, ob der Ton auffällig oder normal ist. Zum Glück war der Herzschlag unauffällig, so dass wir es wagen konnte, Tibo zu therapieren.     

 

Nach dem langen Tag im Tierheim haben wir noch Tiere zur Kastration gefangen: beim Kaufland, in dem wir immer unser Frühstück für den nächsten Tag kaufen, zwei weibliche Katzen; eine dreifarbige und eine schwarze Katze, die dort abends auf die Kunden warten und viele Leckerbissen abstauben. Vor dem Restaurant Primo, in dem wir zu abend essen wollten, fingen wir noch eine knapp unter einjährige, unkastrierte Hündin. Nun waren unsere Boxen, die wir im Auto hatten, voll und Benjamin und Roger fuhren zum Tierheim zurück, um die gefangenen Tiere dort abzusetzen und leere Transportkisten zu holen. Der Freund der Hündin war anfangs ängstlicher, aber in der Zwischenzeit lockten Gabi und ich ihn mit Leckerli an und er ließ sich sogar streicheln. Als die beiden Männer zurück waren, konnten wir den jungen Rüden auch noch fangen. Nach dem Essen schnappten wir noch einen unkastrierten Kater und ein junges Kätzchen, das etwa 6 Monate alt sein dürfte und dessen Mutter wir im Juni kastriert hatten.

Nach dieser erfolgreichen Fangaktion war es spät und wir beendeten den Tag mit einem guten Gefühl, viel erreicht zu haben.

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 17. Juni bis 1. Juli 2018

Gabis ganz persönlicher Reisebericht

 

Für mich geht es nun zum dritten Mal nach Bulgarien - ins Tierheim nach Schumen. Ich bin schon so aufgeregt, was wird mich diesmal alles erwarten..... .

 

Von Frankfurt aus fliegen wir zu Dritt nach Varna, wo wir noch zwei weitere ehrenamtliche Helfer aus Hamburg treffen. Gemeinsam fahren wir vom Flughafen ca. 1 Stunde weiter nach Schumen, wo wir den Reisetag nach einem gemeinsamen Essen in unseren Hotels beschließen.

 

Am nächsten Morgen geht los zu den Tieren, endlich. Für mich ist das Betreten des Tierheimes immer ein sehr emotionaler und besonderer Augenblick. Gleich im Auslauf neben dem Eingang ist mein Patenhund Fips untergebracht. Ich freue mich so sehr, ihn munter und guter Dinge zu sehen. Er gilt als nicht vermittelbar, da er in manchen Situationen beißen würde. Alle Hunde bellen als wir "fremden Eindringlinge" das Gelände betreten. Das wird sich bald geben, denn wir gehören schnell dazu.

 

Wenn ich das erste Mal durch die Ausläufe gehe, bin ich immer wieder völlig überwältigt. Alle Hunde drängen sich an den Zaun und meine hingestreckte Hand wird abgeleckt. Die nächsten zweit Wochen sind ausgefüllt mit Gassigehen, Kämmen, Filz herausschneiden, schüchterne Hunde einfach nur herausholen und streicheln. Kranke und zu dünne Tiere pflegen und zusätzlich mit Naßfutter versorgen.

 

Aber auch traurige Momente sind leider an der Tagesordnung. So wurden diesmal acht viel zu junge Welpen ohne Mutter abgegeben, die von den Mitarbeitern gleich mit Welpenmilch versorgt wurden. Aber können sie ohne Mutter überleben?

 

Manche Hunde liegen einem besonders am Herzen. Natürlich sind alle große Schätze, aber einige rühren einen eben ganz besonders. So wurde vor einiger Zeit die kleine Cockerspanielhündin „Cocki“ im Tierheim von einem Schuldirektor abgegeben. Einfach so. Völlig verwahrlost, verfilzt und leider überaus agressiv. Ich gehe zum Auslauf und sie fletscht die Zähne, bellt und knurrt. Ist außer sich. Mittags gegen 12.00 Uhr ist Fütterungszeit. Ich habe mir etwas Trockenfutter genommen und gehe zu Cocki. Sie knurrt und knurrt. Doch durch den Zaun nimmt sie zähnefletschend Futter aus der Hand. So geht es ein paar Tage. Dann, auf einmal, geht's auch ohne knurren. Sie steht am Zaun und wartet. Jetzt gibt es auch noch leckere Kaustängelchen. Das Tier wird vielleicht niemals vermittelt werden können, sich vielleicht nie anfassen lassen. Aber diese kleinen Momente sind unbeschreiblich und machen mich glücklich.

 

Ich bitte die Mitarbeiter, mir Fips rauszuholen. Sie lachen, gehen zu dritt in den Auslauf und versuchen ihn zu fangen. Ich schaue erst gar nicht zu und warte mal ab. Dann kommt Zlatina lachend mit Fips an der Leine raus. Ich gehe mit ihm spazieren und ich darf ihn kämmen und ihm den Filz abschneiden. Geht doch. Wenn erstmal die Leine dran ist, ist er sooo lieb.

Die zwei Wochen vergehen wie im Flug. Ich bin wieder daheim in Deutschland. Neben mir liegt meine kleine Bella und schläft. Schön wieder beim eigenen Hund zu sein und doch: Im Herzen bin ich auch bei Cocki, Fips und allen anderen Schätzen im Tierheim in Schumen.

 

25. Juni 2018

 

Wir sind nun schon wieder seit einer Woche in Schumen und bisher – wie immer – noch nicht dazu gekommen, einen Reisebericht zu verfassen. Die Aufgaben sind einfach zu viele und auch abends nach dem Tierheim gibt es noch Arbeit für uns. Vierzehn-Stunden-Tage sind während unserer Aufenthalte völlig normal, aber die Zeit vergeht wie im Fluge.

 

Dieses Mal waren wir mit einem besonders großen Trupp von Ehrenamtlichen unterwegs. Am Sonntag, 17. Juni 2018, trafen wir uns um 19 Uhr am Flughafen in Varna: Anke, Gabi und ich kamen aus Frankfurt, Claudia und Benjamin aus Hamburg. Die Ankunftszeiten lagen nur 30 Minuten auseinander, was ideal war. Wir fuhren gemeinsam nach Schumen und gingen noch etwas essen.

 

Am Montag morgen ging es dann los: Vollbepackt mit Taxis ins Tierheim! Claudia und Benjamin wollten unseren Katzen ein schönes Katzenzimmer herrichten. Material hatten wir vorher schon besorgt, so dass die beiden sich sofort an die Arbeit machen konnten. Wir waren überrascht, wie schnell sie waren: am ersten Nachmittag war das Zimmer schon fertig! Ich bin ganz begeistert von dem tollen Kletterregal mit ausreichend Liegemöglichkeiten und Verstecken! Im Moment haben wir zum Glück nur wenige Katzen, aber auch den wenigen gefällt ihr neues Zimmer.

 

Anke, Gabi und ich nahmen ein paar Hunde aus den Ausläufen, um sie auszuführen, besser einschätzen zu können und Fotos zu machen. Die langhaarigen Hunde haben noch ihr dickes Winterfell, dass teils lose aus dem neuen Fell heraushängt, aber nicht einfach so abfällt. Viele Hunde kamen in den Genuss der Fellpflege, wurden gekämmt und von verfilzten Knoten befreit. Es ist erstaunlich, wie geduldig viele sich kämmen lassen, obwohl es ziept und oft auch unangenehm ist. Aber für viele der Hunde ist es der pure Genuss, weil sie im Mittelpunkt stehen, die volle Aufmerksamkeit bekommen, wenn auch nur für den Moment des Kämmens, sie spüren Hände und bekommen Streicheleinheiten. Viele legen sich einfach auf den Rücken und entspannen total.

