Reisekrankheiten

 

 

Die Bezeichnung Reisekrankheiten (auch Mittelmeerkrankheiten genannt) bei der Einfuhr von Auslandshunden trifft schon längst nicht mehr nur auf Hunde aus dem Ausland zu.

Aufgrund der Globalisierung und der klimatischen Veränderungen breiten sich diese Krankheiten immer weiter aus. Traten sie früher vorwiegend in den süd- und osteuropäischen Ländern auf, so findet man sie heute auch in Deutschland und Österreich.

In Schumen/Bulgarien werden die Hunde vor dem Transport nach Deutschland mit dem IDEXX Snap 4Dx Test auf folgende Infizierungen getestet:

Dirofilaria immitis (Herzwurm)

Anaplasma phagocytophilum

Anaplasma platys

Leishmaniose oder Borreliose

Ehrlichiose

 

Bei Welpen ist ein Nachweis erst ab dem 10. Lebensmonat möglich.

 

Nicht untersucht werden können die Hunde vor Einreise auf:

Babesiose und Dirofilaria repens (Hautwurm).

 

Dies sollten Sie in Deutschland machen lassen, wenn klinische Auffälligkeiten auftreten.

 

Leishmaniose tritt im Inland von Bulgarien sehr selten auf, so dass diese Krankheit hier nicht weiter erwähnt wird.

 

Auch Blutuntersuchungen oder Schnelltests, die negativ sind, bieten keine hundertprozentige Sicherheit, denn wenn sich der Hund kurz vor dem Test infiziert hat, ist im Blut noch nichts nachweisbar.

Das Tier kann sich auch noch nach erfolgtem Test infizieren.

 

Wir empfehlen, die übernommenen Hunde einige Monate nach der Einreise durch ein sogenanntes „Länderprofil“ auf die in Bulgarien vorkommenden Krankheiten testen zu lassen.

Diese Untersuchungen führt der Verein Parasitus Ex e.V. durch. (http://www.parasitosen.de/images/downloads/parasitus_untersuchung.pdf)

Von dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn Dr. Torsten Naucke, haben wir die Informationen über die einzelnen Reisekrankheiten übernommen.

 

 

 

Anaplasmose


Definition: Bakterielle Infektion, auch granulozytäre Ehrlichiose genannt.

Die Anaplasmen befallen bestimmte Abwehrzellen des Hundes (neutrophile und eosinophile Granulozyten) und gelangen mit ihnen über den Blutweg zu verschiedenen Organen.

 

Erreger: Anaplasma phagocytophilum. Die Bakterien gehören, wie die Ehrlichien, zu den Rickettsien.

 

Überträger: Zeckenspeichel des Holzbocks (Ixodes ricinus). Die Übertragung erfolgt etwa 24 Stunden nach dem Stich.

 

Verbreitung: zwischen dem 40. und 65. Breitengrad, deshalb häufig auch in Deutschland.

 

Inkubationszeit: 1-3 Wochen

 

Symptome und Krankheitsverlauf: Die Symptome sind denen einer Ehrlichiose ähnlich: Fieber, Apathie, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen. Später ähnliche Anzeichen wie bei der Borreliose: wechselnde Lahmheit als Folge von Gelenkentzündungen.

 

Therapie: Antibiotika, welche aber niedriger dosiert und kürzer gegeben werden als bei der Behandlung der Ehrlichiose.

 

Aussichten: Unbehandelt schwer bis tödlich. Bei korrekter Therapie meist gute Prognose, aber nicht in allen Fällen heilbar, da sich Bakterien ins Knochenmark zurückziehen können. Die Erkrankung muss jedoch nicht zwingend erneut ausbrechen.

 

Ansteckung: Eine Übertragung von Zecken auf Menschen löst die humane granulozytäre Ehrlichiose aus. Übertragung auf Mensch oder Hund ist unwahrscheinlich und nur durch direkten Blutkontakt denkbar.

 

(Anmerkung: Es gibt noch die thrombozytäre Anaplasmose, die durch den Erreger Anaplasma platys nur von der Braunen Hundezecke übertragen wird und besonders in Amerika und Südeuropa zu finden ist. Es besteht keine Gefahr für den Menschen.)



Borreliose


Definition: Bakterielle Infektionskrankheit, die mit Bewegungsstörungen einhergeht. Keine typische Reisekrankheit.

 

Erreger: Spiralförmige Bakterien der Gattung Borrelia, insbesondere B. burgdorferi.

 

Überträger:  Die Zecke „Gemeiner Holzbock“ (Ixodes ricinus). Die Übertragung erfolgt nach etwa 16 Stunden.


Verbreitung: Weltweit. In Deutschland sind etwa ein Drittel dieser Zecken mit den Erregern infiziert.


Inkubationszeit: 2-5 Monate


Symptome und Krankheitsverlauf: Anfangs ohne spezifische Symptome. Die beim Menschen häufige Wanderröte ist bei Hunden selten zu bemerken. Nach einiger Zeit Fieberschübe, oft wechselseitige Lahmheiten durch Entzündungen und Schwellungen verschiedener Gelenke. Im weiteren Verlauf auch Organschäden, die vor allem die Nieren und das Herz betreffen, Nervenentzündungen und akute Hautentzündungen.

