Kastrationswoche im Tierheim in Schumen 2019 - Ausbildungsprogramm mit Universitäten

 

 

Wer guten und nachhaltigen Auslandstierschutz machen möchte, kommt um Kastrationen von Straßentieren nicht herum. Und nicht nur das, wichtig ist auch, die Menschen vor Ort mit in den Tierschutz einzubinden: sei es in Form von Aufklärung, Ermunterung sich ehrenamtlich einzubringen oder im Rahmen der Möglichkeiten zu spenden und natürlich Ausbildung der jungen Menschen, die später direkt am Tier arbeiten.

 

Darum haben die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung und Grund zur Hoffnung e.V., zusätzlich zu den ganzjährig stattfindenden Kastrationen, ein spezielles Pilotprojekt für nachhaltigen Tierschutz im Tierheim in Schumen in Bulgarien ins Leben gerufen, folgend dem Motto:

 

Verantwortung übernehmen, Tierleben schützen!

 

Nach aufwendiger Vorbereitung hat im Februar 2019 endlich unser Pilotprojekt stattgefunden. Das Ausbildungsprogramm für bulgarische und deutsche Studierende der Veterinärmedizin im Bereich Tierschutz und Kastrationen wurde im Tierheim in Schumen, Bulgarien realisiert.

 

Für unser seit Sommer 2018 geplantes Pilotprojekt begann die Organisation umgehend. Nach den erfreulichen Zusagen der Justus-Liebig-Universität Gießen (im Rahmen einer Wahlpflichtveranstaltung) sowie der Trakischen Universität Stara Zagora wurde es notwendig, die genaueren Rahmenbedingungen zu definieren. Von universitärer Seite aus war dies die Vorbereitung der Studenten in Theorie und Praxis, für die Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung und Tierarzt Roger Wagner bedeutete dies zweierlei: zum einen die Planung der Durchführung vor Ort sowie die Vorbereitungen, die im Tierheim in Bulgarien getroffen werden mussten.

 

Zu unseren Aufgaben gehörten die Planung der Anreise und Unterbringung aller Teilnehmer sowie das Rahmenprogramm. 

 

Der weit aufwendigere Teil war die Organisation der eigentlichen Kastrationsaktion; beginnend bei den dafür notwendigen Operationsräumen und deren Ausstattung über Nahtmaterial, Instrumente, Medikamente bis zu der erforderlichen Anzahl unkastrierter Straßentiere, die 

zwar zum kleineren Teil schon im Tierheim waren, aber zum großen Teil auf Punkt an den jeweiligen Tagen präsent sein mussten. Bei einer Gesamtzahl von schließlich 124 kastrierten Tieren (91 Hunde und 33 Katzen) war dies kein leichtes Unterfangen… zumal uns aufgrund der erstmaligen Durchführung des Projekts nicht klar war, wie viele Tiere in diesem Zeitraum letztendlich kastriert werden würden.

 

Aufgrund der Teilnehmerzahl war es im Tierheim in Schumen notwendig, einen weiteren Operations-vorbereitungs- sowie einen weiteren Operationsraum zu errichten. Einen Teil der Ausstattung besorg-ten wir in Deutschland. Hierzu gehörten Operationstische, zwei OP-Lampen, Operationsbesteck, Heißluftsterilisator und ausreichend Operationsmaterial, Wärmflaschen für die Aufwachphase, Infrarotheizstrahler sowie ein Teil der notwendigen Baumaterialien. Weiterhin mussten vor Ort die notwendigen Narkosemedikamente, Antibiotika, Schmerzmittel zur Verfügung gestellt werden.

 

Der neue Operations- und Vorbereitungsraum und die Fertigstellung der Quarantänestation wurde von Tierarzt Roger Wagner ehrenamtlich geplant und überwacht. Wir versuchen stets pragmatisch und sparsam – sogar eher spartanisch vorzugehen, was im Arbeiten nachher immer eine gewisse Flexibilität und Improvisationsgeschick fordert.

 

Ein erhöhtes Spendenaufkommen würde uns die Arbeit in einigen Punkten sehr erleichtern. Da wir aber nicht wussten, ob es ein einmaliges Projekt würde oder sich zu einer langfristigen Zusammenarbeit mit den Universitäten entwickeln würde, war für das erste Mal die Sparsamkeit durchaus angebracht.

 

 

Nach einer langen Vorbereitung ging es am Montag, den 18. Februar 2019 endlich los und die Teilnehmer reisten am Nachmittag erwartungsvoll an. 

 

Nach einer Führung durch das Tierheim und einer Erklärung der örtlichen Gegebenheiten trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen.

 

 

Nach einer langen Vorbereitung ging es am Montag, den 18. Februar 2019 endlich los und die Teilnehmer reisten am Nachmittag erwartungsvoll an. 

 

Nach einer Führung durch das Tierheim und einer Erklärung der örtlichen Gegebenheiten trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen.

 

Am kommenden Morgen ging es um 8 Uhr motiviert und mit vollem Schwung an die Arbeit. Die Studenten standen an ihren Arbeitsplätzen in den beiden OPs bereit und warteten auf die ersten von den erfahrenen Tierärzten in Narkose gelegten Tiere. 