 

Nachmittags, als Claudia und Benjamin mit der Arbeit im Katzenzimmer fertig waren, gingen wir gemeinsam mit größeren Hundegruppen Gassi. Vier Hunde auf einmal aus den Ausläufen zu holen ist einfach toll, denn so bekommen viele die Chance, einmal einen kurzen Spaziergang machen zu dürfen!

 

 

Nun hoffen wir natürlich, dass viele unserer Schützlinge aufgrund der neuen Fotos ein Zuhause finden!

 

Gleichzeitig brachte Beisim einige Tiere zu unserem externen Partner-Tierarzt, da Dr. Hristov zwei Wochen Urlaub hat. Joyce leidet seit langer Zeit an einer Krankheit, von der wir dachten, es sei Papillomatose. Dabei bilden sich kleine “Warzen” im Mundbereich. Vier weitere Hunde waren im vergangenen Jahr davon befallen, bei denen die normale Therapie aber anschlug und alle Warzen verschwanden. Bei Joyce half es leider nicht und die Wucherungen wurden immer schlimmer, deswegen könnte es auch eine andere Krankheit sein. Joyce fühlte sich überhaupt nicht mehr wohl, sie zog sich immer mehr zurück. Wir ließen eine Biopsie entnehmen, haben sie in ein deutsches Labor geschickt und warten nun auf Antwort. Bitte haltet Joyce die Daumen, dass es nichts Schlimmes ist: Denn dann hat sie ihre Pflegestelle schon sicher und darf auf dem nächsten Transport nach Deutschland kommen, um dort behandelt zu werden!

 

Abends nach der Arbeit fuhren wir gemeinsam in ein Restaurant um abend zu essen. Wir saßen draußen und sahen viele Katzen um das Restaurant. Eine dreifarbige Katze kam zu uns, die wir im vergangenen Jahr haben kastrieren lassen. Das haben wir an dem leicht gekürzten Öhrchen erkannt. Sie lebt um die Ecke vor einem Supermarkt. Bevor wir das Tierheim verlassen, packen wir immer noch Transportboxen ins Auto, damit wir Katzen einpacken und am nächsten Tag zur Kastration bringen können, wenn uns welche über den Weg laufen. Am nächsten Morgen fingen Claudia und Benjamin zwei Katzenmädchen und am Mittwoch noch einmal zwei Kätzinnen. Diese sind mittlerweile kastriert und wieder an ihren Plätzen.

 

 

Am Dienstag hatten wir den ganzen Tag Zeit, um uns um die Hunde zu kümmern. Es ist einfach toll, ein so großes Team von deutschen Ehrenamtlichen vor Ort zu haben, weil wir viel mehr bewegen und viel mehr Hunde die Chance bekommen können, ausgeführt zu werden.

 

 

Mittags stand eine Mutter mit zwei Kindern vor dem Eingangstor. Das Mädchen hatte ein Kätzchen gefunden, das in ihrer Schule in ein Loch gefallen war. Die liebe Familie hat sogar Milchpulver gekauft, um das Kätzchen zu versorgen und dem Tierheim gespendet. Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen ein Not leidendes Tier aufnehmen und den Weg ins Tierheim machen. Für uns ist das einer der wichtigsten Erfolge: dass die Menschen vor Ort das Tierheim “annehmen”, hilflose, kranke oder verletzte Tiere dort hinbringen. Nur einige Schumener haben ein Auto, manche kommen sogar mit dem Taxi.

 

Der kleine Kater jedenfalls ist quietschfidel und scheint gesund zu sein; er sitzt nun bei einer Katzenmutter, die selbst ein kleines Kitten hat. Er fühlt sich aber in der Quarantänebox gar nicht wohl, denn er klettert den ganzen Tag an der Gittertür hoch und schreit. Leider können wir ihn aber nicht zu den anderen Katzen im Zimmer setzen, denn das geht erst, wenn er groß genug und geimpft ist. Vor allem müssen wir auch die Katzen, die zur Vermittlung stehen, schützen, weil sie alle schon auf FIV und Leukose getestet und gesund sind.

 

Danach hatten wir Zeit, um einige behinderte Hunde rauszunehmen und in einen größeren Auslauf zu setzen, der weiter vorne am Gebäude ist. So haben die Hunde noch mehr Kontakt zum Menschen und können besser beobachtet werden. Der große Auslauf vor dem Gebäude ist ideal für schwächere Hunde, denn man sieht sofort, wenn etwas nicht stimmt. Später wurde Futter geliefert und in die Futterkammer gebracht.

 

Nach dem Arbeitstag im Tierheim fuhren Anke, Benjamin, Claudia, Gabi und ich zum abend essen mit Radila und Zafar, zwei Tierschützern aus Schumen. Nach dem essen wollten wir wieder Katzen zur Kastration fangen, allerdings waren fast alle Mütter säugend und ihre Kitten zu klein, als dass wir sie hätten fangen und kastrieren lassen können. Es ist schlimm, es gibt einfach zu viele Kitten und diese sind oft schlimm krank, haben eitrige Augen, die nach einiger Zeit oft “auslaufen”. Sie leiden und sterben langsam. Es ist grausam. Jede Kastration rettet über die Jahre unzählige Leben, weshalb es uns bei Grund zur Hoffnung e.V. eine Herzensangelegenheit ist, dieses Elend im Vorfeld zu verhindern. Das schlägt sich auch in unseren hohen Kastrationszahlen nieder.

 

So, nun geht es ins Tierheim. Fortsetzung folgt (hoffentlich bald…)

 

 

 

26. Juni 2018

 

Am Mittwoch morgen vor der Arbeit haben Claudia und Benjamin wieder zwei weibliche Katzen zur Kastration gefangen!

Im Tierheim gibt es immer unendlich viel zu tun und wir haben wieder Hunde ausgeführt, Fotos gemacht, die Hunde gekämmt. Bei neuen Hunden lesen wir zusätzlich die Chipnummer aus, messen die Höhe und schätzen das Alter.

 

Mittags brachte ein Pärchen zwei Welpen. Ihr Hund, der Vater, ist ein Husky, die Mutter muss eine größere Hündin sein, natürlich unkastriert, die ihrem Vater gehört. 5 kleine, aber groß werdende Welpen kamen heraus. Drei davon hat sie bei Nachbarn “loswerden” können, aber die anderen beiden, ca. 5-6 Wochen jung, konnten nun nicht länger bleiben. Es sind zwei ganz süße Mädchen, die herumtollen und sich zusammen in ihr Bettchen kuscheln. Wenigstens werden diese beiden Mädchen später keine Jungen zur Welt bringen, weil sie rechtzeitig kastriert werden.

Als ich die Frau darauf ansprach, dass sie ihre großen Hunde unbedingt kastrieren lassen sollte, sagte sie, da bräuchte sie ein anderes Auto, denn der Husky würde nicht in ihr Auto (einen großen Geländewagen) passen...

 

 

Der Tag verging viel zu schnell – denn am Donnerstag morgen würden leider Claudia und Benjamin schon wieder abreisen und Anke am Nachmittag.

