Länderspezifische Krankheiten oder die sog. "Reisekrankheiten"

In verschiedenen Ländern oder Regionen Europas gibt es unterschiedliche Krankheiten, deren Erreger von Ektoparasiten wie z.B. Zecken oder Mücken übertagen werden können. Einige dieser Erreger breiten sich, nicht zuletzt wegen der klimatischen Veränderungen, immer weiter aus und kommen nicht mehr nur in den süd- und osteuropäischen Ländern, sondern mittlerweile auch in Deutschland vor.

 

Besonders wichtig sind präventive Maßnahmen wie Antifloh- und Antizeckenmittel, um den Hund vor einer möglichen Infektion zu schützen. Dies führen wir seit 2016 konsequent im Tierheim in Schumen durch und sehen auch geringere Infektionszahlen als noch am Anfang. Jedoch lebten die Hunde, die zu uns ins Tierheim kommen, vorher auf der Straße und können sich dort infiziert haben. Andere Hunde hatten vielleicht einmal Besitzer, aber die wenigsten geben das Geld für die wichtige Prophylaxe aus. Insofern kommen einige Hunde ins Tierheim, die bereits mit dem Krankheitserreger infiziert sind.

 

Da diese Infektionen in der Vergangenheit hauptsächlich von Urlaubsreisen „mitgebracht“ wurden, spricht man auch von den „Reisekrankheiten“.

 

Unsere Hunde werden vor ihrer Ausreise nach Deutschland und ab einem Alter von 6 Monaten rein vorsorglich mit einem 4D-Schnelltest auf folgende Infektionen getestet:

 

Ehrlichiose

Anaplamsmose

Dirofilaria immitis

Leishmaniose

 

Schumen liegt im Landesinneren von Bulgarien, ca. 80 km landeinwärts von Varna, das an der Küste liegt. Leishmaniose tritt in und um Schumen sehr selten auf: In fünf Jahren wurde uns bei den Tests kein einziger Fall angezeigt; auch eine Infektion mit Dirofilaria immitis ist bei uns extrem selten (7 Fälle in 5 Jahren).

 

Häufiger kommen jedoch die Ehrlichiose und seltener auch die Anaplasmose vor, die beide von Zecken übertragen werden. Die Babesiose wird ebenfalls über Zecken übertragen und es ist möglich, dass der Hund infiziert ist. Leider können wir die Hunde im Tierheim in Schumen nicht auf Babesiose testen.

 

Auch ein negatives Ergebnis eines Schnelltests gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Deswegen empfehlen wir in Absprache mit unseren deutschen Tierärzten, etwa drei Monate nach Ankunft des Hundes ein Länderprofil (Blutuntersuchung) für Bulgarien sowie ein Blutbild durchführen zu lassen. Sollten vorher fragliche Symptome auftreten, ist es ratsam, in Abstimmung mit Ihrem Tierarzt auch früher zu testen.

 

 

Ehrlichiose

 

Am häufigsten sind wir in Schumen mit der Ehrlichiose (Canine monozytäre Ehrlichiose) konfrontiert, die von der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen wird. Diese ist hauptsächlich in wärmeren Regionen verbreitet, existiert aber mittlerweile auch schon in Deutschland.

 

Erreger: Ehrlichia canis (Bakterium)

 

Symptome und Krankheitsverlauf: 

Ehrlichia canis befällt die weißen Blutkörperchen (Monozyten). Man unterscheidet zwischen einer akuten, einer subklinischen und einer chronischen Krankheitsphase.

Symptome einer akuten Infektion sind u.a. Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Schwellung der Lymphknoten, Augen- und Nasenausfluss. Nach der akuten folgt die subklinische Phase, die in der Regel ohne Symptome verläuft. Ganz wichtig ist, dass ein infiziertes Tier gut medizinisch überwacht wird. Aus dem subklinischen Stadium kann sich eine chronische Ehrlichiose entwickeln. Symptome können u.a. eine verstärkte Blutungsneigung sein, insbesondere Blutungen aus der Nase und der Schleimhäute, an den Gelenken können sich Schwellungen bilden.

 

Therapie: Die Ehrlichiose wird mit einem Antibiotikum behandelt.

 

Wichtig! Zeckenschutzmittel als Prophylaxe, damit sich Ihr Tier gar nicht erst infiziert!

Aus diesem Grund werden die Hunde in unserer Obhut im Tierheim in Schumen ganzjährig mit Langzeitpräparaten gegen Zecken und Flöhe behandelt.

  

Aussichten: Auch bei korrekter Behandlung gibt es keine Garantie, dass alle Erreger elminiert werden. Es besteht aber bei guter Haltung des Tieres eine große Chance auf ein langes Leben.

 

Ansteckung: Von Hund zu Mensch und Hund zu Hund höchst unwahrscheinlich und nur durch direkten Blutkontakt denkbar.

 

 

Anaplasmose

 

Seltener als die Ehrlichiose kommt bei Hunden aus Schumen hin und wieder auch die Anaplasmose (Canine Granulozytäre Ehrlichiose / Anaplasmose) vor, die vom Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen wird. Das Risiko einer Infektion mit Anaplasmose besteht auch deutschlandweit.