 

In dem gesamten Programm ging es uns um Qualität und nicht um Quantität und die Sicherheit der Tiere stand stets im Vordergrund.

 

 

 

Deshalb war der Betreuungsschlüssel von ausgebildeten Tierärzten zu Studierenden sehr eng. 

 

Unter Anleitung der Lehrkräfte Assoc. Prof. Plamen Ivanchev Georgiev, PhD und Georgi Terziev, PhD der Trakischen Universität in Stara Zagora (Bulgarien), Prof. Dr. Axel Wehrend und Tierarzt Sebastian Ganz der Justus-Liebig-Universität Gießen und Tierarzt Roger Wagner begannen die Studierenden mit ihren ersten, begleiteten Operationen.

 

Schon am Ende des ersten Tages zeigten sich die Erfolge in Nahttechniken und Operations-Sicherheit bei den Studenten und alle waren recht stolz über ihr gutes Ergebnis.

 

Der fachliche Austausch und die Vielfältigkeit der Operationstechniken wurde durch die internationale Aufstellung deutlich gesteigert, was sicherlich eine Bereicherung für die Studenten bedeutete. In den nächsten Tagen wuchsen die deutsche und die bulgarische Gruppe immer mehr zusammen, sodass daraus im Verlauf ein Team entstand.

 

 

Durch den Enthusiasmus und den großen Einsatz der Studenten konnten sie am Ende des Programms die Operationen zum größten Teil selbständig durchführen; selbstverständlich stand auch hier noch stets ein Betreuer zur Seite.

 

Am Freitag, unserem letzten gemeinsamen Arbeitstag, zeigte sich bei allen Teilnehmern sowie Betreuern sichtbare Freude und Zufriedenheit über die erreichten Ziele, gleichzeitig aber auch etwas Wehmut, dass die Zeit wie im Fluge vergangen war. 

 

Aber wir konnten das Programm dank der Einladung der Vize-Bürgermeisterin Dr. Svetlana Markova zu dem historischen Monument des Reiters in Madara und einem gemeinsamen traditionellen bulgarischen Abend bei Essen, Musik und Tanz fröhlich ausklingen lassen.

 

Von unserer Seite aus ist das Résumé dieses Projektes durchweg positiv zu bewerten. Jeder einzelne Teilnehmer brachte so viel Enthusiasmus und Empathie mit. Das ermöglichte den intensiven fachlichen sowie persönlichen Austausch und die erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

Es ist uns auch gelungen, bei den Studierenden das Verständnis für Tierschutz zu erweitern sowie ihre praktischen Fähigkeiten auszubilden, so dass am Ende des Programms trotz der Vorgabe „Qualität vor Quantität“ viel Stolz über die erfolgreiche Kastrationsaktion mit 124 kastrierten Tieren bei den Studenten zu sehen war.

 

Die allseitige Zufriedenheit mit dem positiven Ergebnis wird daran deutlich, dass wir eine Wiederholung des Ausbildungsprogramms planen.

 

Wir danken an dieser Stelle ganz besonders den Prof. Wehrend und Georgiev für die gründliche Vorbereitung der Studenten und persönliche Teilnahme in Schumen sowie Tierarzt Roger Wagner für seinen ehrenamtlichen Einsatz in der Vorbereitung, Organisation und letztendlich auch Durchführung des Programms.

 

 

Kastrationszahlen auf einen Blick

 

91 Hunde und 33 Katzen wurden in den 4 Tagen im Tierheim in Schumen kastriert

 

 Hündinnen

 Rüden

 Katzen

 Kater

 

 

 

"Notfelle" der Woche

 

Unsere Olivia (geb. ca. April 2018)

ist nun leider zum Notfall geworden. Sie ist ständig in Auseinander-setzungen in ihrem Auslauf verwickelt und mittlerweile ist ihr ganzes Gesicht übersäht mit Narben. Ob Olivia diese Streitigkeiten beginnt oder einfach nur "die Unterste in der Rangfolge" ist und den Frust der anderen Hunde abbekommt, können wir derzeit nicht sagen. Sicher ist jedoch eins: Olivia liebt Menschen und fühlt sich im Tierheim mehr als unwohl. Wir haben große Sorge, dass es in absehbarer Zeit auch mal zu einer Auseinandersetzung kommt, die nicht nur ein paar Narben hinterlässt und suchen daher ganz dringend eine kompetente End- oder Pflegestelle.

 

Gabi (geb. ca. März 2017) ist eine "Vorzeige"-Jagdhündin - immer bereit für neue Abenteuer. Dadurch war ihr Leidensdruck im Tierheim besonders groß und wir sind froh, dass sie nun auf einer Pflegestelle Aufmerksamkeit und Bewegung bekommt. Eins ist dort aber schnell klar geworden: Von beidem kann die liebe Hündin kaum genug bekommen. Dabei zeigt sie sich verträglich und verspielt mit ihren Artgenossen, gibt aber auch gerne mal den Ton an. Nun fehlen zu Gabis ganz großem Glück also nur noch aktive und abenteuerlustige Menschen, die sie treu durchs Leben begleiten darf.

 

 

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