 

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 20. Oktober bis 4. November 2017

 

Wir sind nun schon fast eine Woche in Schumen und es ist Zeit, einen kurzen Überblick über unsere Arbeit zu geben. Am 20.10.2017 sind wir um 4 Uhr aufgestanden und von Frankfurt nach Varna geflogen, wurden dort von einem unserer Angestellten abgeholt und sind direkt ins Tierheim nach Schumen gefahren, um uns dort einen ersten Überblick zu verschaffen.

 

Obwohl die Sonne scheint und es noch warm ist, ist es herbstlich und die gelben Blätter liegen überall auf dem Boden und in den Ausläufen. Die Hunde haben schon eine gute Portion Winterspeck zugelegt haben und sind somit für die kälteren Nächte vorbereitet. Sie machen einen guten Eindruck, spielen in der herbstlichen Nachmittagssonne und freuen sich – wie immer – sehr über Zuwendung.

 

Es gibt eine neue Mitarbeiterin im Tierheim, die ich im vergangenen Sommer kennengelernt habe als sie ins Tierheim kam und Hunde ausgeführt und Futter gespendet hat. Durch ihre Liebe zu den Tieren bringt sie die besten Voraussetzungen mit.

 

Am Wochenende war das Wetter wunderschön, die Sonne schien und es war ideal, um die Hunde auszuführen. Da alle unsere Hunde vor der Ausreise an Halsband und Leine gewöhnt werden, gibt es immer mehr als genug zu tun. Dieses Jahr wurden immer noch sehr viele Welpen ins Tierheim gebracht. Immer mehr Bürger wissen, dass es in Schumen das Tierheim gibt und bringen Welpen, Kitten, kranke und verletzte Tiere dorthin. Das ist ein großer Erfolg, denn in der Vergangenheit wurden diese oft entweder einfach auf die Straße gesetzt oder verletzte Tiere dort liegen lassen. Außerdem zeigt es, dass es in Schumen viele tierliebe Menschen gibt, die unserer Arbeit Vertrauen entgegenbringen und den Weg ins Tierheim nicht scheuen um die Kleinen zu retten.

 

Also führten wir einige Welpen und neue Hunde aus, lasen die Chipnummern aus, maßen die Schulterhöhe, schätzten das Alter und nahmen ein paar Stichpunkte über den Charakter auf. Die für uns wichtigste Arbeit vor Ort ist die Arbeit am Tier, um das Wesen so gut wie möglich einzuschätzen um dann den passenden Hund für Interessenten zu finden und sie bestmöglich auf ihr neues Familienmitglied vorbereiten zu können.

 

Abends nach der Arbeit im Tierheim packen wir Transportboxen ins Auto, Katzenfalle und Fanghandschuhe und machen uns auf zum “Katzenfang”. Es gibt Tausende von Straßenkatzen in Schumen, die sich natürlich eifrig vermehren. In vielen Ecken der Stadt werden die Katzen von den Anwohnern mit Futter versorgt und können so gut leben. Das Problem ist tatsächlich der Nachwuchs, der sich oft in den ersten Lebenswochen mit Katzenschnupfen infiziert, vereiterte Augen hat, dadurch ein Auge oder auch beide verlieren kann oder jämmerlich daran stirbt. Es ist ein Elend, die kranken und leidenden Kitten anzusehen und umso wichtiger ist es, dass wir diese Katzen kastrieren und dieses Elend der Jungkatzen im Vorfeld verhindern. 

  

Die Katzen bleiben nach der Kastration noch eine Nacht beim Tierarzt
Die Katzen bleiben nach der Kastration noch eine Nacht beim Tierarzt

Unser Ergebnis bis jetzt: Am Sonntag, 21. Oktober, haben wir abends einen dicken, fetten Straßenkater eingefangen. Er hatte ein großes Abszess an der Schläfe, das am nächsten Tag im Tierheim zuerst behandelt wurde. Sobald es abgeheilt ist, bringen wir den lieben Kerl an seinen Platz zurück.

 

Am Montag nach der Arbeit sind wir wieder losgezogen und konnten an einem Wohnblock drei liebe Kätzinnen fangen. Die Falle benötigten wir nicht, wir konnten sie einfach aufnehmen und in die Boxen stecken. Ein Mann saß am Fenster und eine Passantin kam vorbei. Wir erklärten ihnen, warum wir die Katzen mitnehmen würden und dass sie nach der Kastration wieder zurückgebracht würden. Viele Menschen sind skeptisch, wenn sie uns bei unserem “Einsatz” sehen, aber wenn man ihnen alles erklärt, verstehen sie das und es ist für sie in Ordnung.

 

Dienstag abend war unser bester Katzenfangtag. Wir waren mit Delyana, unserer Katzenpflegestelle, verabredet. Dazu kam Radila, eine sehr engagierte Tierschützerin, die seit über 20 Jahren Katzen für die Kastration fängt, aus ihrem Dorf, um uns zu helfen. Mit ihrer Erfahrung gelang es uns, zwei Kater, drei Katzen und noch eine Katze mit drei Kitten zu fangen. Wir entschlossen uns, die Mutter mit Kitten mitzunehmen, da es sich um 3 Mädchen handelte, die alle wieder Nachwuchs produzieren könnten. Im Moment sind sie noch im Tierheim untergebracht, damit die Mutter ihre Kleinen noch säugen kann. Nach der Kastration wird die Mutter auf ihren Platz zurückgebracht, die Kitten werden vermittelt. Leider war eines der Kleinen so schwach, dass es die erste Nacht nicht überlebt hat.

 

Am 26. Oktober nach dem Tierheim kam Radila wieder, damit wir gemeinsam unsere Aktion fortsetzen. Zunächst fingen wir 2 Kätzinnen an der Stelle, an der wir schon am Dienstag abend waren, und nahmen ein sehr krankes, junges Kätzchen mit, das dem Tierarzt vorgestellt wird. Danach fuhren wir weiter ins Stadtzentrum, denn Radila hatte von einer Bekannten gehört, dass an einer Stelle viele Katzen leben. Die Aktion war wieder erfolgreich, wir konnten eine rote Katzenmama fangen sowie zwei weitere Kätzinnen, die bei einem Supermarkt leben.

 

 

 

 

Teil 2 des Reiseberichts

 

Gleich am Montag, den 23. Oktober, fand vormittags im Tierheim eine Inspektion des Veterinäramts statt. Man kann sich kaum vorstellen, welch administrativer Aufwand hinter der Leitung eines Tierheims in Bulgarien steckt. Die zahllosen Dokumentationen nehmen so viel Zeit in Anspruch, die unsere bulgarischen Kollegen eigentlich für die Tiere einsetzen sollten… Aber es war die Anstrengungen wert, denn es gab keinerlei Beanstandungen!

 

Weitere wichtige Aufgaben, die wir während unseres Aufenthalts erledigt haben, waren u.a. die Umsetzung von Hunden. Da wir in den letzten Monaten viele Hunde in ihr neues Zuhause vermitteln und sie so das Tierheim verlassen konnten, waren in einigen Ausläufen nur noch 4 oder 5 Hunde, in anderen dafür bis zu 16. Wir überlegten, welche Hunde in welchen Gruppen gut aufgehoben wären und setzten diese um. Zudem wollten wir gerne einen weiteren Auslauf für die sehr ruhigen, älteren und schwächeren Hunde einrichten.