 

Erreger: Anaplasma phagocytophilum (Bakterium)

 

Symptome und Krankheitsverlauf: 

Die Anaplasmen befallen einige Abwehrzellen des Hundes (neutrophile und eosinophile Granulozyten) und gelangen mit ihnen über die Blutbahn zu verschiedenen Organen.

Die Symptome sind denen einer Ehrlichiose ähnlich: Fieber, Apathie, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen. Später zeigen sich ähnliche Anzeichen wie bei der Borreliose z.B. Gelenkentzündungen, die sich über eine Lahmheit äußern.

Wie bei der Ehrlichiose verläuft auch die Anaplasmose in einem akuten und einem subklinischen Stadium, in dem die Tiere klinisch unauffällig sind. Bei Hunden mit starkem Immunsystem ist es möglich, dass die Erreger verschwinden. Andernfalls kann die chronische Phase folgen.

 

Therapie: Die Anaplamose wird mit einem Antibiotikum behandelt.

 

Wichtig! Zeckenschutzmittel als Prophylaxe, damit sich Ihr Tier gar nicht erst infiziert!

Aus diesem Grund werden die Hunde in unserer Obhut im Tierheim in Schumen ganzjährig mit Langzeitpräparaten gegen Zecken und Flöhe behandelt.

 

Aussichten: Unbehandelt schwer bis tödlich. Bei korrekter und frühzeitiger Therapie meist gute Prognose, aber nicht in allen Fällen heilbar, da sich Bakterien ins Knochenmark zurückziehen können. Die Erkrankung muss jedoch nicht zwingend erneut ausbrechen.

 

Ansteckung: Eine Übertragung von Zecken auf Menschen löst die humane granulozytäre Ehrlichiose aus. Übertragung auf Mensch oder Hund ist unwahrscheinlich und nur durch direkten Blutkontakt denkbar.

 

(Anmerkung: Es gibt noch eine weitere Erregerart, die Anaplasma platys, die die thrombozytäre Anaplasmose hervorruft. Diese Infektion wird von der Braunen Hundezecke übertragen und ist besonders in Amerika und Südeuropa zu finden. Es besteht keine Gefahr für den Menschen.)

 

 

Dirofilariose (Herzwürmer)


Definition: Die bedeutendste der 5 verschiedenen Filarienarten beim Hund ist der Herzwurm. Die dem Hund übertragenen Wurmlarven werden nach einem halben Jahr geschlechtsreif und geben Mikrofilarien ins Blut ab, an denen sich dann die Überträger infizieren. Je nach Dichte der erwachsenen Würmer (bis zu 30cm lang, 1mm dick) kommt es zu massiven Lungen – und Herzkomplikationen. Herzwürmer können über 10 Jahre alt werden.

 

Erreger: Fadenwürmer der Gattung Dirofilaria immitis. Die Würmer befallen als winzige Mikrofilarien zunächst das Blut und später als Makrofilarien das Herz und die Lunge.

 

Überträger: Stechmücken

 

Verbreitung: Vornehmlich in Mittelmeer- und Balkanländern.

 

Inkubationszeit:  Etwa 6 Monate

 

Symptome und Krankheitsverlauf: Husten, Gewichtsverlust, Atemnot, Schwäche, Erbrechen. Wenn nur wenige Würmer vorhanden sind, kann die Erkrankung lange unbemerkt bleiben. Bei schweren klinischen Erscheinungen verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens.

 

Therapie:  Die komplizierte Behandlung mit verschiedenen Medikamenten muss individuell, entsprechend der Filariendichte und der klinischen Symptomatik abgestimmt werden. Ziel der Therapie ist die Elimination aller Stadien der Herzwürmer sowie die auftretenden Nebenwirkungen möglichst klein zu halten. Eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer ist möglich.

 

Aussichten: Normalerweise gut behandelbar, aber es besteht die Gefahr einer Embolie. Unbehandelt führt der Herzwurm zum Tod des Tieres.


Ansteckung: Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder Hund zu Mensch ist ausgeschlossen. Sehr selten können infektiöse Herzwurmlarven durch Stechmücken auch auf den Mensch übertragen werden. Da dieser ein Fehlwirt ist, stoppt die Entwicklung noch vor Erreichen des Reproduktionsalters. 


  

 

"Notfelle" der Woche

 

 

Theda hat nun endlich etwas Glück verdient! Die sanfte Hündin wurde eines Nachts böse in ihrem Auslauf gebissen und schwer verletzt - lange bangten wir um ihr Leben. Doch Theda ist eine Kämpferin und baut durch diesen Vorfall langsam Vertrauen zum Menschen auf. Wer möchte ihren Mut und ihre Ausdauer mit einem Zuhause belohnen?

 

Watson ist ein kuscheliger Eisbär. Der freundliche Rüde liebt Menschen über alles und würde alles geben, um ständig in ihrer Nähe sein zu dürfen.

Bei Artgenossen entscheidet die Symphatie und daher sehen wir Watson als Einzelhund und wunderbaren Begleiter.

 

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