 

Obwohl Infektionen bei Hunden sehr häufig sind, entwickeln Hunde wesentlich seltener klinische Symptome als Menschen.

 

Therapie: Langwierige Behandlung mit geeigneten Antibiotika

 

Aussichten: Oft Rückfälle. Auch eine antibiotische Therapie führt nicht zur vollständigen Erregerelimination.

 

Ansteckung: Infizierte Hunde können die Borreliose nicht übertragen.



Dirofilariose (Herzwürmer)


Definition: Die bedeutendste der 5 verschiedenen Filarienarten beim Hund ist der Herzwurm. Die dem Hund übertragenen Wurmlarven werden nach einem halben Jahr geschlechtsreif und geben Mikrofilarien ins Blut ab, an denen sich dann die Überträger infizieren. Je nach Dichte der erwachsenen Würmer (bis zu 30cm lang, 1mm dick) kommt es zu massiven Lungen – und Herzkomplikationen. Herzwürmer können über 10 Jahre alt werden.

 

Erreger: Fadenwürmer der Gattung Dirofilaria immitis. Die Würmer befallen als winzige Mikrofilarien zunächst das Blut und später als Makrofilarien das Herz und die Lunge.

 

Überträger: Stechmücken

 

Verbreitung: Vornehmlich in Mittelmeer- und Balkanländern.

 

Inkubationszeit:  Etwa 6 Monate

 

Symptome und Krankheitsverlauf: Husten, Gewichtsverlust, Atemnot, Schwäche, Erbrechen. Wenn nur wenige Würmer vorhanden sind, kann die Erkrankung lange unbemerkt bleiben. Bei schweren klinischen Erscheinungen verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens.

 

Therapie:  Die komplizierte Behandlung mit verschiedenen Medikamenten muss individuell, entsprechend der Filariendichte und der klinischen Symptomatik abgestimmt werden. Ziel der Therapie ist die Elimination aller Stadien der Herzwürmer sowie die auftretenden Nebenwirkungen möglichst klein zu halten. Eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer ist möglich.

 

Aussichten: Normalerweise gut behandelbar, aber es besteht die Gefahr einer Embolie. Unbehandelt führt der Herzwurm zum Tod des Tieres.


Ansteckung: Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder Hund zu Mensch ist ausgeschlossen. Sehr selten können infektiöse Herzwurmlarven durch Stechmücken auch auf den Mensch übertragen werden. Da dieser ein Fehlwirt ist, stoppt die Entwicklung noch vor Erreichen des Reproduktionsalters. 


  

Ehrlichiose


Definition: Die canine Ehrlichiose ist eine ist eine akute bis chronische Infektionskrankheit. Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen.


Erreger: Ehrlichia canis, ein Bakterium aus der Gruppe der Rickettsien.


Überträger: Stich der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Die Übertragung erfolgt nach etwa 24 Stunden.


Verbreitung: Überall, wo die Braune Hundezecke anzutreffen ist. Aber auch infizierte, z.B. als „Urlaubsmitbringsel“ eingeschleppte Zecken sind ein Infektionsrisiko.

 

Inkubationszeit:  Etwa 10-20 Tage

 

Symptome und Krankheitsverlauf: In der Akutphase  häufig unspezifisch, ausgeprägte Mattigkeit, Fieber, Schwellung von Lymphknoten und Milz, Gewichts- und Appetitverlust, Erbrechen  Blutungsneigung (Absinken der Thrombozyten), Augen- und Nasenausfluss.

Nach diesem Stadium können einige Hunde gesunden, bei anderen geht die Krankheit in ein chronisches Stadium über  mit erhöhter Blutungsneigung, insbesondere Nasenbluten, Bildung von Schwellungen an den Gelenken und neurologischen Symptomen.

 

Therapie:  Bei akuter SymptomatikAntibiotika über mehrere Wochen. Ohne Therapie kann es zu irreversiblen Organschädigungen kommen.

 

Aussichten:  Auch bei korrekter Behandlung keine Garantie für eine Erregerelimination. Es besteht aber bei guter Haltung des Tieres eine große Chance auf ein langes Leben.

 

Ansteckung: Von Hund zu Mensch und Hund zu Hund höchst unwahrscheinlich und nur durch direkten Blutkontakt denkbar.



 

Hunde der Woche 

 

Unser hübscher und wuscheliger Eddie (geb. ca. März 2008) lebt nun schon so lange im Tierheim und in ihm steckt trotzdem immer noch so viel Lebensfreude!

Er geht für sein Leben gerne spazieren und freut sich über jede noch so kleine Aufmerksamkeit...

Wer gibt ihm die Chance, endlich ein schönes Hundeleben zu führen? Eddie wird mit Sicherheit sehr viel zurückgeben!

 

Nani (geb. ca. Juli 2012) zeigt im Tierheim ein eher ruhiges Wesen, ist total lieb und sanft. Sie ist gut verträglich mit Artgenossen und geht gerne spazieren. Es wäre so schön, wenn sie bald von den Menschen entdeckt wird, die ihr die nötige Sicherheit und Liebe geben, damit Nani endlich anfangen kann, ihr Leben richtig zu genießen!

 

 

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