 

 

 

Es wurde zudem begonnen, das Tierheim auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Daria und Beisim besorgten Stroh für die Hütten, wir bewegten einige Hütten in die Ausläufe, in denen zu wenige Hütten standen. Es steht zwar nicht für jeden Hund eine Hütte zur Verfügung, aber in vielen Ausläufen gibt es gemauerte und überdachte Stellen, unter denen die Hunde vor Wind und Regen geschützt sind. Und es gibt einige Hunde, die unbedingt ihre eigene Hütte als sicheren Rückzugsort benötigen und die sollen sie auch bereit gestellt bekommen.

 

Außerdem haben wir sieben Tonnen Schotter bestellt, um die Ausläufe, die nass und matschig waren, winterfest zu machen. Es ist nicht gut, wenn die Hunde im Winter nass und voller feuchtem Matsch sind, denn so können sie krank werden und das gilt es – so gut wie möglich – im Vorfeld zu verhindern. Mit Hilfe des Schotters stehen die Hunde zumindest im Trocknen.

 

Insgesamt sind die Hunde aber gut auf den Winter vorbereitet: Sie haben etwas Übergewicht und teilweise überraschend glänzendes, weiches Fell. Das deutet darauf hin, dass es einem großen Teil des Bestands den Umständen im Tierheim entsprechend gut geht. Noch besser ginge es ihnen natürlich, wenn sie eine eigene Familie hätten…

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 28. Mai bis 11. Juni 2017

 

Nun bin ich schon über eine Woche in Schumen und komme endlich dazu, einen kurzen Bericht zu schreiben.

Am 28. Mai sind Selina und ich von Frankfurt nach Varna geflogen. Eine Freundin hat uns abends am Flughafen abgeholt und nach Schumen gefahren.

Am 29. Mai ging es morgens um 8 Uhr dann endlich los, auf ins Tierheim!

 

Nach einer ersten Runde über das Gelände und durch die Ausläufe haben Selina und ich einen Teil unserer to-do-Liste “abgearbeitet”. Wir wollten uns dringend Frodo ansehen, dessen Auge wir schon seit einiger Zeit beobachtet haben. Er litt unter einem Glaukom, das zwar behandelt worden war, aber sein Auge ist nicht besser geworden. Der Augendruck schien nach wie vor erhöht zu sein, da das Auge stark aus der Höhle stand. Erhöhter Augendruck kann sehr schmerzhaft sein, deswegen wurde Frodo gestern operiert und sein Auge wurde entfernt. Heute war er schon wieder richtig gut drauf, er ist freudig mit mir spazieren gegangen!

 

Selina und ich führten einige Hunde aus, für die wir Anfragen aus Deutschland hatten, um ein noch besseres Gefühl für sie zu entwickeln. Zudem gibt es seit Dezember viele neue Hunde, die ich noch nicht kannte. Auch diese Hunde haben wir mit Fotos und notwendigen Informationen in unserer Liste dokumentiert. Die Dokumentation beinhaltet den Auslauf, in dem sich der Hund aktuell befindet, den Namen des Tieres, die Ohrmarken- sowie Chipnummer, das Alter. Danach halten wir die Impfdaten fest, die erste, zweite und bei den Hunden, die schon länger im Tierheim sind, sogar die Impfung mit Daten und Impfstoff. Natürlich wurden auch Fotos von allen Hunden aufgenommen. Selina hatte ihre Kamera dabei und hat wunderschöne Momentaufnahmen von den Hunden geschossen.

 

Für mich war am ersten Tag noch einiges zu regeln. Wir haben einen neuen Tierarzt, Venci, der vormittags für Impfungen, zur Behandlung von kranken Hunden, regelmäßige Anti-Parasiten-Behandlungen, Transportvorbereitung und für Administratives zuständig ist. Nachmittags kommt Hristomir Hristov für zwei Stunden, in denen er hauptsächlich kastriert, aber auch andere notwendige Operationen durchführt und kranke und verletzte Tiere behandelt. Venci hat mir erklärt, wie die beiden Tierärzte die Aufgaben unter sich aufgeteilt haben, denn vorher arbeitete nur Hristomir im Tierheim.

 

Außerdem haben wir noch eine neue Mitarbeiterin, Ralitza. Sie ist Teil des Hundepfleger-Teams, das aus Pavlin, Velko, Svilen und Letcho besteht. Beisim ist unser Hundefänger, der in der Stadt unterwegs ist und verletzte oder unkastrierte Hunde fängt und ins Tierheim bringt. Außerdem wird er angerufen, wenn irgendwo ein Notfall ist. Dann muss er reagieren und erledigt diverse Einkäuft von Dingen, die für das Tierheim notwendig sind.

 

Dann ist natürlich unsere Tierheimleiterin da: Daria. Sie hat die Leitung im Dezember übernommen.

 

Und an dieser Stelle muss ich ein großes Kompliment an das Team aussprechen. Die Hunde waren seit unserer Übernahme noch nie in einem so guten Gesundheitszustand wie aktuell. Ein Grund dafür sind mit Sicherheit die Impfungen. Seit Dezember haben wir den kompletten Bestand noch einmal geimpft. Die regelmäßige Anti-Parasitenbehandlung, sowohl von Ekto- als auch Endoparasiten, trägt auch einen großen Teil dazu bei, dass die Hunde gut genährt und gesund sind. Die Anzahl der Todesfälle von Tierheimhunden konnte drastisch reduziert werden! Wir sind also auf einem guten Weg!

 

Trotzdem können wir uns nicht ausruhen und es gibt noch vieles, an dem wir noch arbeiten und das wir verbessern müssen. Aber Schritt für Schritt wird alles besser.

 

Nun habe ich schon wieder den nächsten Termin mit einem Ehepaar aus einem Dorf in der Nähe von Schumen, die sich schon lange aktiv für den Tierschutz einsetzen. Sie kamen letzte Woche ins Tierheim, um einen Samojeden abzugeben, den sie auf der Straße gefunden hatten. Sie hatten ihn schon impfen lassen und drei Wochen bei sich untergebracht. Sie wollten ihn eigentlich behalten, aber sie versorgen 18 Katzen, die auch bei ihnen wohnen, und der Hund hätte die Katzen zu gerne gefressen. So haben sie ihn schweren Herzens im Tierheim abgegeben und uns gebeten, für ihn ein schönes Zuhause in Deutschland zu finden. Vorhin haben sie mich angerufen und zum Abendessen eingeladen. Ich versuche, morgen wieder zu schreiben.

 

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 20. September bis 4. Oktober 2016

 

20. September 2016  -  1. Tag

 

Heute ging es schon früh los. Um 6:20 fand das Boarding statt und dann ging es von Frankfurt über Wien nach Varna. Und von Varna nach Schumen.

 

Kaum im Tierheim angekommen, bin ich sofort in meine "Arbeits-kleidung" inklusive Gummistiefel gesprungen und losgestapft. Ich wollte unbedingt sehen, wie es den Hunden geht und welche Hunde seit April neu ins Tierheim gekommen sind. Leider viel zu viele...

 

Ich bin in einige Gehege gegangen, habe erste Fotos gemacht und es einfach nur genossen, wieder bei den Hunden zu sein. 

 

Etwas traurig gestimmt hat mich, dass es wieder viele Welpen gibt - trotz unserer konstanten Kastrationszahlen. Dafür gibt es aber eine einfache Erklärung: Es werden nicht mehr nur Hunde aus Schumen gefangen und kastriert, sondern der Radius hat sich vergrößert und viele Hunde kommen aus den umliegenden Dörfern ins Tierheim. Die Bürger nehmen das Tierheim immer mehr an und oft werden Hunde oder Katzen abgegeben. Das ist allemal besser als dass die Tiere einfach auf die Straße gesetzt werden.

 

Egal, wohin man geht, an jedem Auslauf wird man so freundlich erwartet. Und natürlich dauert es seine Zeit, bis alle Hunde begrüßt sind und sich dann endlich fotografieren lassen. :)

 

Die Zeit des ersten Nachmittags verging viel zu schnell, ich hätte noch Stunden bleiben können. Aber so ist es ja immer.

 

Auf dem Weg ins Hotel sahen Maria und ich plötzlich ein kleines Kitten auf dem schmalen Grünstreifen zwischen den jeweils zweispurigen Fahrbahnen. Es war ganz durch den Wind, hatte große Angst und wusste nicht, wohin es sollte. Ein Stück vor, wieder zurück. Maria sprang aus dem Wagen und versuchte, auf den Mittelstreifen zu gelangen. Rush hour und viel Verkehr, aber Maria hat es geschafft. Doch plötzlich raste das Kätzchen los und überquerte die Straße. Auf der anderen Seite versteckte es sich neben einem Laternenpfahl im Gras, aber Maria zögerte nicht lange. Sie griff zu und hatte das Kleine gefangen. 

Zum Glück befinden sich immer Transportboxen im Auto, in die wir den Zwerg setzen konnten. Völlig verschreckt kauerte er sich in die hinterste Ecke. Morgen wird er untersucht werden.

 

Nach dem Abendessen ging es gleich wieder an den Computer, um die ersten Informationen zu verarbeiten. Nun ist es aber genug für heute. Also - dann bis morgen!

 

Aufenthalt im Tierheim in Schumen, Bulgarien vom 17.-25. April 2016

 

17. April 2016  -  1. Tag

 

Endlich wieder im Tierheim! Als ich mittags in Varna am Flughafen angekommen war, warteten unsere Tierheimleiterin Maria und ihr Mann schon auf mich. Es waren 32 Grad bei strahlendem Sonnenschein! Nach der knapp einstündigen Fahrt nach Schumen tauschten wir uns über Neuigkeiten aus – und dann ging es direkt ins Tierheim.

 

An der Gabelung zum Tierheim ist endlich ein neues Schild angebracht, das den Weg zum Tierheim weist! Und als wir ankamen, habe ich den neuen Anstrich des Tierheims bewundern dürfen! Maria hatte das Tierheim für ein Schumener Jugendprojekt angemeldet und die jungen Menschen haben die Außenwand mit bunten Motiven besprüht. Mit der neuen Farbe sieht es viel freundlicher aus als vorher. Besonders gut gefällt mir, wie sie das Eingangstor gefärbt haben! :- )

 

Es hat mich gefreut, zwei der mir bekannten und einen neuen Mitarbeiter begrüßen zu dürfen. Dann Kleiderwechsel und ab zu den Hunden!

 

Ehemals lagen einige größere Hunde, die teilweise nicht verträglich sein sollten, vor ihrer Hütte an der Kette. Heute gab es nur noch zwei. Für die beiden waren Laufleinen angebracht, was wir angeregt hatten.

 

Maria und ich sind die Gehege gemeinsam abgelaufen. Die Hunde in den Ausläufen machten einen sehr guten Eindruck. Die meisten der Hunde kenne ich mittlerweile persönlich, leider gibt es wieder jede Menge neue. Eine positive Entwicklung ist jedoch, dass mittlerweile manchmal sogar Menschen aus den Dörfern kommen und ihre Hunde, die sie nicht mehr wollen, im Tierheim abgeben anstatt sie auf der Straße auszusetzen. Das gibt uns die Möglichkeit, diese zu kastrieren und so zumindest die Vermehrung zu stoppen. Dann gibt es leider immer noch viele Welpen, die auf der Straße gefunden werden. Diese werden natürlich auch aufgenommen, um kastriert zu werden, sobald sie alt genug sind.

 

Schön war auch zu wissen, dass viele Hunde, die im vergangenen Jahr noch hier waren, es schon geschafft haben und in ihren Familien in Deutschland ein schönes Leben haben.

 

Nachdem die anderen Mitarbeiter Feierabend hatten, haben Maria und ich uns den ersten Auslauf vorgenommen und Informationen zu den neuen Hunden notiert. Während wir das gemacht hatten, ging ein Anruf ein, dass ein Hund angefahren worden sei. Die anderen Mitarbeiter waren nun schon weg, also rief Maria ihren Mann an und wir sind an die Unglücksstelle gefahren. Es war etwas schwierig, die genaue Stelle zu finden, aber nach mehrmaligem Nachfragen bei den Menschen, die vor ihren Häusern auf Bänken saßen und plauderten, hatten wir den kleinen Hund gefunden: Rosi.

Zwei Frauen standen auf der Straße und warteten schon, dass Rosi abgeholt würde. Sie lag regungslos auf der Wiese. Auf den ersten Blick konnten wir zumindest keine äußerlichen Verletzungen feststellen außer einer schon älteren, offenen Wunde an der Vorderpfote. Maria nahm sie auf den Arm, setzte sie in eine Transportbox im Auto und wir nahmen Rosi mit ins Tierheim. Dort wurde sie zuerst mit Antifloh- und -zeckenpuder eingepudert, da sie über und über voll mit Zecken war. Sie war ganz lieb und ließ alles brav über sich ergehen. Sie ist schon sehr alt und sollte sich nun erst einmal ausruhen nachdem festgestellt war, dass sie keine Brüche oder andere sichtbare Verletzungen hatte.

 

Danach machten auch wir Feierabend und beendeten den ersten Tag.

 

 

18. April 2016  -  2. Tag

 

Am Vormittag sind Maria und ich zunächst durch ein paar Gehege gegangen und haben Informationen zu einigen neuen Hunden festgehalten. Ich habe begonnen, Fotos von den Hunden aufzunehmen, damit sie später zusammen mit der Information auf die Website gestellt werden können.

 

Gegen 11 Uhr fuhren Pavlin und ich in ein Dorf etwa 20 Minuten außerhalb von Schumen, um Rockie zu besuchen, der im vergangenen Jahr aus dem Tierheim dorthin vermittelt wurde. Rockie war nicht nur für mich ein ganz besonderer Hund, der eine sehr traurige Geschichte hatte. Ohren und Schwanz wurden ihm abgeschnitten und wahrscheinlich hat er sein ganzes Leben ungeliebt an der Kette verbringen müssen. Trotzdem hat er sich seine Sanftmut erhalten und hat immer seine Streicheleinheiten genossen.

 

Rockie hat das Glückslos gezogen! Er lebt auf einem riesigen Bauernhof, dessen Eigentümer sich sehr gut um seine Tiere kümmert. Rockie lebt dort zwischen Schafen, Ziegen, Enten, Hühnern und Schweinen. Tagsüber darf er sich frei auf dem Hof bewegen und hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Es schien allerdings nicht, als ob er mich erkannt hatte. Aber das war nicht schlimm – denn Hauptsache, dem lieben Rockie geht es gut!

 

Als wir aus dem Dorf zurück ins Tierheim kamen, war Dr. Hristov schon beim Kastrieren. Es wurden zwei Hündinnen kastriert, die dann wieder auf die Straße sollen. Danach versorgte er die kranken Hunde. Rosi, der verunglückten Hündin, geht es einigermaßen. Sie ist sehr alt und ziemlich schwach, aber die alte Wunde an ihrer Pfote wurde verarztet und sie bekam einige Spritzen zur Stärkung für ihr Immunsystem.

Den Nachmittag verbrachte ich wieder mit den Hunden. Eine alte Hündin, die im Auslauf so lieb war, nahm ich mit auf einen Spaziergang. Die restliche Zeit hielt ich mich im Auslauf der Junghunde auf, um ein Gefühl für sie zu bekommen und sie besser einschätzen zu können. Viele Hunde benötigen dringend Fellpflege, was im Tierheim bei 400 Hunden leider nicht möglich ist. Einigen Hunden habe ich die verfilzten Stellen herausgeschnitten oder sie gekämmt. Überraschenderweise genießen viele die Fellpflege, obwohl es zwickt und ziept. Die Zeit ist gerast und schon war der Tag wieder vorbei...

 

 

21. April 2016  -  5. Tag

 

Nun sind schon wieder drei Tage vergangen und es gab so viel zu tun. Abends sitze ich an den Updates zu den Hunden und komme nicht dazu, den Reisebericht fortzusetzen. Heute aber...

 

Am Dienstag holte Pavlin mich wie jeden Morgen ab und wir fuhren direkt los, um einen verunfallten Hund abzuholen. Ein Notruf war eingegangen und wir fuhren durch Schumen an die genannte Stelle. Ein Kioskbesitzer und sein Sohn hatten die Meldung gemacht und waren an der Stelle. Der Hund lag regungslos da. Er schien schon alt zu sein, äußerlich konnte man keine Verletzungen sehen, aber besonders schlimm sind die inneren Verletzungen. Pavlin versuchte zunächst, den Hund zum Aufstehen zu bewegen und in Richtung Auto zu laufen, ein paar Schritte hat der Hund gemacht, sich dann aber wieder hingelegt. Also hat Pavlin den Hund die letzten Meter getragen und in die Box gesetzt. Was ich an Pavlin wirklich bewundere ist, wie gut und souverän er mit den Hunden umgeht. 

 

Den Rest des Tages war das übliche Programm angesagt: fotografieren, Informationen zu den Hunden sammeln, messen, einige Hunde kämmen oder spazieren führen: Marty, Malin, Stina, Bruno, Clara, Riko. Es ist interessant, wie unterschiedlich die Hunde auf Halsband und Leine reagieren. Während Marty, Malin und Bruno überhaupt kein Problem damit hatten, bewegte Riko sich keinen Schritt vorwärts. Es war ihm so unheimlich, dass er sich auf den Rücken schmiss und sich den Bauch hat kraulen lassen. Gestern war Riko schon ein bisschen entspannter und wir kamen immerhin ein Stück voran.

 

Die Anzahl der Kastrationen ist seit einiger Zeit gut angestiegen. Dr. Hristov hat fast täglich Hunde zur Kastration, am Dienstag waren es drei Hündinnen aus einem Dorf, die nach der Operation dorthin zurückgebracht wurden.

Gestern hatten wir überraschend Besuch von einer deutschen Veterinärmedizinstudentin, die in Schumen beim einem Tierarzt für Großtiere ihr Praktikum macht. Dr. Hristov hat ihr einiges erklärt und sie hat ihm assistiert. Auch heute war sie zu unserer Freude wieder da und zeigte großes Interesse an der Arbeit im Tierheim. Wenn sie Zeit hat und nicht arbeiten muss, wird sie am Wochenende wieder kommen.

 

Gestern war ein ekelhafter Tag: grau, kalt, Regen. Also habe ich einen Teil des Tages in den Innenräumen und u.a. Zeit mit den Katzen verbracht und sie fotografiert. Zur Zeit befinden sich über 20 Katzen im Tierheim: eine Katzenmutter mit 4 Babys, eine Mutter mit ihrem einen eigenen Baby, die 4 Findelkinder aufgenommen hat und versorgt, vier junge Tiger-Kätzchen und 6 weitere Katzen. Dazu kam gestern noch ein dreibeiniger Katers ins Tierheim. Er war vom 9. Stock eines Hauses gestürzt und ein Bein musste amputiert werden. Der behandelnde Tierarzt hat um Hilfe gebeten, weil der Kater nicht mehr in sein Zuhause zurück konnte. Und es gibt noch einen schwarzen Kater, der einen schweren Autounfall hatte und ein Hinterbein sowie seinen Schwanz verloren hat.

 

Mittags sind Pavlin und ich losgefahren, weil ich Mali besuchen wollte, der im vergangenen Jahr in Bulgarien vermittelt wurde. Wir sind zu einem großen Fabrikgelände gefahren. Es war wie eine Zeitreise. Dort stand u.a. ein verlassenes Gebäude, in dem es aussah, als ob es in aller Eile und völlig überraschend verlassen wurde. Auf dem ganzen Gelände war weit und breit kein Mali zu sehen. Auch seine Adoptanten waren nicht da – also werden wir es morgen noch einmal versuchen. 

Dann war ich mit Siri Gassi, die ganz dringend ein Zuhause sucht, da sie die Kleinste im Auslauf ist und von den anderen gemobbt wird. Sie zieht sich immer hinter den Baumstamm zurück und fühlt sich im Tierheim überhaupt nicht wohl. Dabei ist sie so lieb und sanft und freut sich über menschliche Zuwendung.

 

Nachmittags haben Maria und ich einigen Hunden die Krallen geschnitten, deren Krallen viel zu lang waren und bei einigen Hündinnen die Kastrationsfäden gezogen. Und dann war auch der Mittwoch schon wieder vorüber.

 

  

22. April 2016  -  6. Tag

 

Heute war einiges los im Tierheim. Als ich morgens ankam, habe ich mich – wie immer – erst umgezogen und bin sofort mit der Kamera losgestiefelt, um von Hunden in den letzten Gehegen, in denen ich bisher noch nicht war, Fotos zu machen.

 

Besonders interessant war es zu beobachten, wie einige Hunde sich seit meinem letzten Besuch verändert hatten. Wenn ein Hund nun in einem neuen Rudel ist, weil er z.B. im alten Rudel gemobbt wurde, ist er viel offener und fröhlicher. Wenn man sich eine Weile in dem Auslauf aufhält bekommt man recht schnell ein Gefühl dafür, wie die Rangfolge unter den Hunden geregelt ist. Leni z.B. war im vergangenen Jahr in einem anderen Rudel. Sie wurde ständig von einer ihrer Schwestern zurückgedrängt und machte einen ruhigen Eindruck. Jetzt lebt sie im Auslauf mit den behinderten Hunden zusammen und fühlt sich pudelwohl! Sie scheint wie befreit. Sie springt durch das Gehege, hat eine enorme Bewegungsfreude und kommt sofort auf den Menschen zu.

 

Danach waren Marty und ich mit einigen Hunden spazieren. Heute war unser dritter Versuch Riko auszuführen und wir hatten Erfolg. Es kostete etwas Überzeugungsarbeit mit Würstchen, aber er ist das erste Mal gelaufen! Immer noch ängstlich und in geduckter Haltung, aber Schritt für Schritt ging es besser. Nach kurzer Zeit fand er es richtig interessant, nach was es dort draußen alles roch und fing an zu schnuppern. Aber bei jedem Geräusch, das für ihn erst einmal ungewohnt war, und bei jedem vorbeifahrenden Auto oder fremden Menschen, der an uns vorbeilief, duckte er sich und beobachtete zunächst. Ich denke, man kann es damit vergleichen, wie es ist, wenn ein Baby die Welt entdeckt und mit seinen Händen „erfasst“.

 

Als wir gerade mit Riko unterwegs waren, hielt ein Taxi neben uns. Wir bekamen Überraschungsbesuch: die deutsche Veterinärmedizinstudentin!

 

Dann waren wir noch mit Johny Gassi. Er wartet schon lange im Tierheim auf ein Zuhause und ich kann überhaupt nicht verstehen, warum sich noch niemand für ihn interessiert hat. Im Hunderudel fühlt er sich nicht wohl und zieht sich zurück. Beim Gassigang habe ich Johny das erste Mal „lächeln“ gesehen. Er schien so glücklich, ist mit seinen kurzen Beinchen voller Lebensfreude losmarschiert. Er läuft vorbildlich an der Leine und nun hoffe ich, dass er auch bald liebe Menschen findet, die ihn aus dem Tierheim holen.

 

Und Sara, eine neue Drahthaar-Hündin, habe ich auch noch ausgeführt. Sara stellen wir auch bald auf unserer Homepage vor.

 

Ein Schumener Bürger hat einen Rüden zur Kastration vorbeigebracht und abends wieder abgeholt. Der Hund lebt bei seinem Häuserblock und ist nun wenigstens kastriert! Es freut mich jedes Mal wieder zu sehen, dass einige Bürger das Angebot des Tierheims annehmen, sei es, um einen Straßenhund zu kastrieren oder um einen ungewollten Hund abzugeben. Denn diese Hunde landen dann wenigstens nicht unkastriert auf der Straße.

 

Vor dem Tierheim wurde ein Welpe ausgesetzt. Einer der Mitarbeiter hat ihn entdeckt. Er war ganz verängstigt. Velko hat ihn mit Würstchen gelockt und eingefangen. Es ist ein kleiner Rüde, der jetzt noch separat sitzt, damit er die anderen Welpen nicht ansteckt, falls er krank sein sollte.

 

Pavlin hatte heute einen richtig anstrengenden Tag. Er hat 9! Hunde zur Kastration gefangen! 7 Hunde sind aus einem Dorf. Sie werden am Montag kastriert und danach wieder an ihre Plätze zurückgebracht.

 

Und es ist noch etwas Rührendes passiert: Im Tierheim ist eine Mutterkatze, die ein Baby hat. Vier Kitten waren in eine Box gepackt in einem Müllcontainer entsorgt worden. Eine Frau fand sie und brachte sie ins Tierheim. Die Mutterkatze hat die 4 Findelkinder, deren Augen noch geschlossen waren, angenommen und versorgt nun 5 Babys. Die Frau, die die Kätzchen gefunden hatte, kam, um die Kleinen zu besuchen und nach ihnen zu sehen. Sie hatte Katzenfutter und Wurst mit dabei. Ich fand das rührend, denn es zeigt, dass sie sich wirklich um die Kleinen sorgt und sich hoffentlich in der Zukunft, wenn sie wieder Tiere in Not sieht, jederzeit an das Tierheim wendet.

 

 

 

25. April 2016  -  9. Tag

 

Und schon wieder sind drei Tage vergangen und ich habe es nicht geschafft zu berichten. Wichtiger erschien es mir, einige der vielen neuen Hunde online zu stellen, damit sie sofort die Chance haben, ein Zuhause zu finden.

 

Am Samstag war größtenteils mit der Dokumentation der Hunde „Routinearbeit“ angesagt. Fotografieren, messen, beobachten und die Hunde einschätzen. Man bekommt ein besseres und genaueres Gefühl für die Hunde, je mehr Zeit man in den Ausläufen verbringt. Anfangs sind die Hunde total überdreht, springen an einem hoch, wollen Aufmerksamkeit. Erst nachdem sich die anfängliche Euphorie gelegt hat, zeigen die Hunde ihr normales Verhalten im Rudel. Deswegen benötigt man für die Dokumentation viel Zeit.

 

Zudem habe ich gemeinsam mit Marty Raja und Joyce zu ihren ersten Spaziergängen ausgeführt. Raja hatte kein so großes Interesse am Laufen. Sie ist auf die andere Straßenseite ins Gras gegangen und hat sich dort niedergelassen. Weiterlaufen – warum??? Es ist interessant zu beobachten, dass fast jeder Hund, der ausgeführt wird, sich die Grasstellen sucht und umgehend Gras frisst. In den Gehegen haben sie nicht die Möglichkeit Gras zu fressen – umso erstaunlicher, dass sie es instinktiv machen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Es war vielen der Hunde in dem Moment sogar wichtiger als zu laufen.

 

Dann gab es noch eine besondere Überraschung. Nachdem Pavlin und ich vor einigen Tagen Mali besuchen wollten, auf dem Grundstück aber weder ihn noch seine Familie angetroffen haben, hatte Maria bei der Familie angerufen. Am Samstag standen plötzlich Vater, Mutter, Sohn und Mali vor dem Hoftor des Tierheims!

Mali hat einen tollen Eindruck gemacht. Er war sehr staubig und schmutzig, aber das kommt daher, dass er immer frei herumstreunen kann! Anfangs hatten sie eine Laufkette für ihn angebracht, aber bald ließen sie Mali laufen und er kommt immer wieder. Mali hat großes Glück gehabt, bei so einer lieben Familie einziehen zu dürfen!

 

Am Sonntag war wieder das übliche Programm angesagt. Morgens führte ich Cora und Theo aus. Als ich Nori gerade zu einem Spaziergang rausgeholt hatte, kamen zwei Jugendliche: Ivo und Danitza. Sie wollten helfen und wir haben danach Wicki, Luna und Deana zu einem Spaziergang mitgenommen. Die beiden sind sehr lieb mit den Hunden umgegangen und sagten, sie würden wiederkommen um Hunde auszuführen.

Am Nachmittag bat ich Svilen, der handwerklich sehr begabt ist, ob er im Katzenzimmer einen zweiten Catwalk anbringen könnte. Das hat er umgehend getan, worüber ich mich sehr gefreut habe.

 

Heute habe ich die Hunde aus den letzten beiden Gehegen dokumentiert und hatte danach wieder Zeit, einige Hunde an die Leine zu gewöhnen. Nori, Joyce, Marasha und Nasca. Nori war schon etwas aufgetaut, Joyce lief ohne Probleme und Marasha lief auf dem Hinweg sehr gut, wollte sich auf dem Rückweg aber keinen Schritt mehr vorwärts bewegen.

 

Mittags kam Lina, die Tiermedizinstudentin, wieder! Sie hat Dr. Hristov bei den Kastrationen zugesehen, bei Rosy den Verband an ihrer Vorderpfote gewechselt und wieder viel Zeit bei den Katzen verbracht. Eine Katze hat sie sich ausgesucht, die sie adoptieren möchte!

 

Der Tag verging wie im Flug und nun ist meine Zeit in Schumen leider auch schon wieder vorüber. Aber ich plane bald zurückzukommen!

 

 

 

Reise nach Schumen, Bulgarien vom 9.-16. September 2015


Früh morgens nahmen Roger Wagner, der Tierarzt, der unseren Verein und die Hunde und Katzen unterstützt, und ich den Flieger von Frankfurt nach Varna und wurden - wie bei unserem letzten Besuch auch - von Nencho und diesmal von Kathi, einer ehrenamtlichen Veterinärmedizin-Studentin aus Deutschland, am Flughafen abgeholt. Wieder ging es auf direktem Weg ins Tierheim.


Nach nur knapp 15 Minuten im Tierheim kam ein Fernsehteam und einige Reporter ins Tierheim, da am frühen morgen ein kompletter LKW mit Sachspenden aus Deutschland angekommen war. Er beinhaltete unter anderem die Materialien für den Bau der Quarantäne-Station (Gittertore, verzinkte Stangen und Kunststoffpanele), Werkzeuge, medizinische Geräte, Körbe für Hunde und Katzen, Futter, Kratzbäume, Wärmelampen für die Katzen im Winter, Decken und Handtücher uvm. Zudem war ein Velo-EKG-Gerät als Spende für ein lokales Krankenhaus dabei.

 

Nachdem der Trubel wieder verebbt war, gingen wir eine Runde durch die Gehege. Die Hunde befanden sich in einem sehr guten Zustand, die meisten hatten den Fellwechsel endlich (!) hinter sich gebracht und sahen sehr gut aus.


Die deutsche Studentin und die Tierheimleiterin Maria brachten uns auf den aktuellen Stand und informierten uns über die Arbeit der vergangenen Wochen. Unser großes Impf- und Antiparasiten-Programm war angelaufen und die erste "Impfrunde" schon abgeschlossen. Hierfür benötigen wir DRINGEND noch Spenden, denn dieses Programm wird uns um die 12.000 Euro kosten!


Am kommenden Tag bereiteten Roger Wagner und Kathi, die Tiermedizin-Studentin, den Transport vor, denn am Freitag sollten 13 Hunde aus dem Tierheim abgeholt und nach Deutschland gebracht werden. Die Hunde wurden eingehend untersucht, auf Anaplasmose, Ehrlichiose, Borreliose und Dirofilarien getestet, es wurde Zahnstein entfernt und Krallen geschnitten. Dann kamen sie bis zum nächsten Morgen wieder in ihre Ausläufe.


Am nächsten Morgen wurden die vorbereiteten Hunde auf die Fahrt geschickt. Daniel, unser Fahrer und sein Schwager, kamen und setzten die Hunde in die für sie vorgesehenen Boxen. Diese wurden mit einem Schild versehen, das den Namen jedes Hundes trug.



Reise nach Schumen, Bulgarien vom 17.-31. Juli 2015


Am 17. Juli 2015 ging es früh los zum Flughafen von Frankfurt nach Varna. Dort trafen Diane Psarras-Hahn und ich uns, warteten auf Maria, die Tierheimleiterin, die uns gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Nencho abholte.


Auf der knapp einstündigen Fahrt wurde schon einiges besprochen – und es ging gleich ins Tierheim.

 

Es war ein gutes Gefühl, wieder vor Ort zu sein und die mir mittlerweile schon bekannten Tiere und Mitarbeiter zu begrüßen. Es war auch schön, die neuen Pfleger kennenzulernen.

 

Seit unserem letzten Aufenthalt im März sind auch viele neue Hunde angekommen. Das sind oft leider große Hunde, vor denen die Menschen in Schumen besonders Angst haben und die gefährdet sind, vergiftet zu werden. Leider gibt es auch immer viele neue Welpen, häufig aus den umliegenden Dörfern.


Nach ein paar Stunden im Tierheim bezogen Diane und ich erst einmal unsere angemietete Wohnung und ruhten uns etwas aus. Am nächsten Tag ging es dann richtig los.

 

Am kommenden Morgen holte Neno uns von unserer Wohnung ab und nahm uns mit ins Tierheim. Dort liefen wir zuerst durch das ganze Tierheim und schauten, was sich seit März verändert hatte.

 

Was uns sehr positiv überrascht hat war, dass viele Tiere um das Tierheim platziert waren, die von Dr. Hristov täglich medizinisch behandelt wurden. Einige Hunde waren krank und bekamen Antiobiotika, immunstärkende Präparate und andere Medikamente verabreicht. Diejenigen mit offenen Hautstellen wurden mit Salben versorgt.

Diane und ich liefen durch die Ausläufe und haben mit der Dokumentation der Hunde in jedem Gehege begonnen. Wir gingen strukturiert vor und es war uns möglich, jeden einzelnen Hund im Tierheim schriftlich festzuhalten. Wir machten Fotos, erstellten eine Beschreibung und konnten teilweise sogar die Schulterhöhe des Hundes messen.

Wir verbrachten in jedem Gehege ausreichend Zeit, um die Hunde besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Diejenigen, die nicht sofort auf den Menschen zugehen, sondern erst einmal aus einer hinteren Ecke beobachten, benötigen etwas mehr Zeit um aufzutauen und sich zu trauen, einen Schritt auf den Menschen zuzugehen.

Was mir positiv aufgefallen ist, dass mittlerweile doch einige Bürger aus Schumen und Umgebung in das Tierheim kommen, um einen Hund zu adoptieren.


Die Kehrseite ist, dass viele Menschen ins Tierheim kommen, um ihre Welpen abzugeben oder einfach vor dem Tierheim auszusetzen. Das sind teilweise Welpen, die in der Stadt oder in umliegenden Dörfern gefunden werden oder Welpen von den eigenen Hündinnen, die sie loswerden wollen. Die Situation im Tierheim lässt es nicht zu, all diese Welpen aufzunehmen.

Rado mit Erika
Rado mit Erika

 

Besonders schön ist, dass jeden Sonntag einige tierliebe Ehrenamtliche kommen und Hunde ausführen. Es sind sehr nette Frauen, die sehr gut mit den Hunden umgehen. Für die Hunde bedeutet es so viel, ein bisschen Abwechslung zu haben, das Tierheim verlassen zu dürfen und neue Gerüche und Eindrücke aufzunehmen. Sie werden auf diese Weise auch an die Leine gewöhnt. Die Arbeit dieser lieben Helferinnen schätzen wir sehr und sind ihnen sehr dankbar für ihren Einsatz. Außerdem kommt sonntags noch der Sohn eines Mitarbeiters ins Tierheim und führt gemeinsam mit der Gruppe auch Hunde aus.

 

In der zweiten Woche, vom 26.-30. Juli, kam noch ein Helfer angereist: Unser Tierarzt aus Karben, Roger Wagner. Diane und ich holten ihn vom Flughafen in Varna ab und fuhren gleich ins Tierheim. Dort konnte er sich ein Bild von dem Tierheim und dem Zustand der Tiere machen.

 


Bericht über die zweite Woche folgt in Kürze...


 

 

"Notfelle" der Woche

 

DRINGEND Hitoshi hatte großes Glück. Im Juni durfte er nach Deutschland in sein erstes eigenes Zuhause reisen. Doch leider funktioniert es mit den vorhandenen Hunden nicht. Das kann auch daran liegen, dass der liebe Rüde starke Schmerzen hatte, denn wir fanden heraus, dass er an Spondylose leidet. Er ist somit zu einem Notfall geworden, der nun dringend ein Plätzchen sucht, an dem er zur Ruhe kommen und glücklich werden darf.

 

Merja blüht auf ihrer Pflegestelle so richtig auf. Die liebe Hündin hat schon einiges an Gewicht verloren, aber eine ganze Menge Lebensfreude und Aktivität dazugewonnen. Zu ihrem großen Glück fehlt ihr jetzt nur noch ihre eigene Familie, der Merja beweisen darf, was für eine treue und liebevolle Begleiterin sie ist.

 

 

 

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